Lehrkräfte für 1100 Stellen gesucht

Lehrkräfte für 1100 Stellen gesucht

Rund 1100 Stellen sollen zum kommenden Schuljahr mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften neu besetzt werden. Alle rund 1200 Bewerber, die über eine Ausbildung als Lehrkraft verfügen, sollen ein Angebot bekommen.

So erfreulich die gegenüber den Vorjahren leicht gestiegene Bewerberzahl der grundständig ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer ist, alle Stellen auch zu besetzen, wird schwer fallen. Das machen die geplanten Einstellungszahlen* deutlich. 1101 Stellen will das Kultusministerium besetzen, davon 348 an Grundschulen, 306 an Oberschulen, 123 an Gymnasien, 121 an berufsbildenden Schulen und 203 an Förderschulen.

Das Bewerberverhalten sieht jedoch in den meisten Fällen ganz anders aus. Nur im Falle der Gymnasien dürfte es leichter fallen, die freien Stellen auch zu besetzen. Wenngleich auch hier das Problem besteht, dass die meisten Bewerber in die Ballungszentren Dresden und Leipzig möchten. Bei allen anderen Schularten fällt die Zahl der Bewerber jedoch deutlich geringer aus als der Bedarf. Das gilt vor allem für die Förderschulen, Oberschulen und berufsbildenden Schulen.

Gerade die große Diskrepanz zwischen dem Bedarf an Gymnasialbewerbern auf der einen Seite und dem deutlich geringeren Einstellungsbedarf für diese Schulart auf der anderen macht deutlich, wo das Hauptproblem bei der Stellenbesetzung liegen wird. Viele für das Gymnasium ausgebildete Lehrkräfte gilt es zu überzeugen, eventuell auch in einer anderen Schulart tätig zu sein. Dennoch gilt die Zusage des Kultusministers Christian Piwarz: „Allen grundständig ausgebildeten Lehrkräften werden wir ein Einstellungsangebot unterbreiten.“ Deshalb würden sich die maximalen Einstellungsmöglichkeiten vorrangig an der Gesamtzahl der Bewerbungen orientieren. Gleichzeitig bittet er die Bewerber aber auch um Offenheit und Flexibilität. „Ich wünsche mir, dass die Bewerber unsere Angebote vorurteilsfrei prüfen und eventuell bereit sind, auch in einer anderen Region und Schulart den Dienst anzutreten. Wir brauchen Lehrerinnen und Lehrer in ganz Sachsen“, so der Kultusminister.

* Geplante Einstellungen:

Schulart Standort Einstellungen
B C D L Z
Grundschule 95 87 30 76 60 348
Oberschule 52 81 78 80 15 306
Gymnasium 10 19 46 38 10 123
Berufsschule 14 30 10 57 10 121
Förderschule 14 62 51 63 13 203
Summe 185 279 215 314 108 1101

 

Dirk Reelfs, Pressesprecher im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

1 Kommentar

  1. Seiteneinsteiger 4 Monaten vor

    Flexibilität gewünscht – aber auch gerne von der sächsischen Bildungsagentur selbst


    Und wie sieht es damit aus, das Schulsystem nicht nur durch Gelder attraktiv zu gestalten, sondern auch durch Änderungen in sich selbst?
    Ein besserer Betreuungschlüssel, viel viel mehr Sozialpädagogen – auch schon in GS und bestenfalls in Kindergärten – und Zeit für die Entwicklung und Entfaltung der neu Eingestellten.

    Ansonsten heißt es: Seid bereit für Druck und Anpassung, Mangel an Flexibilität im Arbeitsumfeld und im Umgang mit den jungen Menschen.
    Wer Quereinsteiger sein sollte wird trotz langjähriger Berufstätigkeit wohl nur selten höher eingestuft, ein richtiges Bewerbungsgespräch wird wohl nicht passieren und eine aufschlussreiche und hilfreiche Auseinandersetzung mit persönlichen Fragen wird es wohl aus Mangel an Helfenden in den jeweiligen Agenturen (Lasub Chemnitz, Dresden, Leipzig etc) nicht geben.

    Wenn man „Glück“ hat darf man eine Weiterbildung besuchen, bei der anfangs von flexiblen Standorten gesprochen wird, sodass die Möglichkeit besteht, einen 8 h Tag nicht schon vor um 6 Uhr beginnen zu müssen.
    Leider liegt der Prozentsatz dieser Flexibilität bei wohl eher 0 Prozent!

    Und das ist auch das Fazit:
    Der Wunsch nach Flexibilität besteht, jedoch scheint diese Eigenschaft ein Fremdwort in der Agentur an sich zu sein.

    Dennoch:
    Der Beruf macht Spaß, egal in welcher Schulart.