Sachsens Schulen werden internationaler

Sachsens Schulen werden internationaler

Die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund an den sächsischen Schulen ist zum neuen Schuljahr angestiegen. Der mit Abstand größte Teil von ihnen lernt jedoch bereits in Regelklassen.

Kinder, unter ihnen auch Flüchtlingskinder, lernen an der 102. Grundschule in Dresden. Foto: ronaldbonss.com

Derzeit werden an den sächsischen Schulen rund 33.870 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund unterrichtet. Zum Ende des Schuljahres 2016/17 waren es 31.520 Schüler, im Frühjahr 2015 noch 19.600. Damit ist die Zahl von Schülern mit Migrationshintergrund innerhalb von zweieinhalb Jahren um über 14.000 gestiegen.

Von den 33.870 Schülern werden 27.980 Schüler in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) unterrichtet. Der mit Abstand größte Teil von ihnen (20.130 Schüler) spricht bereits ausreichend Deutsch, um in Regelklassen lernen zu können. In dieser sogenannten dritten Etappe erhalten die Schüler zum Fachunterricht begleitend DaZ-Stunden.

Derzeit 546 Vorbereitungsklassen und -gruppen

Rund 7.850 Schüler verfügen noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse. Sie werden in gegenwärtig 546 Vorbereitungsklassen und -gruppen unterrichtet, bis sie in die Regelklassen gehen können. Etwa 1.000 von ihnen lernen dabei in Vorbereitungsklassen mit berufspraktischem Aspekt an den Beruflichen Schulzentren in Sachsen. Die Anzahl der Vorbereitungsklassen und -gruppen ist damit leicht gesunken im Vergleich zum Schuljahresende 2016/17 (564 Klassen). Im Frühjahr 2015 waren es 200 Klassen.

Etwa 17,5 Prozent (5.900 Kinder und Jugendliche) aller Schüler mit Migrationshintergrund in Sachsen benötigen keine gesonderte schulische Integration. Sie lernen in den Regelklassen und brauchen keinen zusätzlichen Deutschunterricht.

Personalaufwand für schulische Integration weiter erhöht

Für die schulische Integration der Kinder und Jugendlichen beträgt der Personalaufwand im Oktober 2017 an öffentlichen sächsischen Schulen 1.107 Vollzeitäquivalente. Das umfasst den Unterricht in allen Vorbereitungsklassen sowie DaZ der dritten Etappe. Darin sind Anrechnungsstunden für Betreuungslehrer sowie der Aufwand für zusätzlich gebildete Klassen und Vorhalteklassen enthalten. Im Januar 2016 betrug der Personalaufwand für die schulische Integration von Schülern mit Migrationshintergrund noch 844 Vollzeitäquivalente.

Bianca Schulz, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

2 Kommentare

  1. Vater 1 Woche vor

    1107 Vollzeitäquivalente. Das ist eine stolze Zahl, mit der ich so nicht gerechnet hätte. Nun müsste man noch wissen, wieviele Lehrer es denn überhaupt gibt und wieviele Schüler, um den Anteil bewerten zu können. Mein Bauchgefühl sagt, das da eine kleine, auf alle Fälle aber einstellige, Prozentzahl steht. Wie dem auch sei, die anderen Bundesländer (im Westen) dürften hier ein größeres Päckchen zu tragen haben, den letztlich ist ein großer Binnenmigrationsstrom von Flüchtlingen innerhalb der BRD zu verzeichnen gewesen ist.

    • Autor
      Bianca Schulz - SMK 1 Woche vor

      Sehr geehrter „Vater“,
      eine kleine, einstellige Prozentzahl ist insgesamt richtig.
      Es bleibt dennoch festzuhalten, dass ein (unvorhersehbarer) Anstieg der Schülerzahlen von 14.000 Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund innerhalb von zweieinhalb Jahren im Vergleich zur einer vorher erstellten Prognose durchaus eine Herausforderung für das Bildungssystem ist.

      Beste Grüße
      Bianca Schulz

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