Gymnasium Dresden-Pieschen: Digitalisierung und Verantwortung

Gymnasium Dresden-Pieschen: Digitalisierung und Verantwortung

Das Gymnasium im Dresdner Stadtteil Pieschen wurde im Sommer 2017 gegründet. Seitdem hat es sich zu einer der Vorzeigeschulen in der Landeshauptstadt entwickelt – besonders wenn es um das Thema Digitalisierung geht.

Text: Ulrike Polster

Auf dem digitalen Vormarsch

Foto: © Benjamin Jenak

Die fünfte Klasse erstellt in einem der vier PC-Pools gerade eine Powerpoint-Präsentation. Sie sollen sich selbst und ihre Interessen vorstellen. Für die Siebtklässler am Gymnasium ist die Arbeit mit den Tablets schon Normalität. Wie selbstverständlich wischen die Jugendlichen über den Bildschirm, beantworten die Fragen der Lern-App, nutzen das Tablet als Taschenrechner-Ersatz oder zum Nachschlagen des französischen Fremdwortes. Ab dem kommenden Schuljahr startet für die achten Klassen der Unterricht im IT-Profil, ab dem Schuljahr 2023/24 können die ältesten Schüler der Schule dann auch zum ersten Mal den Leistungskurs Informatik belegen. Und auch die Lehrerschaft scheint hier am Gymnasium keine Berührungsängste mit neuer Technik zu haben. „Wir sind ein relativ junges Team und alle sehr offen für neue Ideen, die unseren Unterricht bereichern“, sagt Schulleiterin Kerstin Ines Müller. Die Lehrerinnen und Lehrer mit großen interaktiven Tafeln bauen Videomaterial in ihre Unterrichtsvorbereitungen ein und versenden Elternbriefe über die vom Sächsischen Ministerium für Kultus zur Verfügung gestellte Plattform LernSax. Der digitale Fortschritt ist hier definitiv eingezogen – aber das allein reicht der Schulleiterin nicht.

Verantwortung für sich und die eigene Gesundheit

„Wir sind eine Schule mit dem Schwerpunkt Medien- und Informatikbildung. Natürlich wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler mit der Nutzung verschiedener technischer Endgeräte vertraut machen. Wir wollen sie auf die Arbeitswelt vorbereiten, die ohne technisches Wissen heutzutage kaum noch denkbar ist. Wir wollen ihnen helfen, sich sicher im Internet zu bewegen, Information gezielt zu suchen und einschätzen zu lernen. Uns ist besonders wichtig, unsere Schülerinnen und Schüler von Anfang an auf einen kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit Daten, Geräten und dem Internet vorzubereiten“, sagt sie.

Foto: © Benjamin Jenak

Diese Verantwortung beginnt schon in ganz alltäglichen Situationen, zum Beispiel bei der Nutzung von Smartphones. „An unserer Schule legt der Fachlehrer gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Regeln zum Umgang mit Handys in seinem Unterricht fest“, erklärt Müller. Ein Handyverbot gibt es an der Schule also nicht, jedoch herrscht beim Essen und in der Hofpause prinzipiell handyfreie Zeit. „Wir wollen unseren Schülern mitgeben, dass sie sich selbst gegenüber in der Verantwortung stehen, aktiv und gesund zu bleiben. Dazu gehört eben auch, dass ich mein Smartphone mal zur Seite lege und mir bewusst einen Ausgleich schaffe“, so Müller weiter. Die Schule selbst bietet ihren Schülerinnen und Schülern zusätzliche Sport- und Bewegungsmöglichkeiten an. In Workshops bekommen die Gymnasiasten außerdem nützliche Informationen und Denkanstöße für eine aktive, gesunde Lebensweise vermittelt.

Technikfasten

Außerdem führen die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Dresden-Pieschen regelmäßig das sogenannte „Technikfasten“ durch: Die Schülerinnen und Schüler protokollieren eine Woche lang, welche technischen Geräte sie nutzten – und zu welchem Zweck. Eine spannende Methode, Kinder und Jugendliche für ihr eigenes Nutzungsverhalten zu sensibilisieren. Und eine gute Gelegenheit für Lehrende und Lernende, sich auf die Alternativen – Buch, Hefter, Nachschlagewerk – zurückzubesinnen. Denn auch an einem so fortschrittlichen Gymnasium sollen die modernen Medien die traditionellen keinesfalls ersetzen. „Ein Buch hat doch eine ganz andere Wertigkeit“, so Müller. Sie und das Kollegium wiegen ständig ab, ob der Einsatz eines technischen Gerätes für den Lernerfolg unterstützend ist.

Aktualität im Unterricht

Vorteile der neuen Medien sieht sie vor allem darin, dass diese höchst aktuelle Informationen bieten und dabei kostengünstiger sind als ein Lehrbuch. Der Unterricht kann dank des Internets auf den Tagesnachrichten aufgebaut werden und ist so viel näher an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler angelehnt. „Außerdem“, betont Müller, „sparen wir dank der fortschreitenden Digitalisierung an unserer Schule viel Papier ein. Das finde ich aus ökologischer Sicht einen riesigen Vorteil.“

Für die Zukunft wünscht sich Kerstin Ines Müller Verbesserungen im Beitbandausbau, die Möglichkeit für getrenntes WLAN für Schüler- und Lehrerschaft am neuen Standort in der Gehestraße, offene PC-Arbeitsplätze im Schulhaus sowie Tabletkoffer für den mobilen Einsatz im Fachunterricht. „Und vielleicht gibt es für uns Schulen ja irgendwann einen kompetenten externen Support. Wir Lehrerinnen und Lehrer können die Administration und Pflege allein nicht leisten.“

Anmerkung: Der Beitrag wurde am 12. August 2019 aktualisiert. In einer früheren Version war fälschlicherweise davon die Rede, dass Achtklässler Tablets nutzen. Die 8. Klassenstufe wird es aber erst im kommenden Schuljahr 2019/2020 geben. Wir danken dem Hinweisgeber.

 

Wie die Digitalisierung ins Klassenzimmer kommt, erzählen auch folgende Beiträge*:

* Aktualisiert am 10. Juli 2019.

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

1 Kommentar

  1. Privat 1 Monat vor

    Ich zitiere mal
    “ Im IT-Profil in der achten Klasse ist die Arbeit mit den vom Förderverein der Schule bereitgestellten Tablets schon Normalität. Wie selbstverständlich wischen die Jugendlichen über den Bildschirm, beantworten die Fragen der Lern-App, nutzen das Tablet als Taschenrechner-Ersatz oder zum Nachschlagen des französischen Fremdwortes. Ab dem Schuljahr 2023/24 dürfen die Zwölftklässler erstmalig das Leistungskursfach Informatik wählen“

    Es gibt an dieser Schule erst ab Schuljahr 20/21 8 Klässler, somit stimmt der erste Absatz schon mal nicht. Geschweige denn, das es 23/24 12 Klässler gibt.
    Die Schule besteht ab 19/20 von 5 bis 7 Klässlern erst.

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