„Clara Zetkin“ Oberschule Freiberg: Ein Tablet für ein ganzes Schuljahr

Wetterkunde+, Kahoot und GeoGebra – das alles sind keine Fremdworte für die Lehrinnen und Lehrer an der Freiberger Oberschule „Clara Zetkin“. Sie nutzen Apps, Online-Plattformen und Tablets regelmäßig. Damit wird der Unterricht abwechslungsreicher. Doch nicht genug: In Freiberg gibt es eine ganze Klasse, die mit Tablets lernt.

Text: Ulrike Polster

Foto: © Benjamin Jenak

„Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass Schüler kritisch mit Medien umgehen können und Kenntnisse darüber haben, wie diese wirken“, meint Anne-Kathrin Kreis, Schulleiterin der „Clara Zetkin“-Schule. Viele Kinder seien schon in einem jungen Alter im Netz unterwegs, wüssten jedoch nicht um der Risiken, die das mit sich bringen kann. „Darum bin ich der Meinung, Medienbildung sollte eigentlich schon in der Grundschule beginnen“, so Kreis. Die Oberschule baut dann auf diesem Wissen auf und erweitert es um wichtige Kernkompetenzen im Umgang mit digitalen Medien. „Im Elternhaus oder in der Freizeit dienen digitale Medien eher der Unterhaltung – da werden YouTube-Videos geschaut, Computerspiele gezockt oder Verabredungen in der WhatsApp-Gruppe getätigt“, weiß Kreis. „Doch das reicht nicht.“ Gerade im Berufsleben spielen informatische Fertigkeiten in fast allen Bereichen eine Rolle. Um da bestehen zu können, müssen die Schülerinnen und Schüler vorbereitet werden.

Achtklässler lernen mit Tablets

Seit November 2017 arbeitet die Oberschule darum im Netzwerk „ganztägig bilden – Bildung.digital“ der Deutschen Kinder- und Jugenstiftung mit. Dort ist auch die Idee entstanden, eine Tablet-Klasse an der Schule einzurichten: Was für viele Schülerinnen und Schüler wie ein Traum klingt, ist in Freiberg Schulalltag. Mit dem Start ins Schuljahr 2018/19 bekamen die Achtklässler Tablets zur Verfügung gestellt. Diese sollten sie ein Schuljahr lang in der Schule, aber auch zuhause umfassend nutzen. In einer Einführungswoche erklärte Klassenlehrer David Kirsch den Umgang mit den Geräten, führte Schulungen für die Jugendlichen durch und legte gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Verhaltens- und Nutzungsregeln fest. Auch die restliche Lehrerschaft zeigte sich offen. So fanden sich genug Interessierte, die sich der Herausforderung stellten und ihren Unterricht in dieser Klasse allesamt mit dem Tablet gestalten. Die Lernenden nutzen im Unterricht noch ihre Hefter, denn auf traditionelle Dinge wird hier ebenso Wert gelegt, aber manche Pädagogen verzichteten vollständig auf Schulbücher.

Damit das klappt, sind eine gute Planung sowie das Recherchieren nach Apps, die im Unterricht genutzt werden können, wichtig. Außerdem bekommen die Pädagogen Gelegenheit, sich regelmäßig fortzubilden und auf Fachkonferenzen mit anderen auszutauschen. „Ich erfasse jährlich den Fortbildungsbedarf und -wünsche der Kolleginnen und Kollegen hier bei uns“, erzählt Schulleiterin Kathrin Kreis. „Im letzten Jahr spielten dabei die Wünsche für Fortbildungen im digitalen Bereich eine große Rolle. Oft kommen Fortbildner zu uns an die Schule. Aber auch die Kollegen, die schon in der iPad-Klasse unterrichten, sind als Fortbildner für andere Lehrkräfte tätig.“

Vor- und Nachbereitungen sind leichter

Foto: © Benjamin Jenak

Am Ende des Schuljahres will die Oberschule ihre Erfahrungen evaluieren und an andere Schulen weitergeben. Bisher zeigen sich sowohl Lehrende als auch Lernende zufrieden. Die Lernmotivation in der beteiligten Klasse ist gestiegen; Alltagsthemen können leichter in den Unterricht integriert und Lernorte verlagert werden. Das bietet ganz neue Möglichkeiten für alle. Auch die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts ist sowohl für Schüler als auch Lehrer dank der modernen Technik leichter. Grenzen setzt die derzeitige Infrastruktur der Schule – „Da hat der Freistaat noch was zu tun“, sagt Kreis mit einem Augenzwinkern. Sonst sieht die Schule jedoch keinen Nachteil in ihrem Tablet-Projekt – „Wir sind durchaus angetan und wollen das Projekt gern fortführen“, so die klare Meinung.

 

Wie die Digitalisierung ins Klassenzimmer kommt, erzählen auch folgende Beiträge*:

* Aktualisiert am 10. Juli 2019.

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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