Schüler werden zu Lebensrettern ausgebildet

Schüler werden zu Lebensrettern ausgebildet

In Sachsen wird „Erste Hilfe“ jetzt an einigen Schulen im Unterricht vermittelt. Das Sächsische Kultusministerium, das Universitätsklinikum Dresden und die Sächsische Landesärztekammer  haben dafür heute das gemeinsame Projekt „Schüler retten Leben“ gestartet. Die Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Universitätsklinikum Carl-Gustav-Carus hat die Konzepte für die Lehrerfortbildung und die darauf aufbauenden Schülerkurse entwickelt. Das Kultusministerium stattet die Schulen mit 420 Reanimationsphantome aus und die Landesärztekammer übernimmt das Anmeldeverfahren für die Lehrerfortbildungen. 94 Schulen in Sachsen haben sich bereits angemeldet. Für 56 Schulen beginnen die Fortbildungen jetzt im Januar.

Wiederbelebung in Sport und Biologie

Practicing defibrillator CPR procedure on a dummy

Die Schulungen finden in Dresden, Leipzig und Chemnitz statt. Ärzte der teilnehmenden Anästhesiekliniken aus Dresden, Leipzig und Chemnitz sowie qualifizierte Erste-Hilfe-Ausbilder leiten die Fortbildungen ehrenamtlich. Die Lehrerinnen und Lehrer lernen dabei, wie sie die einfachsten Wiederbelebungsmaßnahmen (Prüfen-Rufen-Drücken)  im Unterricht einbetten können. Neben theoretischen Grundlagen der Wiederbelebung wird auch der Umgang mit den in der Schule eingesetzten Reanimationsphantome vermittelt. Die Fortbildungen folgen dabei dem „Train the Trainer Prinzip“. Das bedeutet, die Lehrer können nicht nur die Schüler unterrichten, sondern auch ihre Kollegen in Wiederbelebung unterweisen. Die Schulen haben sich freiwillig für die Fortbildungen zur Ersten Hilfe angemeldet. Sie wollen das Thema eigenverantwortlich an ihren Schulen vermitteln. Zwei Unterrichtsstunden pro Jahr können sie ab Klassenstufe 7 dafür anbieten.

Group Of Students Learning Cpr On Dummy In Class

Es  werden vor allem Biologie- und Sportlehrer sowie schulische Ersthelfer ausgebildet. In Sport und Biologie finden sich Anknüpfungsmöglichkeiten und Schnittstellen zur Ersten Hilfe in den Lehrplänen. Dabei geht es neben den konkreten Wiederbelebungsmaßnahmen auch darum, Werte und Lebenskompetenzen zu vermitteln. Schüler sollen für das Helfen in Notsituationen sensibilisiert werden und Verantwortung für andere übernehmen können.

Der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz hatte im Jahr 2014 beschlossen, dass in Deutschland die Bundesländer das Thema „Wiederbelebung“ in den Unterricht aufnehmen sollten. In vielen anderen europäischen Ländern ist die Erste Hilfe bereits Bestandteil des Schulunterrichts. Mit großem Effekt: Dort beginnen nichtprofessionelle Helfer in 65% bis 75% der Fälle schon mit lebensrettenden Maßnahmen, bevor der Rettungsdienst eintrifft. Und besonders die ersten Minuten sind entscheidend für das Überleben der Betroffenen.

 

Manja Kelch, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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