Informatikmeister seit 1998 – und kein Ende in Sicht: Das „Informatikgymnasium“ am BSZ Vogtland in Rodewisch

Informatikmeister seit 1998 – und kein Ende in Sicht: Das „Informatikgymnasium“ am BSZ Vogtland in Rodewisch

Programmierung, Web-Technologien, Informationssicherheit: Seit mehr als 20 Jahren spielt Informatik am Beruflichen Schulzentrum Vogtland, Standort Rodewisch, eine zentrale Rolle in der Ausbildung. Eine Zukunftsgeschichte. Wir haben den Erfolgscode des „Informatikgymnasiums“ jetzt entschlüsselt.

Eine moderne Arbeitswelt ist ohne Digitalisierung nicht mehr denkbar, informatische Kenntnisse werden deshalb immer wichtiger. Das hat das BSZ Vogtland in Rodewisch schon frühzeitig erkannt und bietet eine fundierte und praxisnahe Ausbildung im Bereich Informatik.

Das „Informatikgymnasium“

Bereits seit 1999 bietet des BSZ den Leistungskurs „Informatiksysteme“ am Beruflichen Gymnasium für Informations- und Kommunikationstechnologie an, die Fachrichtung seit 1998. Inzwischen gibt es sachsenweit 11 Standorte – neun öffentliche und zwei Schulen in freier Trägerschaft, mit rund 160 Absolventen pro Jahr. „Keine andere Schulart in Sachsen ermöglicht in diesem Umfang die Ausbildung in Informatik“, erzählt Fachlehrerin Berit Holl stolz.

In dem berufsbezogenen Leistungsfach „Informatiksysteme“ wird in sechs Wochenstunden das Fundament einer vertieften allgemeinen und berufsbezogenen Informatikausbildung gelegt. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich dabei vertieft zum Beispiel mit den Grundlagen der objektorientierten Programmierung, mit der Entwicklung und Nutzung von relationalen Datenbanken, mit Rechnerarchitektur, Computernetzen sowie mit Software Engineering. Außerdem belegen die Mädchen und Jungen in Klasse 11 das Fach Informatik mit zwei Stunden pro Woche. Hier lernen sie – aufbauend auf Kenntnissen aus der Oberschule – Strategien, Methoden und Werkzeuge des modernen persönlichen Informationsmanagements als Studien- bzw. Berufsqualifizierung kennen. Darüber hinaus gibt es den Grundkurs „Webtechnologie“ mit zusätzlich zwei Wochenstunden. Schwerpunkte sind Webpräsentationen mit client- und serverbasierten Webanwendungen, Datenschutz und Datensicherheit im Web und Kryptologie.

Auch die frühzeitige Zusammenarbeit mit IT-Firmen spielt eine wichtige Rolle. In Klasse 11 lernen die Gymnasiasten in einem 2-wöchigen Praktikum zum Beispiel Geschäftsabläufe in IT-Unternehmen kennen und reflektieren sie anschließend im Unterricht.

„Unsere Absolventen bestätigen uns regelmäßig, dass sie ein breites Fachwissen aus der Ausbildung in Rodewisch mitnehmen konnten – ganz egal, ob sie ein BA-Studium, ein FH-Studium oder ein universitäres Studium begonnen haben“, berichtet Berit Holl. Das Abitur am BSZ ist allgemeinbildend. Somit steht den Absolventinnen und Absolventen jede Studienrichtung offen. Besonders gute Voraussetzungen werden für informatische Studienrichtungen geschaffen.

Projekte, Wettbewerbe, Preisträger

„Wir sind auch immer wieder bemüht, unsere Schülerinnen und Schüler mit aktuellen Fragestellungen und Fachexperten in Berührung zu bringen – und sie so bestmöglich auf ein Studium und das Berufsleben vorzubereiten“, erklärt Fachlehrerin Berit Holl. „Deshalb nehmen wir regelmäßig an Ausstellungen wie auf der ‚IT-Lounge des Vogtlandkreises‘ und Wettbewerben wie der ‚Langen Nacht des Coding‘ teil oder entwickeln eigene Projekte wie das ‚Seminar der Generationen‘.“  So können die Schülerinnen und Schüler des BSZ sind nicht nur kreativ sein, sondern sie geben ihr Wissen auch an andere weiter.

Seminar der Generationen

Im September 2018 startete das „Seminar der Generationen“. Entwickelt von Eric Schlünz, Max Reichmann, Robert Eidam – drei Schülern der 12. Klasse am BSZ – beraten hier Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Informatiksysteme und des Grundkurses Webtechnologie Senioren zu Themen der modernen Kommunikationstechnik wie WhatsApp, WLAN oder der Funktionsweise von Smartphones. Inzwischen fand die Veranstaltung aufgrund der großen Nachfrage bereits zum dritten Mal statt. Das nächste Seminar ist für Januar 2020 geplant.

Lange Nacht des Coding

Auch am Hackathon „Lange Nacht des Coding“ an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) beteiligen sich die Schülerinnen und Schüler des „Informatikgymnasiums“ regelmäßig. Bei dem 24-stündigen Programmiermarathon sind neue Ideen, kreative Lösungen und zukunftsweisende Anwendungen im Businessbereich gefragt. Bereits zum zweiten Mal haben Schüler des Beruflichen Gymnasiums der Fachrichtung Informations- und Kommunikationstechnologie in diesem Jahr den ersten Platz geholt.

Angetreten sind 2019 drei Teams. Zusammen mit ihren Fachlehrern Berit Holl und Jörg Eberhard ging es für die 17- bis 19-Jährigen unter dem Motto „Fit mit dem micro:bit*“ nach Zwickau. Die micro:bits verwandelten sie in Fitness-Helfer, die automatisch Kniebeugen und Liegestütze zählen, ein Work-out mit Musik vorgeben und Bewegungen aufzeichnen. Mit entsprechenden Zusatzbausteinen ist eine Pulsüberwachung und -anzeige möglich. Mit dieser Idee haben Sebastian Lein, Tobias Rauch, Max Reichmann und Erik Schlünz die Jury aus Professoren der WHZ und Vertretern der beteiligten IT-Unternehmen überzeugt und den 1. Preis in der Kategorie „Fun Fact“ – und damit den Codix – den Oscar des 24h-Programmier-Marathons – gewonnen.

Im nächsten Jahr wollen sie erneut antreten. Ideen gibt es schon.

Weitere Informationen zum „Informatikgymnasium“ gibt es hier.

 

*Ein micro:bit ist ein Einplatinencomputer, der mit verschiedenen webbasierten Entwicklungsumgebungen, wie zum Beispiel Python, JavaScript und PHP programmiert werden kann und dabei einfach in der Hand, der Hosentasche oder als Armband getragen werden kann.

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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