Medienpädagogischer Preis 2019: Neuer Sonderpreis „App in die Zukunft“ verliehen

Medienpädagogischer Preis 2019: Neuer Sonderpreis „App in die Zukunft“ verliehen

Sie wollen Nachhilfe revolutionieren, aktuelle Schulinformationen schnell und einfach bereitstellen und eine Stadt-App für junge Menschen optimieren – dafür wurden drei Schüler und eine Schülerfirma aus Sachsen erstmals mit dem Sonderpreis „App in die Zukunft“ der Sächsischen Staatsregierung beim Medienpädagogischen Preis 2019 ausgezeichnet.

Foto: Robert Michael

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10 Preise, 5 Kategorien, 17.500 Euro – „DIGITAL – für ALLE!“: Im Fokus des Medienpädagogischen Preises 2019 steht das Thema Digitalisierung. Erstmals gibt es in diesem Jahr den von der Sächsischen Staatsregierung ausgelobten Sonderpreis „App in die Zukunft“. Prämiert werden Apps und App-Ideen von jungen Sachsen zwischen 13 und 23 Jahren, die einen besonderen gesellschaftlichen Nutzen stiften und das tägliche Zusammenleben kommunikativer und smarter gestalten.

Sonderpreis „App in die Zukunft“: Das sind die Gewinner

„TUOVU“ – eine innovative App zur Vermittlung von Nachhilfe

Platz 1: Für die Entwicklung der App „TUOVU“ wurden Konstantin Krauthäuser (17 Jahre*) und Robert Schröder (16 Jahre*) mit dem Sonderpreis ausgezeichnet, der mit 2000 Euro dotiert ist. Die beiden Dresdner Jugendlichen wollen mit ihrer Anwendungssoftware Nachhilfe revolutionieren und für junge Menschen attraktiver und übersichtlicher machen.

Foto: Robert Michael

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Nachhilfe nehmen junge Menschen oft erst dann in Anspruch, wenn es richtig „brennt“ und die Noten kippen. Dieses Problem wollen die Dresdner mit ihrer App lösen – kostengünstig, flexibel, sicher und mit Spaß am Lernen. Nachhilfe soll zeitgemäßer, individueller und damit für jeden einfach zugänglich werden. Mit Hilfe der App „TUOVU“ finden Schülerinnen und Schüler schnell und einfach einen passenden Nachhilfelehrer, können direkt Kontakt aufnehmen, mit ihm kommunizieren sowie über die App bezahlen. Dafür wird ein Protokoll erstellt. Die Schülerinnen und Schüler werden so mit anderen Lernenden oder Studierenden vernetzt, die als Anbieter und Nachfrager agieren können. Eine Stunde kostet nicht mehr als zehn Euro. Und: Auch die Eltern können mit der App gleich überprüfen lassen, ob die Stunde erfolgreich war.

Die App gliedert sich in drei Bereiche: für Schüler zum Suchen und Buchen, für Eltern zum Freigeben und Überprüfen und für Tutoren zum Einstellen ihrer Angebote. Der Launch für Endanwender im App-Store wird zeitnah erwartet.

Aus der Begründung der Jury:

TUOVU ist also eine App, die Menschen mit digitalen Hilfsmitteln im echten Leben zusammenbringt, um sich gegenseitig zu helfen und sieht sich als moderner Brückenbauer zwischen Nachhilfelehrern und Schülern, die es heutzutage gewohnt sind, mit Apps und Vergleichsportalen ihren Alltag zu organisieren. Damit ist sie ein echter Problemlöser und widmet sich dem gesellschaftlich wichtigen Thema Wissensvermittlungfür eine junge Generation.“

„Das HGR“ – die App für Schüler des Humboldt-Gymnasiums in Radeberg

Foto: Robert Michael

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Platz 2: Ebenfalls für die Entwicklung einer App wurde Florian Stahr (19 Jahre*) mit dem Sonderpreis und 2.000 Euro geehrt. Mit „Das HGR“ hat der Schüler eine Anwendungssoftware für sein Gymnasium entwickelt, in der aktuelle Informationen rund um das Schulleben, den Vertretungsplan, aber auch Klausur- und Nachschreibetermine jederzeit schnell und einfach für alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte abrufbar sind.

Die App ist speziell für das Humboldt-Gymnasium entwickelt worden und ausschließlich für diese Schule zugänglich. Sie erfüllt alle Sicherheitsstandards. Sie kann personalisiert werden und enthält einen Lehrermodus. Dadurch sind Informationen gezielt filterbar. Die Anwendung überzeugt durch ihr schlankes Design, die übersichtliche Menü-Struktur und ihren auf das Wesentliche reduzierten Funktionsumfang. Sie soll ab 2020 als Prototyp für weitere Schulen in Sachsen zur Verfügung stehen.

Aus der Begründung der Jury:

„Besonders überzeugt hat die Jury das Engagement dieses einzelnen Schülers, der mit seiner Idee zuerst den stellvertretenden Schulleiter überzeugen musste und dann die gesamte Schule begeistert hat, die App zu verwenden und auch das Hosting im App-Store gemeinsam zu finanzieren.“

Jugendrubrik in der Stadt-App „Weisswass(er)leben“

Foto: Robert Michael

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Platz 3: Für ihre App-Idee ist die Schülerfirma aus Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen der Mittelschule Schleife und der Bruno-Bürgel-Oberschule Weißwasser ausgezeichnet worden. In Kooperation mit Station für Technik, Naturwissenschaften, Kunst – Weißwasser e.V. entwickelten die Jungen und Mädchen mit Projektleiter Bernd Frommelt eine Jugendrubrik für die Stadt-App „Weisswass(er)leben“. Sie erhalten ein professionelles Coaching zur Weiterentwicklung der App-Idee.

Die App-Idee der Schülerinnen und Schüler aus Schleife und Weißwasser ergibt sich aus einem wahrgenommenen Problem: Die vorhandene Stadt-App „Weisswass(er)leben“ beinhaltet keine Informationen, die für junge Menschen der Region interessant sein könnten. Wo gibt es Events und Partys oder Gemeinschaftsräume zum Feiern? Welche Sportangebote gibt es? Wo finde ich einen Ausbildungsplatz, einen Schüler-Job bzw. ein Praktikum in Weißwasser?

Aus der Begründung der Jury:

„Diese Themen möchten die Neuntklässler langfristig in die App integrieren, damit sich junge Menschen dort wiederfinden und informieren können. Gestartet wurde dazu bereits eine Ideenfindung über Instagram. Für die Umsetzung wurde ein Projektplan erstellt und eine Schülerfirma gegründet, die die Idee in ein fertiges Produkt bringen möchte.“

Foto: Robert Michael

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Neben diesen drei Preisträgern wurden weitere sieben Medienprojekte von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie zum Sonderthema „Digital – für ALLE!“ ausgezeichnet. Darunter waren auch zwei inklusive Projekte, die sich für die mediale Teilhabe von Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung engagieren.

Alle Gewinner in den verschiedenen Kategorien gibt es hier.

Hintergrund

Der Medienpädagogische Preis wird jährlich von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) ausgeschrieben und seit 2006 gemeinsam mit dem Sächsischen Kultusministerium vergeben. Ausgezeichnet werden Medienprojekte, die den pädagogischen Prozess in den Vordergrund stellen. Zum Sonderthema „DIGITAL – für ALLE!“ wurden in diesem Jahr Medienprojekte ausgezeichnet, die Chancengleichheit anstreben und möglichst allen Menschen in Sachsen die Möglichkeit eröffnen, an der digitalen Medienentwicklung teilzuhaben.

*Altersangabe zum Zeitpunkt der Bewerbung

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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