Kultusministerium bestätigt Pläne, die Stundentafeln zu überarbeiten: Ziel ist es, die Unterrichtsbelastung zu senken

Kultusministerium bestätigt Pläne, die Stundentafeln zu überarbeiten: Ziel ist es, die Unterrichtsbelastung zu senken

Bereits die ehemalige Kultusministerin Brunhild Kurth hatte im April 2016 angekündigt, mit dem neuen Schulgesetz auch die Lehrpläne aller Schularten zu überprüfen. Gründe für die Überarbeitung sind einerseits ein gesetzlich neu formulierter Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schulen sowie eine schulgesetzlich beabsichtige Stärkung der Medienbildung und politischen Bildung.

Dabei soll gleichzeitig die deutschlandweit vergleichsweise sehr hohe Unterrichtsbelastung sächsischer Schülerinnen und Schüler nicht gesteigert, sondern gesenkt werden. Dies hat eine Überarbeitung der Stundentafeln zur Folge. Daneben soll allen Schülerinnen und Schülern zeitlich die Möglichkeit gegeben werden, die schulischen Ganztagsangebote zu besuchen. Diese sollen ab dem 1. August 2018 in allen allgemeinbildendenden Schulen eingerichtet werden.

Eine Veränderung der Stundentafeln darf aber nicht zu Lasten der Berufs- und Studierfähigkeit sächsischer Schüler gehen. Deshalb gilt es, die Qualität und Quantität des Kernfachbereiches als eine wichtige Grundlage zu erhalten, anderseits aber auch Synergien mit den schulischen Ganztagsangeboten in den Blick zu nehmen.

Eine Entscheidung zu Kürzungen der Stundentafeln ist noch nicht getroffen.

Einige Entlastungen konnten bereits umgesetzt werden und sind in unserem Blog nachzulesen:

Geplante Stundentafelkürzungen wurden daneben bereits seit Monaten thematisiert:

Bianca Schulz, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

15 Kommentare

  1. Steve vor 7 Monaten

    Schön und gut die Schüler entlasten zu wollen, allerdings setzt ihr hier falsch an.
    Musik, Sport, Kunst sind unfassbar wichtige Fächer zur künstlerischen Entfaltung,Motivation und nebenbei sind es die einzigen Fächer, welche Sozialkompetenzen und Kreativität ordentlich fördern.
    Hier wird nur versucht, dem Lehrermangel entgegen zu wirken, indem man wahllos Stunden rauskürzt und das ist definitiv der falsche Weg.

    • Autor
      Bianca Schulz - SMK vor 7 Monaten

      Sehr geehrter „Steve“,
      vielen dank für Ihren Kommentar.
      Alle Fächer haben ihre Berechtigung und sind in unterschiedlichster Weise für die Schülerinnen und Schüler wertvoll. Deswegen wird auch nicht „wahllos rausgekürzt“, sondern alle Lehrpläne und Stundentafeln überprüft und überarbeitet. Dies ist auch nötig, wenn die Schule weitere wichtige Themen stärken und aufnehmen will, wie etwa Medienbildung, digitale und politische Bildung.

      Wie bereits an unterschiedlichen Stellen verdeutlicht, ist die Prüfung nicht abgeschlossen und nichts entschieden.

      Beste Grüße
      Bianca Schulz

  2. Katrin vor 7 Monaten

    Unterricht kann nicht nur verkopft sein. Schule bedeutet doch nicht nur Wissenszuwachs, sondern auch Interessen ausbilden und Begabungen fördern. Wenn ein Kind aber nicht mit klassischer Musik o.ä. in Berührung kommt, kann es dazu auch keine Meinung entwickeln.
    Gerade lernschwache Kinder benötigen Fächer wie Kunst, Musik oder Sport, weil sie hier auch Erfolge haben

  3. Steffen Maier vor 7 Monaten

    Ich möchte das Kind erleben, dass sich durch Musik, Kunst oder Sport überlastet fühlt. Gerade dies sind die Stunden, denen Kinder mit Freude entgegen schauen.

    Wie defensiv dieser Artikel hier vor allem geschrieben ist – ab dem ersten Satz verweist man darauf, dass diese Pläne nicht neu seien: „Bereits die ehemalige Kultusministerin Brunhild Kurth hatte im April 2016 angekündigt, mit dem neuen Schulgesetz auch die Lehrpläne aller Schularten zu überprüfen.“ Allerdings ist genau dies NICHT erfolgt. Wo bitteschön wurden denn die Lehrpläne durchforstet um zu schauen, ob tatsächlich aller Inhalt in Mathematik, Deutsch oder anderen Fächern überlebenswichtig ist für unsere Kinder?

    Wenn es wenigstens ehrlich geschrieben wäre, dass man einfach nicht mehr weiß, wo man die Lehrer, die man über viele Wahlperioden hinweg verschreckt hat, hernehmen soll, statt scheinheilig das Wohl der Kinder anzuführen für die Unterrichtskürzungen in Fächern der Persönlichkeitsentwicklung.

    Ein Armutszeugnis.

    • Autor
      Bianca Schulz - SMK vor 7 Monaten

      Hallo Herr Maier,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Zumindest einen Aspekt möchte ich allerdings richtigstellen: Bis zum Schuljahr 2019/20 sollen die Lehrpläne geprüft und grundhaft überarbeitet werden – das bedeutet, eine Prüfung ist nicht abgeschlossen. Daher ist auch nichts entschieden.

      Beste Grüße
      Bianca Schulz

    • Luisa vor 7 Monaten

      Sehr geehrter Kollege Maier,
      Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Danke für diesen Beitrag. Viele Kollegen erheben ihre Stimme gegen diese Maßnahmen. Werden wir auch im Ministerium gehört und enst genommen? Wenn die Staatsregierung Interesse an unseren Kindern hat, dann dürfen sie diese Vorhaben nicht durchsetzen!!!

  4. Eva Zimmer vor 7 Monaten

    Kunstunterricht ist in unserer Welt nicht überlebenswichtig – wie das Erlernen von Lesen, Schreiben, Rechnen. Es ist aber unter vielen anderen Bedürfnissen ein Grundbedürfnis der Menschen sich bildnerisch zu äußern. Es gibt keine menschliche Kultur, die sich nicht in Form von Bildern äußerte, von den Höhlenmalereien bis zum Erfinden virtueller Bildwelten im Netz (oder im Kopf). Es gibt auch keine menschliche Kultur ohne Musik und Sport – ohne Schriftsprache hingegen eine ganze Menge.
    Bilder zu erzeugen, sie zu lesen, sich darüber mit sich und anderen auszutauschen und dies in gebildeter Weise zu tun ist Sinn von Kunstunterricht.
    Ein Unterricht, der jedem Schüler als selbstverständliches Recht zusteht. ——— Außer In Sachsen ?

  5. Bettina von Finck vor 7 Monaten

    Eine Unternehmensberatung ist da noch die einzige Rettung alles andere bedeutet das Reiten von toten Pferden

  6. Luisa vor 7 Monaten

    Stundenkürzungen für Schüler …Stundenerhöhung für Grundschullehrer, deren Wochenstunden gerade erst um eine Stunde verringert wurde, Zulagen für Absolventen, die in Landschulen gehen wollen… was ist mit den Lehrerinnen und Lehrern, die schon auf dem Land arbeiten? Das ist nicht zukunftsfähig, weder für Kinder noch für Lehrer. …und dann noch diese Hausaufgabe zu spät abgeben… Für Schüler hätte das Konsequenzen.

  7. Kathrin vor 7 Monaten

    Als langjährige Lehrerin fühle ich mich von solchen Plänen schlichtweg veräppelt. Die geplanten Maßnahmen sind Lichtjahre von ECHTEN LÖSUNGEN entfernt! Ich bin fassungslos, wie stümperhaft (leider fast durchgängig) Bildungs- und Lehrerpersonalpolitik in Sachsen betrieben wird. Spätestens zum Zeitpunkt des Rücktritts von Prof. Dr. Wöller als Kultusminister hätte es ein Umdenken geben müssen. Er hatte erkannt, wohin es führen wird, wenn so wie bisher weiter gemacht wird. Und wie viele Jahre hat man seit dem tatenlos verstreichen lassen? Damals hatten Lehramtsstudenten oft keine Chance, in Sachsen nach ihrem Studium eingestellt zu werden. Komisch, dass „wir“ in den Lehrerzimmern wussten, dass diese als Kolleginnen/Kollegen bald dringend gebraucht werden, die dafür Verantwortlichen aber wussten das wohl nicht? (Dabei handelt es sich ja um einfachste Mathematik!!!)
    Die leidtragenden sind in erster Linie die sächsischen Kinder. So viel „Murks“ wie jetzt im Schulalltag hab ich noch nie erlebt.

  8. Vater vor 7 Monaten

    Bitte schreiben Sie noch, das die Senkung des Stundenvolumens für sächsische Schüler wissenschaftlich untermauert und derseits dringend empfohlen wurde. Zudem hat die geplante Stundensemkung nichts mit Kosten oder gar dem Lehrermangel zu tun. Traun Sie sich, dies zu veröffentlichen?

  9. Johannes vor 7 Monaten

    So gewinnt die CDU nicht an Glaubwürdigkeit und spielt der AFD in die Karten. Schreiben Sie doch ehrlich, dass Sie nicht wissen wie der Unterricht abgedeckt werden soll und durch eine Kürzung der Stundentafel Lehrer eingespart werden. Wenigstens das kann erwartet werden.

  10. Herrmann vor 7 Monaten

    Welche Fächer werden denn es in Zukunft sein,die gekürzt werden…Physik,Chemie?Musik,Sport und Kunst,zweite Fremdsprache sind doch keine nebensätzlichen Fächer!Ich bin fassungslos und befürchte den weiteren Niedergang des Bildungssystems.Qualität spielt schon lange keine Rolle mehr.So gestaltet man Bildung in Sachsen???

  11. Stefan Eichhorn vor 7 Monaten

    Ehrlicherweise lässt mich diese Idee kopfschüttelnd zurück.
    Die Absenkung der Unterrichtsbelastung erfolgt in diesem Kontext auf dem Rücken der Schüler_innen, die in Zukunft unseren wunderbaren Freistaat gestalten sollen. Ein weniger an Bildungsmöglichkeiten zieht ein weniger an „Gebildet sein“ nach sich, oder? Und angesichts der jetzt shcon bedenklichen Entwicklung hinsichtlich demokratiegefährdender Initiativen (AfD, Pegida, Der III.Weg,…) wird mir mulmig zumute…
    Ja, ich weiß, es betrifft ja nur Kunst, Musik und die zweite Fremdsprache… Kreativität ist also zukünftig in Sachsen nicht gefragt, auch nicht Musik, die Menschen verbindet oder aber eine Fremdsprache, die zu Willkommenskultur und Völkerverständigung beitragen könnte. Erinnert sei kurz an Artikel 1, Satz 2 und Artikel 11 der sächsische Landesverfassung…
    Nun ja, statt wirkliche Probleme anzugehen und den Lehrer_innenberuf attraktiver zu gestalten (bspw. durch Angleich von Verdienstmöglichkeiten), wählt Sachsen wie so oft den einfachen Weg und belastet die Kinder und Jugendlichen dieses Landes, die hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.

Pingbacks

  1. […] Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus (SMK) […]

Sehr geehrte User, der Beitrag wurde bereits stark diskutiert. Alle wesentlichen Argumente sind genannt. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen die Kommentarfunktion für diesen Beitrag zu schließen.

Die Moderation