Kurth kündigt Qualitätsoffensive für politische Bildung an

Kultusministerin Brunhild Kurth hat Teile der Ergebnisse des heute vorgestellten Sachsen-Monitors 2016 als „erschreckend“ bezeichnet. Die Ministerin kündigte eine Qualitätsoffensive zur politischen Bildung an Schulen an.

Schulbereich muss in der politischen Bildung besser werden

Die Staatsministerin für Kultus des Freistaates Sachsen, Brunhild Kurth (CDU) Foto: Robert Michael

Die Staatsministerin für Kultus des Freistaates Sachsen, Brunhild Kurth (CDU)
Foto: Robert Michael

Nach Ansicht von Kultusministerin Brunhild Kurth fördert der Sachsen-Monitor 2016 alarmierende Ergebnisse von rechtsextremem und menschfeindlichem Gedankengut unter der sächsischen Bevölkerung zutage. Mit diesen Ergebnissen wird sich auch der Schulbereich intensiv auseinandersetzen müssen und gemeinsam mit Eltern und Schülern, aber auch Didaktikern aus dem Hochschulbereich Lösungsansätze beraten und ableiten. Die Ministerin kündigte eine intensive Qualitätsentwicklung  der politischen Bildung und Demokratieerziehung an Schulen an. Zwar werde das grundlegende politische Werteverständnis bereits im Elternhaus geprägt. Auch passiere in der politischen Bildung vieles an Schulen. Aber die Ergebnisse zeigen, dass wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen dürfen, sondern in der politischen Bildung noch besser werden müssen.

Schule darf kein unpolitischer Raum sein

„Die Demokratieerziehung zu stärken, kann aber nur mit einem integrierten Ansatz erfolgsversprechend sein“, so Kultusministerin Kurth. Daher dürften sich die politische Bildung und das Vorleben von demokratischen Werten nicht auf einzelne Unterrichtsfächer beschränken, sondern müssten Aufgabe aller Fächer sein, so die Ministerin weiter. Die Demokratieerziehung und interkulturelle Bildung an Schulen müsse den gleichen Stellenwert genießen wie die Vermittlung anderer Kernkompetenzen in den Unterrichtsfächern. Mindestens ebenso wichtig wie politische Bildung im Unterricht sei die Frage, wie eine demokratische Kultur an Schulen gepflegt und gelebt werde. „Politische Bildung gelingt immer dann am besten, wenn sie erlebbar und ergreifbar wird“, so Kurth. Schule dürfe auch  kein unpolitischer Raum sein. „Ich ermuntere alle Lehrerinnen und Lehrer aktuelle politische Diskussionen in das Unterrichtsgeschehen einfließen zu lassen“, so Kultusministerin Brunhild Kurth.

Keine übersteigerten Erwartungen an Schule

Zugleich warnte die Ministerin vor übersteigerten Erwartungen. „Schule allein macht noch keine bessere Gesellschaft. Demokratieerziehung an Schulen kann nur Früchte tragen, wenn sie mit zivilgesellschaftlichen Maßnahmen im Umfeld von Schule einhergehen“, unterstrich Kultusministerin Brunhild Kurth.

Diese Maßnahmen und Projekte für politische Bildung gibt es bereits:

Mehr politische Bildung an Oberschulen

Übersicht zu Demokratieprojekten und Extremismusprävention

Neuer Erlass zur politischen Bildung

Projekt „Starke Lehrer-starke Schüler“, Pilotprojekt zu Auseinandersetzung mit Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus an berufsbildenden Schulen

Dirk Reelfs, Pressesprecher im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

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