Karibu Tanzania – Willkommen in Tansania

Karibu Tanzania – Willkommen in Tansania

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Heike Hentschel, Schulleiterin der Kurt-Masur-Grundschule Leipzig

Die herzliche Begrüßung beim Antrittsbesuch in Tansania lässt eine langjährige Freundschaft vermuten. Die Partnerschaft zwischen der Leipziger Kurt-Masur-Schule und der tansanischen Karalo-Primary-School ist jedoch erst vier Monate jung.

Besuch bei Jambo Bukoba

Über 6.150 Kilometer Luftlinie trennen die beiden Grundschulen und doch haben sie gemeinsame Ziele: Sie wollen sich kennen lernen und die Lernsituation in der ostafrikanischen Schule verbessern.

Auf dem gemeinsamen Weg wurde nun ein erster Schritt getan. Die Schulleiterin Heike Hentschel, die Lehrerin Katja Wachler, Constanze Meinel als Vertreterin des Fördervereins und Manuela Hübner als Projektkoordinatorin reisten im November nach Tansania, um die Schule und die Lebensbedingungen vor Ort zu besichtigen und die ersten Projekte zu planen.

Vor dem Besuch der Schule standen Treffen mit Vertretern der tansanischen Regierung an, um sie über das Projekt und die Zusammenarbeit zu informieren. Anschließend fuhr die deutsche Delegation weiter zur Karalo-Schule. Nach den ersten Kilometer auf einer komfortablen Asphaltstraße wurde es holpriger. Über eine unbefestigte, lehmrote Buckelpiste erreichte die kleine Reisegruppe die Grundschule.

Kein Strom, keine Wasserstelle

„Das Willkommen war grandios: wenn 400 Kinder auf dich zukommen, singen und dich in die Mitte nehmen, dann löst das Gefühle aus, die kaum in Worte zu fassen sind. Wir waren total überwältigt und zutiefst berührt“, sagt Heike Hentschel. Mit Gesängen, traditionellen Tänzen und Ansprachen wurden die Gäste aus Deutschland vom Schulleiter, den Lehrern, Schülern, Eltern und Dorfbewohnern begrüßt.

Neben den Bedingungen in der Schule erhielten die vier Frauen auch Einblicke in das Dorfleben und den Alltag der Menschen. Karagwe ist ein Distrikt im äußersten Nordwesten Tansanias und überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Das Dorf Karalo liegt weit abgelegen im Hochland Karagwes – die nächste Stadt Bukoba ist etwa zwanzig Kilometer entfernt. In Karalo gibt es weder elektrischen Strom noch eine Wasserstelle.

Klassenstärke von 80 Schülern

Fast 600 Kinder lernen an der Karalo-Schule, die von nur neun Lehrern in acht Klassenzimmern unterrichtet werden. Es gibt drei Wassertanks und acht Latrinen, von denen einige bereits voll sind und derzeit nicht genutzt werden können. Die Kinder lernen in Klassen mit bis zu achtzig Schülern. Vier bis fünf Kinder sitzen auf einer Schulbank. Durch die Überbelegung sind alle Klassenzimmer in einem sehr schlechten Zustand. In einigen Räumen ist der Fußboden durch das Erdbeben von 2016 vollständig zerstört.

Englisch-Unterricht an der Karalo-Schule

„Viel zu wenig Lehrer, zu wenige Klassenräume, kaputte Toiletten – die Zustände sind so schlecht, dass es für uns unvorstellbar ist, dort überhaupt unterrichten zu können. Und doch war erkennbar, dass die tansanischen Lehrerinnen und Lehrer sehr motiviert sind und vieles möglich machen, um die Situation erträglich und besser zu machen. Dieses Engagement zu sehen war sehr bewegend und wir hoffen, dass wir unsere Partner ein bisschen bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen unterstützen können“, so Katja Wachler.

Uji für die bessere Versorgung

Gemeinsam mit dem Förderverein der Kurt-Masur-Grundschule und den Partnern in Tansania wird in den nächsten Wochen beraten, wie der Schule am besten geholfen werden kann. Außerdem sollen die ersten Projekte beschlossen werden.

Unter anderem ist angedacht, ein neues Klassenzimmer für die Karalo-Schule zu bauen. Um die Schüler besser zu versorgen, soll zudem Zucker für den landestypischen Maisbrei „Uji“ zugekauft werden. Bisher erhalten die Kinder während der Schulzeit weder Essen noch Wasser. Die Lehrer und Eltern hatten bereits Pläne, ab Februar Uji anzubieten. Den Mais, das Feuerholz und die Arbeitskraft werden die Eltern organisieren, der Zucker soll über die Partnerschaft finanziert werden.

Elizeus Pastory, Schulleiter der Karalo-Primary-School und Heike Hentschel, Schulleiterin der Kurt-Masur-Grundschule

Inhaltlich stehen die Themen Sport und Spiel im ersten Jahr im Zentrum der Schulpartnerschaft. Da die Karalo-Grundschule sehr erfolgreich das Konzept des Vereins „Jambo Bukoba“ umsetzt, ist das für die tansanischen Kollegen eine Leichtigkeit. Der Jambo Bukoba-Verein engagiert sich für bessere Bildung, Gesundheit und geschlechtliche Gleichberechtigung von Kindern und Jugendlichen in Tansania. Ziel ist es, durch kooperative Sportspiele die Kinder zu stärken. Dazu werden entsprechende Lehrerweiterbildungen angeboten. Der Münchner Verein hat auch die Schulpartnerschaft vermittelt, die seit dem Juli 2017 besteht und steht weiterhin beratend zur Seite.

Der Förderverein der Kurt-Masur-Schule freut sich über Unterstützung für die Projekte an der Karalo-Grundschule. Weitere Informationen sind auf dem Internetauftritt der Kurt-Masur-Schule zu finden.

Bianca Schulz, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

2 Kommentare

  1. Jasper Friedrich vor 10 Monaten

    Tolles Projekt. Wie kann man das unterstützen?

    • Manja Kelch - SMK vor 10 Monaten

      Hallo Herr Friedrich,

      das finde ich auch! Die Schule freut sich sicher sehr, dass Sie Interesse haben. Sie können sich an den Förderverein der Kurt-Masur-Schule wenden. Weitere Informationen und den Kontakt finden Sie auf dem Internetauftritt der Kurt-Masur-Schule unter https://cms.sachsen.schule/3gsl/foerderverein/partnerschule-in-tansania/.

      Viele Grüße
      Manja Kelch

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