Kultusministerin besucht DaZ-Unterricht an Oberschule in Leipzig

Kultusministerin besucht DaZ-Unterricht an Oberschule in Leipzig

Kultusministerin Brunhild Kurth hat sich heute mit den Lehrern der Oberschule Apollonia von Wiedebach in Leipzig über die schulische Integration in der Praxis ausgetauscht. Rund 30 Prozent der Schüler haben an der Schule einen Migrationshintergrund. Herkunftsländer sind unter anderem Syrien, Polen, Russland, Irak, Vietnam, Türkei, Ukraine, Algerien, Rumänien, Griechenland, Kosovo, Kasachstan, Venezuela, Ungarn, Italien, USA, Taiwan, Mexiko, Portugal. Die Schule hat insgesamt 480 Schüler, die in 22 Klassen lernen.

Herkunftssprachlicher Unterricht wichtig für die Schüler

Neben dem Deutsch als Zweitsprache – Unterricht ist für Schüler mit Migrationshintergrund der so genannte „Herkunftssprachliche Unterricht“ von großer Bedeutung:  „Wissenschaftliche Untersuchungen und die Praxis zeigen, die Pflege der Muttersprache trägt dazu bei, dass die Schüler schneller die deutsche Sprache lernen“, erklärte Kurth. Darüber hinaus betonte sie: „Für unsere Schulen ist die Mehrsprachigkeit ein kultureller Reichtum, der zum gegenseitigen Verständnis beiträgt“.

Muttersprache als Begabungspotential

Kinder, die zwei- und mehrsprachig aufwachsen, haben einen Anspruch darauf, dass Schule dieses vorhandene Sprachpotenzial als Begabungspotenzial wahrnimmt und bestmöglich fördert. Deshalb wird herkunftssprachlicher Unterricht in 15 Sprachen angeboten: Russisch, Vietnamesisch, Arabisch, Portugiesisch, Spanisch, Polnisch, Bulgarisch, Griechisch, Türkisch, Armenisch, Persisch/DARI, Japanisch, Chinesisch, Ukrainisch und Ungarisch. Im Einzelfall kann die Herkunftssprache als Fremdsprache anerkannt werden.

Derzeit bieten 99 Schulen in Sachsen Schülern mit Migrationshintergrund Unterricht in ihrer Herkunftssprache an. Der herkunftssprachliche Unterricht wird an allen Schularten und in drei Arten angeboten: als zweite Fremdsprache, als Unterricht am Nachmittag zur Förderung von Zwei- und Mehrsprachigkeit und im Rahmen von Ganztagesangeboten und Arbeitsgemeinschaften.

Manja Kelch, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

2 Kommentare

  1. Veit 1 Jahr vor

    Hallo Kolleginnen und Kollegen, ich arbeite als Deutschlehrer in Leipzig freiberuflich seit einer Weile mit Migranten aus diversen Kulturen. Mehrmals wurde ich nach Möglichkeiten gefragt, in Sachsen zu arbeiten (bezahlt oder wie auch immer) als Arabischlehrer für die Kinder der Geflüchteten, die nun an deutschen Schulen sitzen – ohne ihre Muttersprache dort zu studieren.
    Gibt es dafür schon Förderprogramme und Pläne? Grundsätzlich zu herkunftsprachlichem Unterricht nach Bedarf ab 2016/2017? Wie wird denn dieser finanziert, wo er schon läuft? Wo kann eine Person sich vorstellen und informieren, die ArabischlehrerIn in Syrien oder Ägypten war und nun hier einen Job sucht? Beste Grüße – Veit.

    • Autor
      Manja Kelch - SMK 1 Jahr vor

      Hallo Veit, sorry für die verspätete Antwort! Also in Sachsen gibt es bereits herkunftssprachlichen Unterricht. Kinder, die zwei- und mehrsprachig aufwachsen, haben bei uns einen Anspruch darauf, dass Schule dieses vorhandene Sprachpotenzial als Begabungspotenzial wahrnimmt und bestmöglich fördert. Deshalb wird u. a. herkunftssprachlicher Unterricht in 15 Sprachen (z.B. in Vietnamesisch, Arabisch oder Russisch) durchgeführt. Im Einzelfall kann die Herkunftssprache als Fremdsprache anerkannt werden. Mehr Infos dazu gibt es hier: http://www.schule.sachsen.de/1752.htm
      Die Arabischlehrerin kann sich sehr gerne bei der Sächsischen Bildungsagentur melden bzw. bewerben, diese ist für die Lehrereinstellungen zuständig. Die Kontaktdaten sind hier zu finden: http://www.lehrerbildung.sachsen.de/bewerber.html bzw. hier: http://www.sba.smk.sachsen.de/

      Viele Grüße!

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