Lehrer aus anderen Bundesländern eingestellt

Für das aktuelle Schuljahr 2015/16 hat Sachsen 223 Lehrer aus anderen Bundesländern eingestellt. Beworben hatten sich insgesamt 556 Lehrer. Der größte Teil der eingestellten Lehrer stammt aus Bayern.

Außerdem hatten 225 Bewerber aus anderen Bundesländern einen Antrag auf Zulassung zum 24-monatigen Referendariat gestellt. Davon sind 89 Bewerber zugelassen worden.

Die meisten Bewerber aus Sachsen haben einen Lehramtsabschluss für das Gymnasium

Hintergrund für die Einstellungen aus anderen Bundesländern ist, das Sachsen für bestimmte Schularten und Fächer nicht genügend Lehrernachwuchs hat. Noch immer besitzt der Großteil der Bewerber einen Abschluss für das Lehramt an Gymnasien. Sachsen benötigt jedoch vor allem Lehrer für die Schularten Grundschule, Förderschule und Oberschule. Alle weiterführenden Schulen brauchen außerdem Lehrer für die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Für die berufsbildenden Schulen gibt es Einstellungsbedarf in den gewerblich-technischen Fachrichtungen wie Metall- und Maschinentechnik sowie Elektrotechnik und Informationstechnik. Da in den kommenden Jahren viele Lehrkräfte altersbedingt aus dem Schuldienst ausscheiden, wird sich der Einstellungsbedarf noch einmal deutlich erhöhen. Zudem werden natürlich weiterhin Deutsch als Zweitsprache – Lehrer für die steigende Zahl an Flüchtlingskindern gebraucht.

Kultusministerium wirbt mit Informationspäckchen

Viele westliche Bundesländer haben dagegen in den vergangenen Jahren Lehrer über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet. Um diese Lehramtsabsolventen für Sachsen zu gewinnen, hatte das Kultusministerium erstmals im vergangenen Sommer mit Informationspäckchen geworben. Gezielt wurden angehende Lehrer für die Schularten Grundschule und Realschule angeschrieben und über die Einstellungsmöglichkeiten in Sachsen informiert.

Allen Bundesländern im Osten fehlen Lehrer

In Deutschland gab es nach Rechnung der Kultusministerkonferenz im Sommer 2015 rund 787.000 hauptberuflich tätige Lehrkräfte. Zu dieser Zeit bestand ein Überangebot von Lehrkräften in den westlichen Ländern um etwa 38 Prozent, das sind pro Jahr rund 7.400 Lehrer. Dagegen fehlten in den östlichen Ländern jährlich etwa 1.600 Lehrkräfte, das entspricht einer Unterdeckung um 27 Prozent. Diese Zahlen berücksichtigen jedoch natürlich noch nicht den Zustrom von Flüchtlingen an die Schulen.

Kampagne „Lehrer werden in Sachsen“

Um in Sachsen mehr junge Menschen für ein Lehramtsstudium zu gewinnen, hat das Kultusministerium vor drei Jahren die Kampagne „Lehrer werden in Sachsen“ gestartet. Die Kampagne klärt unter anderem darüber auf, in welchen Schularten und Fächern Lehrer gebraucht werden und gibt viele Tipps zum gesamten Thema. Auf der dazugehörigen Internetseite Lehrer werden in Sachsen sind außerdem Ansprechpartner für konkrete Fragen zu finden.

Manja Kelch, Pressereferentin und Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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