In Zeiten des Lehrermangels muss Sachsen – wie auch andere Bundesländer – verstärkt auf Seiteneinsteiger zurückgreifen. Das stößt bei den Lehramtsstudierenden auf Kritik. Sie sehen dadurch die Attraktivität des Lehramtsstudiums gefährdet. Zwei Experten aus dem Kultusministerium sprachen dazu mit dem Dresdner Studentenblog »campusrauschen.de«.
Schlagwort: Seiteneinsteiger
Anfang März hatte die Staatsregierung ein 1,7 Milliarden Euro starkes Handlungsprogramm »Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen« beschlossen. Um das Programm umzusetzen, hat die Staatsregierung heute einen Referentenentwurf vorgelegt. Verbände und Organisationen können im Rahmen des Anhörungsverfahrens dazu Stellung nehmen.
Sachsen will bereits zum 1. Mai 2018 rund 400 Seiteneinsteiger in den sächsischen Schuldienst einstellen und qualifizieren. Erstmalig werden damit Seiteneinsteiger rechtzeitig zum Start des neuen Schuljahres 2018/2019 die Einstiegsqualifizierung abschließen und für den Unterricht zur Verfügung stehen. Ab sofort können sich am Seiteneinstieg Interessierte bewerben.
Anne-Kathrin Kreis ist Schulleiterin an der Oberschule »Clara Zetkin« in Freiberg. Es ist die Schule von Seiteneinsteigerin Sylvie Schuster, die wir bereits im Blog vorgestellt haben. Die Schulleiterin ist dankbar für die neuen Kollegen, ohne die gerade im ländlichen Raum oft kein flächendeckender Unterricht mehr möglich wäre. Die neue Situation ist aber für sie und ihr Kollegium auch eine ziemliche Herausforderung. Eszter Bodnár hat mit ihr darüber gesprochen.
Sie ist eine von 1.134 Seiteneinsteigern an öffentlichen Schulen in Sachsen, die in den vergangenen beiden Jahren eingestellt wurden. Seit 2015 unterrichtet Sylvie Schuster an der Oberschule Clara-Zetkin in Freiberg. Mittlerweile ist sie sogar Klassenlehrerin. Bis dahin war der Weg anspruchsvoll und kräftezehrend. Aber es hat sich gelohnt. Für die Seiteneinsteigerin ist es schön zu sehen, wie ihre Schüler mit ihrer Hilfe lernen und sich weiterentwickeln. Für die neue Sonderbeilage der KLASSE »Wir sind die Neuen« sprach Eszter Bodnár mit Sylvie Schuster über Herausforderungen und Chancen des Seiteneinstiegs in den Lehrerberuf.

Das Interesse am Seiteneinstieg in den sächsischen Schuldienst ist groß. Wer will, kann sich darüber und über den Weg zum Lehrerberuf insgesamt, am kommenden Wochenende vom 20.01. bis 22.01.17 auf der Messe »KarriereStart« informieren. Das Kultusministerium wirbt hier gemeinsam mit den Universitäten in Halle 2, Stand B 24 um Lehrernachwuchs. Experten beantworten Fragen zu den Zugangsvoraussetzungen, Studium, Vorbereitungsdienst und Einstellungsmöglichkeiten. Auch auf dem Bildungsserver sind wichtige Infos, Termine und Formulare zur Bewerbung zu finden. Außerdem haben wir hier und in der neuen Sonderbeilage zur KLASSE, die wichtigsten Fragen und Antworten mit Beispielen zum Seiteneinstieg zusammengefasst.
Seiteneinsteiger sollen noch bevor sie unterrichten eine Einstiegsqualifizierung erhalten. Das hatte die Staatsregierung mit dem Maßnahmenpaket zur Lehrerversorgung Ende Oktober beschlossen. Mit Beginn des neuen Jahres startet für Seiteneinsteiger nun erstmalig eine dreimonatige Fortbildung.
Die sächsische Staatsregierung hat sich gestern Abend auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket geeinigt, um den Lehrerberuf in Sachsen attraktiver zu machen. Für insgesamt 213 Millionen Euro in den nächsten beiden Jahren werden sächsische Lehrer entlastet und finanziell besser gestellt. »Hätten Sie mir vor Monaten ein solches Paket in Aussicht gestellt, hätte ich es nie für möglich gehalten«, sagte Kultusministerin Kurth heute bei der Vorstellung des Paketes.
