Es gibt Einstellungsgarantien für ausgebildete Lehrer

Es gibt Einstellungsgarantien für ausgebildete Lehrer

In Zeiten des Lehrermangels muss Sachsen – wie auch andere Bundesländer – verstärkt auf Seiteneinsteiger zurückgreifen. Das stößt bei den Lehramtsstudierenden auf Kritik. Sie sehen dadurch die Attraktivität des Lehramtsstudiums gefährdet. Zwei Experten aus dem Kultusministerium sprachen dazu mit dem Dresdner Studentenblog „campusrauschen.de“.

Mit nur zwei Jahren Weiterbildung Lehrer werden? Das stößt bei Lehramtsstudierenden auf Kritik. Petra Zeller, Referatsleiterin für Lehrerbildung im Kultusministerium, macht eine andere Rechnung auf: „Alle Seiteneinsteiger haben ja schon studiert. Sie müssen einen Master, Magister oder ein Diplom von einer Universität-, Kunst- oder Fachhochschule mitbringen. Wer zum Beispiel einen Master in Germanistik hat, hat schon fünf Jahre Studium absolviert – und dann studiert er noch zwei Jahre berufsbegleitend. Das ist nicht kürzer.“ Die Weiterbildung komme dem grundständigen Studium weder in Niveau noch in Tiefe gleich, entgegnen Studierende. Diese These zweifelt Petra Zeller an. „Wir haben (…) sehr hohe Anforderungen an die Seiteneinsteiger. Ein Master in Germanistik zum Beispiel hat 300 Leistungspunkte nachgewiesen, während der Studierende für das Lehramt an Gymnasien im Fach Deutsch 95 Leistungspunkte erwirbt. Was sie nicht mitbringen können, ist der pädagogische Bereich. Aber da greift unsere Nachqualifizierung“, erwidert die Referatsleiterin. Gleichwohl unterstreicht Béla Bélafi, Abteilungsleiter im Kultusministerium den Mehrwert von grundständig ausgebildeten Lehrern. „Die Kombination aus Fach- und Bildungswissenschaft, in genau der Mischung, ist für den Einstieg in den Lehrerberuf ideal und wird den Bedürfnissen der Schule am gerechtesten. Wir würden gern mehr Lehrkräfte einstellen, aber da stimmen oft Fach und Schulart nicht: Das Angebot an Lehrkräften für Ballungsräume und Gymnasien übersteigt die Nachfrage, während an Ober-, Grund- oder Förderschulen, in MINT-Fächern und auf dem Land größere Lücken sind. Die Studierenden müssen deshalb auch schauen: Wie sind meine Chancen später auf dem Arbeitsmarkt?“ Wie händeringend der Freistaat nach grundständig ausgebildeten Lehrern sucht, macht der Abteilungsleiter mit einer Maßnahme deutlich: „Wir sprechen Einstellungsgarantien aus, wenn jemand erfolgreich Lehramt für Grund-, Ober- oder Förderschule studiert oder ein MINT-Fach im Gymnasiallehramt. Das haben Studierende sonst kaum.“

Das vollständige Gespräch mit campusrauschen.de befindet sich hier.

Dirk Reelfs, Pressesprecher im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

1 Kommentar

  1. Vater vor 3 Monaten

    Zitat: „Das Angebot an Lehrkräften für Ballungsräume und Gymnasien übersteigt die Nachfrage, während an Ober-, Grund- oder Förderschulen, in MINT-Fächern und auf dem Land größere Lücken sind.“ Da stellt sich mir die Frage, warum am Gymnasium meiner Töchter ( in einem Ballungsraum) so viel Unterricht ausfällt oder die Kinder mit Aufgaben (ohne Lehrer) betraut werden. Gibts dazu eine schlüssige Begründung ? Kann es sein, das trotz des Angebots nur „auf Kante“ eingestellt wird und Krankheiten und andere Ausfallpotenziale nicht berücksichtigt werden?

Sehr geehrte User, der Beitrag wurde bereits stark diskutiert. Alle wesentlichen Argumente sind genannt. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen die Kommentarfunktion für diesen Beitrag zu schließen.

Die Moderation