Eine unpolitische Schule darf es nicht geben, ebenso wenig wie neutrale Lehrer, schreibt Kultusminister Christian Piwarz in dem Magazin KLASSE. Das ergebe sich aus dem Erziehungs- und Bildungsauftrag von Schulen und dem Beutelsbacher Konsens. Die neue Ausgabe der KLASSE stellt Ideen für politische Bildung an Schulen vor. Eine Auswahl.
Schlagwort: politische Bildung
Die neue Ausgabe des Magazins KLASSE gibt wichtige Impulse für die politische Bildung an Sachsens Schulen. Wie politisch dürfen Lehrerinnen und Lehrer sein? Müssen Pädagogen im Unterricht überhaupt neutral bleiben? Gilt für sie die Meinungsfreiheit etwa nicht? Auch darauf geht die KLASSE, die in wenigen Tagen erscheinen wird, ein. Im Blog stellen wir vorab wichtige Fragen und geben die passenden Antworten.
Die sächsische AfD will Schüler zur Beobachtung von Lehrern aufrufen, wie die »Freie Presse« in ihrer heutigen Ausgabe schreibt. Dazu will die AfD wie in Hamburg ein Online-Portal starten. Auch in Berlin erging von der AfD-Fraktion ein entsprechender Aufruf an Eltern und Schüler. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz kritisiert die Pläne scharf.
»In Sachsen haben Schülerinnen und Schüler 50 Stunden Gemeinschaftskundeunterricht, in Nordrhein-Westfalen dagegen 250 Stunden«, behauptete gestern Cornelia Falken, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion »Die Linke« in einer Landtagsdebatte zur politischen Bildung in Sachsen. Stimmt das? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen.
Mit dem Ziel, die politische Bildung und Demokratieerziehung an Sachsens Schulen zu stärken, hatte Kultusministerin Brunhild Kurth im Januar 2017 ein Expertengremium berufen. Das Handlungskonzept des Gremiums »W wie Werte« liegt nun auf dem Tisch. 31 Empfehlungen machen die Experten. Ein Großteil soll nach Entscheidung von Kultusministerin Brunhild Kurth nun zeitnah umgesetzt werden.
Sachsens Schulen sind politisch aktiver, als manch einer denken mag. So beteiligen sich an der Juniorwahl 2017 insgesamt 191 sächsische Schulen mit insgesamt 36.500 Schülerinnen und Schülern. Damit sind Sachsens Schulen an der bundesweiten Aktion überproportional gut vertreten.

Schule muss ein Ort gelebter Demokratie sein. Demokratieerziehung darf sich nicht nur auf ein Unterrichtsfach beschränken, sagt Politikwissenschaftler Hans Vorländer. Warum Vereine wichtige Institutionen für eine Zivilgesellschaft sind, erklärt der Direktor des Zentrums für Verfassungs- und Demokratieforschung an der Technischen Universität Dresden im Interview.

Um Demokratie zu verstehen und zu leben, braucht es eine oder zwei Generationen. Das war in Westdeutschland auch so, sagt Politikwissenschaftler Hans Vorländer. Über zu hohe Erwartungen an Politik, ein falsches Demokratie-Verständnis und Grenzen direkter Mitbestimmung sprach Nicole Kirchner mit dem Direktor des Zentrums für Verfassungs- und Demokratieforschung an der Technischen Universität Dresden.
