Das Leipziger Reclam-Gymnasium füllte sich recht früh und rasch: Erstaunlich viele Eltern und Elternvertreter, etliche Schüler, recht wenige Studenten – so der erste Eindruck vom Andrang zur achten Bürgerwerkstatt zur sächsischen Schulgesetznovelle, die – so der Plan von Initiatorin Brunhild Kurth – bereits am dem Schuljahr 2017/18 wirken soll. Ein sportliches Programm, was Sachsens Kultusministerin von ihren Mitarbeitern fordert – ebenso wie der Bürgerdialog selbst.
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Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Die siebte Einladung zur Bürgerwerkstatt zum neuen Schulgesetz lud in die Landeshauptstadt – und in den ersten Nagelneubau: Im Gymnasium Bürgerwiese, topmodern und innen quietschgrün, begrüßte Schulleiter Jens Reichel ein jüngeres Publikum mit mehr Eltern. Dem zu erwartenden Andrang wurde von vornherein Rechnung getragen, sechs (statt bislang vier) Thementische warteten auf insgesamt 106 Diskutanten.
Angesichts einer wachsenden Zahl von jugendlichen Flüchtlingen wird die Bildungsberatung für nicht mehr schulpflichtige Migranten gestrafft. Damit soll auch die Beratungsleistung besser auf die individuellen Bildungsbiografien der Flüchtlinge ausgerichtet werden.
Zwei Drittel des Dialog-Marathons sind nun mit dem gestrigen Dialogforum in Torgau bereits vorbei. Rund 87 Interessierte kamen in das Johann-Walter-Gymnasium, um mit Kultusministerin Brunhild Kurth und sechs Fachexperten aus dem Ministerium über den Entwurf des neuen Schulgesetzes zu diskutieren. Schuldirektor Peter Nowack ließ keinen Zweifel daran, dass es der richtige Ort sei. Bildergalerie
Die Zahl der Schüler in Vorbereitungsklassen ist in Sachsen mittlerweile auf rund 6.777 gestiegen (Stichtag 8. Februar 2016). Aktuell gibt es 419 Vorbereitungsklassen. Es wird allerdings immer schwerer, für alle Flüchtlingskinder schnell einen Schulplatz bereitzustellen. Die richtigen Lehrer zu finden ist schwierig und bei den räumlichen Kapazitäten stößt Sachsen an Grenzen. Auch sofort einen Dolmetscher zu bekommen, gelingt nicht immer. Deshalb müssen die Kinder zum Teil länger auf einen Schulplatz warten als bisher. Das Land tut derzeit alles menschenmögliche, damit die Flüchtlingskinder möglichst schnell in die Schule gehen können. So werden jetzt auch zunehmend Vorbereitungsklassen an Gymnasien eingerichtet.
Das Käthe-Kollwitz-Gymnasium Zwickau – die fünfte Etappe der Bürgerwerkstatt zur neuen sächsischen Schulgesetznovelle– erregte auch in Westsachsen großes Interesse: 99 Leute widmeten sich in Zwickau der Diskussion, darunter zwei MDR-Kamerateams, die sich den Problemen aus verschiedenen Blickwinkeln nähern, wobei sich Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth dank Kamerascheinwerfer noch mehr im Fokus wiederfand.
Insgesamt bis zu 600 Menschen haben sich bisher schon an den ersten fünf Dialogforen zum Schulgesetzentwurf beteiligt. Das Interesse ist deutlich größer als erwartet. Deshalb werden die Foren teilweise erweitert. »Die Bürgerinnen und Bürger wollen ernst genommen werden und sie werden ernst genommen. Möglicherweise haben wir Politiker es zu sehr vernachlässigt, immer auch gezielt den direkten Austausch mit den Menschen zu suchen. In unseren Dialogforen erlebe ich nun einen konstruktiven und ernsthaften Dialog. Dafür bin ich dankbar«, so Kultusministerin Brunhild Kurth.
Für die kommende Ausgabe unserer Zeitschrift »KLASSE« haben Vertreter von Landesschülerrat, Landeselternrat und GEW sowie eine Schulleiterin über den Entwurf des neuen sächsischen Schulgesetzes diskutiert. Brennpunktthemen dabei waren Eigenverantwortung und Inklusion. Einen Auszug aus dem Interview gibt es jetzt hier vorab.
