Gehaltszulage bringt immer mehr Nachwuchslehrkräfte aufs Land

Gehaltszulage bringt immer mehr Nachwuchslehrkräfte aufs Land

Referendare, die ihren Vorbereitungsdienst an Schulen im ländlichen Raum absolvieren, erhalten rund 1000 Euro extra. Inzwischen nutzen durchschnittlich 30 Prozent der angehenden Lehrerinnen und Lehrer den Anwärtersonderzuschlag. Ein Überblick.

Seit August 2019 bietet Sachsen Studienreferendarinnen und Studienreferendaren das bundesweit einmalige Gehaltsplus von 1000 Euro an. Wer den Anwärtersonderzuschlag bekommt, gehört zu den bestbezahlten Referendaren in ganz Deutschland. Dass die Maßnahme wirkt und die Nachwuchskräfte in die Bedarfsregionen zieht, zeigt der Blick auf die Zahlen.

Im ersten Ausbildungsjahrgang haben insgesamt 54 Referendarinnen und Referendare (11,1 Prozent) den Gehaltszuschlag in Anspruch genommen. Konkret waren das 10 für die Schulart Grundschule, 24 für die Oberschulen, 10 für die Gymnasien, 3 für die Sonderpädagogik und 7 für Berufsbildende Schulen. In den vergangenen vier Jahren hat die Anzahl schrittweise zugenommen. Im aktuellen Jahrgang nutzen 41, 4 Prozent (251 Referendare) die Möglichkeit. Das ist ein Anstieg um 30 Prozentpunkte. Verteilt auf die Schularten sind das 100 im Bereich der Grundschulen, 41 für die Oberschulen, 81 für die Gymnasien, 12 für die Sonderpädagogik und 17 für Berufsbildende Schulen. Durchschnittlich machen demnach 30 Prozent aller Studienreferendare von dem Zuschlag Gebrauch.

Fakten zum Anwärtersonderzuschlag

Studienreferendarinnen und Studienreferendare, die den Vorbereitungsdienst beginnen, können neben dem monatlichen Grundgehalt von etwa 1645 Euro* brutto einen monatlichen Zuschlag in Höhe von rund 1150* Euro brutto für die Dauer des Vorbereitungsdienstes erhalten.

Wer den Zuschlag in Anspruch nehmen möchte, muss sich verpflichten, nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung für fünf Jahre an einer öffentlichen oder freien Schule im ländlichen Raum in Sachsen tätig zu sein. Dazu erhalten die Referendare nach Bestehen des Zweiten Staatsexamens vom Landesamt für Schule und Bildung ein Einstellungsangebot mit möglichen Einsatzschulen. Zudem muss der Vorbereitungsdienst an einer Schule in einer Bedarfsregion (diese umfasst alle Regionen in Sachsen außer Dresden und Leipzig) absolviert werden.

*) aktualisiert am 25.07.2023

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

3 Kommentare

  1. Fragensteller 11 Monaten vor

    Sollte man den Beruf nicht aus Leidenschaft ausüben und nicht nur des Geldes wegen? Egal ob Dresden, Leipzig oder Bad Muskau oder Bad Elster im Vogtland?
    Unabhängig vom Ort höre ich leider immer wieder „ich mache den Beruf vor allem, weil ich verbeamtet werde“. Wenn das die Motivation ist, sollte man endlich eine Eignungsprüfung einführen. Finnland hat sowas und nicht umsonst eines der besten Schulsysteme, riesigen Andrang auf den Beruf als Lehrer. Und das trotz schlechterer Bezahlung (im Vergleich) als hier.
    Nunja. Denkt mal drüber nach ;).

    • Autor
      Lynn Winkler - SMK 11 Monaten vor

      Lieber Fragensteller,

      vielen Dank für Ihre Gedanken. Im Idealfall übt jede und jeder ihren/seinen Beruf mit Leidenschaft aus. Genau das tun unsere Lehrerinnen und Lehrer auch (oftmals über das Mindestmaß hinaus). Damit aber auch ausreichend Nachwuchs-Lehrerinnen und -Lehrer in die schönen ländlichen Regionen Sachsens kommen und dort unterrichten, gibt es zum Beispiel den Anwärtersonderzuschlag.

      Herzliche Grüße und einen guten Sommer
      Lynn Winkler

  2. Anna 11 Monaten vor

    Wie wäre es denn, auch bereits im Schuldienst befindlichen Lehrern ein entsprechendes Angebot zu machen? Während Neulehrer mit allerlei finanziellen Anreizen gelockt werden (Verbeamtung, Sonderzulagen…), werden bei Bestandslehrern jegliche Zulagen erstaunlich lange nicht bezahlt (Funktionszulagen, temporäre Verantwortlichkeiten…). Der Erfindungsreichtum, geht es um die Nichtanerkennung geleisteter Arbeit, ist von Seiten des LASuB bzw. Kultus erstaunlich groß.

    Ich wünsche mir Anerkennung für wirklich geleistete Arbeit. Die leisten ältere Arbeitnehmer nämlich nicht weniger engagiert, zuverlässig und mit super Ergebnissen! Und im Gegensatz zur Privatwirtschaft, scheint dies der öffentliche Dienst noch nicht begriffen zu haben…