Kultusminister sagt jüdischen Gemeinden Unterstützung zu

Kultusminister sagt jüdischen Gemeinden Unterstützung zu

Nach dem fürchterlichen Anschlag in Halle hat sich Sachsens Kultusminister Christian Piwarz in einem offenen Brief an die jüdischen Gemeinden im Freistaat Sachsen gewandt. Wir geben den Brief im Wortlaut wieder.

Sehr geehrte Frau Dr. Goldenbogen,
sehr geehrte Frau Dr. Röcher,
sehr geehrter Herr Kaufmann,
sehr geehrter Herr Rabbiner Havlin,

große Betroffenheit und dringende Sorge haben mich erfüllt, als ich gestern von dem brutalen Angriff auf die betende Synagogengemeinde in Halle erfahren habe. Nach allem, was wir wissen, hat der Täter versucht, die Mitglieder der Gemeinde während des Jom-Kippur-Gottesdienstes zu attackieren. Nur glückliche Umstände, die beherzte Eigensicherung und die bestehende Objektsicherung konnten die Gemeinde vor dem Schlimmsten behüten. Dass dennoch in unmittelbarer Nachbarschaft zwei Bürger, die zufällig den Weg des Täters kreuzten, ums Leben kamen, erfüllt mich mit äußerster Bestürzung.

Die menschenverachtende Tat dieses Antisemiten und Hasstäters macht mich sprachlos. Ich nehme dies gleichwohl zum Anlass, in unseren gemeinsamen Aktivitäten für das jüdische Leben in Sachsen nicht nachzulassen, und dabei gegenwärtig vordringlich für die Sicherheit zu sorgen. Ich werde alles dafür tun, dass Juden in Sachsen ohne Angst ihre Gottesdienste besuchen können und ihre Kinder in Kindertageseinrichtungen und Schulen sicher sind.

Hierzu lädt mein Haus gemeinsam mit Vertretern des Sächsischen Staatsministeriums des Innern Sie möglichst noch im Oktober zu einer Besprechung über Sicherheitsfragen ein. Dabei sollen – auch im Lichte des gestrigen Anschlags in Halle – die derzeitigen Sicherheitsstandards nochmals überprüft und mögliche zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen abgestimmt werden. Dabei ist mir auch wichtig Anregungen zu erfahren, die aus Ihren Gemeinden kommen und die auch darauf abzielen, wie wir gemeinsam das Sicherheitsgefühl der Gemeindemitglieder erhalten. Sollten entsprechende Maßnahmen notwendig sein, wird mein Haus die notwendigen Kosten übernehmen.

Als Kultusminister und als Bürger dieses Landes ist es mir ein Herzensanliegen, jüdisches Leben nicht nur abzusichern, sondern dafür Sorge zu tragen, dass jüdisches Leben in Sachsen lebenswert bleibt. Sie können sich auf meine Unterstützung immer verlassen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Christian Piwarz

Dirk Reelfs, Pressesprecher im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

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