Antwort des Kultusministeriums auf offenen Brief des Kreisschülerrates Meißen

Antwort des Kultusministeriums auf offenen Brief des Kreisschülerrates Meißen

Foto: arrowsmith2 | Adobe Stock

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In einem offenen Brief haben sich heute der Kreisschülerrat Meißen sowie Vertreterinnen und Vertreter der sächsischen Stadt- und Kreisschülerräte an das Sächsische Kultusministerium gewandt. Hier ist unsere Antwort.

Lieber Kreisschülerrat Meißen,
liebe Vertreterinnen und Vertreter,

wir bedanken uns für den offenen Brief, die darin dargelegten Erfahrungen der befragten Schülerinnen und Schüler und Ihre Vorschläge zum Vorgehen bei den Abschlussprüfungen.

Wir verstehen, dass die derzeitige Situation alles andere als leicht ist und auch den Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen viel abverlangt. Besonders weil auch niemand sagen kann, wie und in welchen Zeiträumen sich die Ausbreitung des Corona-Virus weiter entwickeln wird. Neben den prüfungsbedingten Herausforderungen, kommen nun noch Sorgen um Familienmitglieder, Ängste um Existenzen oder um die eigene Gesundheit hinzu. Mitunter kann auch dadurch die Motivation zum Lernen selbst geringer ausfallen. Und das ist vollkommen normal und verständlich.

Die Corona-Pandemie verlangt von uns allen viel ab. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, dass wir zusammenhalten und besondere Maßnahmen zum Schutz aller ergreifen. Das gilt in besonderer Weise für unsere sächsischen Schulen, die jetzt für die Abschlussklassen wieder geöffnet wurden. Deshalb gibt es umfassende Infektionsschutzmaßnahmen. Alle öffentlichen Schulen wurden mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln ausgestattet. Es gibt strenge Regeln vor Ort. Zur Vorbereitung. Zu den Prüfungen. Jede und jeder Einzelne ist hier gefragt, die Maßnahmen umzusetzen – und auch diejenigen, die zu leichtfertig damit umgehen, an ihre Einhaltung zu erinnern.

Wir verstehen die Sorgen der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich des Infektionsrisikos. Bedenken Sie aber bitte auch, dass die Art und Weise, wie in diesem Schuljahr die Prüfungen stattfinden, eine andere als unter normalen Umständen ist. Bei konsequenter Einhaltung aller Hygienevorschriften, die für diese Prüfungen gelten, lässt sich das Risiko auf ein Minimum reduzieren. Wir stehen alle gemeinsam vor der Herausforderung, durch Wahrung der Abstands- und der sonstigen Hygieneregeln die Verbreitung des Virus einzudämmen. Damit können wir die Situation meistern und anerkannte Abschlüsse gewähren.

Wir wissen, dass diese Situation für Schülerinnen und Schüler belastend ist, in einer Phase, in der sie sich auf ihre Prüfungen vorbereiten und einen guten Abschluss erwerben wollen. Selbstverständlich kann die Vorbereitungszeit und die Prüfungssituation in diesem Jahr nicht mit den Vorjahren verglichen werden. Das wissen wir. Deshalb setzen wir alles daran, den sächsischen Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Unterstützung zu geben. Hier sind wir zum Beispiel den Wünschen des LandesSchülerRats Sachsen nachgekommen: Sie hatten die Wahlmöglichkeit und die Zweitkorrektur an derselben Schule gefordert. Die Abiturienten entscheiden freiwillig und ohne besonderen Nachweis, ob sie den Ersttermin wahrnehmen: Wer am Ersttermin nicht teilnehmen kann, kann auf den Zweittermin ausweichen, sogar ein dritter Prüfungstermin im Juli wird angeboten. Um die Überschneidungen mit den mündlichen Prüfungen und eine dadurch mögliche Doppelbelastung zu vermeiden, können die Schulen hier eigenverantwortlich die Prüfungszeiträume erweitern. Bitte nutzen Sie diese Möglichkeiten, dafür sind sie da.

Unsere Lehrerinnen und Lehrer agieren mit Augenmaß, gehen auf die besonderen Umstände auch in der Prüfungsvorbereitung ein. Sie haben recht: Nicht an jeder Schule herrschen die gleichen Voraussetzungen. Manche Schulen sind besser ausgestattet als andere. Und auch zu Hause in den Familien gibt es ganz unterschiedliche Gegebenheiten. Das wird keiner Schülerin und keinem Schüler zum Nachteil ausgelegt. Unsere Lehrerinnen und Lehrer begleiten Sie – genauso wie alle anderen Schülerinnen und Schüler in Abschlussklassen – schon mehr als Ihr halbes Leben. Sie kennen Ihre Stärken und auch Ihre Schwächen. Sie wissen, wo Ihre Talente liegen und wo Sie Unterstützung brauchen. Und genauso wie wir wollen auch Ihre Lehrerinnen und Lehrer nur das Beste für Sie. Deshalb unterstützen sie Sie mit Herzblut, auch auf diesem nicht einfachen Weg zu Ihrem Abschluss.

Sicher, das wollen wir nicht verschweigen, gibt es an mancher Stelle auch noch Luft nach oben. Daran müssen wir arbeiten. Deshalb haben Schülerinnen und Schüler jederzeit die Möglichkeit, ihre Lehrerinnen und Lehrer, die Schulleitung, die Kolleginnen und Kollegen im Landesamt für Schule und Bildung genauso wie uns anzusprechen, zu kontaktieren und um Unterstützung zu bitten. Teilen Sie uns mit, wo es klemmt, wo die Kommunikation Schwächen hat oder wo Hygieneregeln nicht eingehalten werden. Dafür sind wir da. Für Sie. Für alle Schülerinnen und Schüler in Sachsen.

Würden wir Ihren Wünschen nachkommen, droht die Nichtanerkennung des Abiturs. Denn alle Kultusministerinnen und Kultusminister in Deutschland haben sich darauf verständigt, dass die Abiturprüfungen stattfinden. Gleiches gilt im Übrigen auch für Haupt- und Realschulabschluss.*

Wir wünschen Ihnen und allen Schülerinnen und Schülern trotz aller Umstände viel Kraft, eine gute Lernzeit und ein erfolgreiches Abitur.

Ihr Kultusministerium

* Ergänzung vom 25. April 2020

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

7 Kommentare

  1. Schnuffi 1 Monat vor

    Hallo,ich finde auch das nur alles schön geredet wird.Meine Tochter macht dieses Jahr ihren Abschluss an der Oberschule.Sie wird jeden Tag mit Hausaufgaben zugeschüttet und muss mit einem Tag vorher bescheid sagen Arbeiten nachschreiben.Wann bitteschön soll man da für die Prüfung lernen.Genauso sah Die Zeit ohne Schule aus.Der Fokus liegt garnicht auf den Prüfungen,sondern alles nachholen was verpasst wurde.Die Lehrer sind total überfordert.Da brauch man auch keinen ansprechen.Sie fühlen sich gleich angegriffen. So sieht dann eine faire Prüfung für unsere Kinder aus.Klasse

    • Simone 1 Monat vor

      Hallo, meine Beobachtung seit der Schulöffnung zum Nachdenken: Die 10.Klässler treffen sich morgens in einer Gruppe auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Schule. Die Jungs begrüßen sich mit Händeklatschen, die Mädels mit Umarmung und Küsschen rechts und links. Dann wird über die Straße gegangen, die Masken aufgesetzt und sich mit 2m Abstand auf dem Schulhof gestellt, denn die Direktorin steht am Eingang der Schule und erwartet die Kinder. Wozu werden die Gänge in der Schule im Einbahnstraßensystem abgeklebt und Tische auseinandergestellt und Toilettengänge geregelt wenn man sich sowieso nicht an die Abstandsregeln vor und nach der Schule hält???

    • Lehrerin 1 Monat vor

      Wie sollen 4.Klässler, die voraussichtlich nächste Woche wieder starten ihre Pausen in der Schule gestalten? Um die Abstandsregelung einzuhalten müsste jedes Kind permanent an seinem Platz sitzen/festgeklebt werden.
      Jetzt in der Notbetreuung in der Grundschule ist es definitiv nicht möglich die Kinder auf Abstand von 1,50m zu halten. Es sind eben Kinder!
      Warum gibt es keine Maskenpflicht (Lehrer/Eltern, die ihre Kinder bringen) für die Notbetreuung aber die Lehrer und Schüler der Oberschule und vom Gymnasium tragen Masken?

  2. Elternvertreter 1 Monat vor

    Wie erklären Sie den SuS, dass in NRW und Berlin die Abschlussprüfungen für die 10. Klassen, sprich den Realschulabschluss, abgesagt wurden??? Gerechtigkeit sind doch sicher anders aus.
    Im Hinblick auf das Verhältnis Vornote/Abschlussnote haben es Realschüler wesentlich schwieriger. Eine Verbesserung ist auch im Hinblick auf die lückenhafte Vorbereitung kaum möglich. Soll es für Realschüler ebenso einen „Nachteilsausgleich“ (Zweitkorrektur in der Schule…) geben?
    Danke
    Elternvertreter

    • Autor
      Lynn Winkler - SMK 1 Monat vor

      Lieber Elternvertreter,

      vielen Dank für Ihre Nachricht. In der KMK-Telefonschaltkonferenz auf Ebene der Staatssekretäre wurde in der vergangenen Woche von Berlin und NRW klargestellt, dass eine Absage der MSA-Prüfungen nicht geplant ist. In BE wird der sich aus eigentlichen 4 Teilen zusammensetzende Prüfungsteil „verschlankt“ (aber für das Bestehen des MSA bleibt das Bestehen des Jahrgangsteils und des Prüfungsteils erforderlich – keine Verrechnung o.ä.). In NRW kommt es auch zu Modifikationen der Prüfungen, zum Beispiel: Verzicht auf Gruppenprüfungen. An den Prüfungen an sich wird aber festgehalten.

      An den Oberschulen in Sachsen verhält es sich übrigens wie auch in den Vorjahren: Die Korrektur findet in der Schule statt. Das war hier allerdings schon immer so. Selbstverständlich soll bei der Korrektur wie auch beim Abitur darauf geachtet werden, ob prüfungsrelevante Inhalte auch tatsächlich unterrichtet wurden. Entsprechend soll dieser Aspekt bei der Bewertung berücksichtigt werden.

      Herzliche Grüße
      Lynn Winkler

  3. Thoralf Land 1 Monat vor

    Sehr geehrtes Kultusministerium,

    warum finde ich auf dieser Seite keinen Link zum beantworteten offenen Brief? Im übrigen empfinde ich Ihre Antwort als eine lieblose Ansammlung von Phrasen. Es wird kaum auf die praktischen und tatsächlichen Gegebenheiten eingegangen und alles von einem Standpunkt aus diskutiert, bei dem davon ausgegangen wird, dass alle Beteiligten willens und in der Lage sind, die am Schreibtisch erdachten Szenarien umzusetzen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Thoralf Land

    • Autor
      Lynn Winkler - SMK 1 Monat vor

      Lieber Thoralf Land,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Schade, dass Sie dieser Ansicht sind. Zu den zahlreichen Maßnahmen, die aus den „praktischen und tatsächlichen“ Gegebenheiten resultieren, kommunizieren wir fortlaufend. Sei es über das Schulportal, Schulleiterschreiben, in unseren FAQ, unsere Webseite, über Social Media oder unseren Blog. Auch unsere Kolleginnen und Kollegen sind jeden Tag über die Hotline erreichbar. Ich kann Ihnen versichern, dass alle Beteiligten mit viel Engagement agieren und keinesfalls „lieblos“. Selbstverständlich kann ein Blogbeitrag nur einen Ausschnitt wiedergeben. Informieren Sie sich gern auch über die genannten Möglichkeiten.

      Herzliche Grüße
      Lynn Winkler