Wie Schüler aufs Berufsleben vorbereitet werden

Die Berufswahlkompetenz und Ausbildungsreife der Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu verbessern, ist gemeinsames Ziel der Sächsischen Staatsregierung, des Bundes und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen. Doch das allein wird nicht reichen. Auch Eltern und die Wirtschaft sind gefragt. Die Schulen bieten bereits eine Vielzahl von Maßnahmen zur Berufsorientierung der Schüler an, wie eine Übersicht zeigt.

Damit Schüler ihren Weg aus der Schule in die berufliche Ausbildung erfolgreich finden, müssen Eltern und Lehrer an einem Strang ziehen, Kinder und Jugendliche kontinuierlich begleiten sowie klare Orientierung geben und gemeinsam mit der Wirtschaft praxisnahe Angebote bieten. Eine zeitgemäße Berufsorientierung an der Schule muss frühzeitig ansetzen und mit alterstypischen Maßnahmen aufeinander aufgebaut sein. Nicht zuletzt auch deshalb müssen alle weiterführenden Schulen über ein Konzept zur Berufs- und Studienorientierung verfügen. Das Konzept ist Basis für die Zusammenarbeit mit allen Partnern in der beruflichen Orientierung und für die Maßnahmen an der Schule.

Was Schulen in der Beruflichen Orientierung leisten – eine Übersicht

Berufliche Frühorientierung in Klassenstufe 5/6

In dieser Phase werden Schüler für die Arbeitswelt sensibilisiert, beispielsweise durch Betriebserkundungen in den Klassenstufen 5 und 6.

Potenzialanalyse

Mit einem landesweit einheitlichen Potenzialanalyseverfahren werden bei Schülern in der Klassenstufe 7 die Ausgangslagen sowie der Stand der Kompetenzentwicklung ermittelt.

Werkstatttage

Auf der Grundlage der Ergebnisse aus der Potenzialanalyse schließen sich ab der 8. Klassenstufe zwei Wochen für Werkstatttage in Berufsbildungsstätten an. Im Mittelpunkt steht das praktische Ausprobieren in verschiedenen Berufsfeldern, um Vorstellungen über die beruflichen Interessen zu entwickeln.

Pflichtpraktikum

Alle Schüler weiterführender Schulen müssen darüber hinaus mindestens ein zweiwöchiges Schülerbetriebspraktikum in Klassenstufe 8, 9 oder 10 absolvieren. Das Praktikum soll tiefere Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt vermitteln und dazu beitragen, eigene Berufsvorstellungen zu entwickeln.

Praxisberater für alle Oberschüler

Praxisberater an Oberschulen begleiten alle Schüler der Klassenstufen 7 und 8 auf der Grundlage individuell erstellter Entwicklungspläne. Auch dafür ist die verbindliche Potenzialanalyse eine wichtige Grundlage.

Berufseinstiegsbegleiter für Haupt- und Förderschüler

Abschlussgefährdete Haupt- und Förderschüler erhalten beginnend in der Vorabgangsklasse bis hinein in die Ausbildung individuelle Unterstützung von so genannten Berufseinstiegsbegleitern.

Fächerverbindender Grundkurs für Gymnasiasten

Schüler der Sekundarstufe II wird der Grundkurs „Auf dem Weg ins Berufsleben“ angeboten. Der Kurs soll auf einem höheren Anspruchsniveau vertiefte Kenntnisse zum Ergründen des eigenen Potenzials und den vielfältigen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten vermitteln. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern, sollen dabei Schüler noch stärker als bisher auf die Möglichkeiten der dualen Ausbildung hingewiesen werden.

Komm auf Tour

Frühzeitiges Präventions- und Einstiegsangebot zur Stärkenentdeckung, zur beruflichen Orientierung und zur Lebensplanung für Jugendliche ab der 7. Klassenstufe. Das Angebot können Schüler der Oberschulen, Förderschulen, aber auch Gymnasien nutzen.

Berufsorientierungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit

Durchführung von Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung in den Klassenstufen 7 bis 10 der Oberschulen und Förderschulen. Wesentliche Bausteine sind Informationen zu Berufsfeldern, Interessenerkundung, Strategien zur Berufswahl und Entscheidungsfindung.

SCHAU REIN! Woche der offenen Unternehmen Sachsen

Größte Initiative zur praktischen Beruflichen Orientierung für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7. Ziel: Aus- und Durchblick über die rund 350 Ausbildungsberufe erleichtern sowie Kontakte mit der Arbeitswelt knüpfen.

Schülerfirmen

Erwerben von Fähigkeiten und Fertigkeiten im Bereich unternehmerischen Handelns und erweitern der sozialen Kompetenzen ab Klassenstufe 7.

Oberstufe Förderschwerpunkt geistige Entwicklung / Berufliche Frühorientierung

Schüler erwerben u. a.  elementares Wissen über berufliche Tätigkeiten, Handlungsfelder und Arbeitsabläufe, lernen Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten kennen, vertiefen ihre fachspezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten.

Werkstufe Förderschwerpunkt geistige Entwicklung / Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung

Ergänzung der oben genannten schulischen Maßnahmen in Form von Potenzialanalyse, Betriebspraktika u. W. zur intensiven Unterstützung des Überganges von Schule ins Arbeitsleben.

Dirk Reelfs, Pressesprecher im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

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