Das neue Schuljahr beginnt zwar erst in elf Wochen, doch die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. 1200 neue Lehrerinnen und Lehrer sollen bis zum Schuljahresstart eingestellt werden. Doch der Lehrerarbeitsmarkt ist leergefegt, wie aktuelle Bewerberzahlen zeigen.
Kategorie: Bildungspolitik
Es ist der letzte Bürgerdialog zum Schulgesetzentwurf, zu dem Kultusministerin Brunhild Kurth gestern abend in das BSZ »Gustav Anton Zeuner« in Dresden eingeladen hatte. Rund 100 Menschen sind der Einladung gefolgt. Ein Bericht von Manja Kelch (Video) und Andreas Herrmann (Text).
Waren die Dialogforen zum Schulgesetzentwurf Makulatur oder gar eine Farce, wie immer noch behauptet wird? Landesschülerrat und Landeselternrat haben sich klar positioniert. Und das ist gut so, sagt Kultusministerin Brunhild Kurth.
Die Staatsregierung hat gestern den überarbeiteten, zweiten Entwurf für das neue Schulgesetz verabschiedet. Kultusministerin Brunhild Kurth stellte ihn heute vor. Ein aufwändiges Anhörungsverfahren liegt zwischen diesem und dem ersten Entwurf vom Januar. Dabei ist das Kultusministerium mit den Dialogforen und dem Onlineportal einen völlig neuen Weg gegangen. Über 1000 Menschen haben sich mit Stellungnahmen daran beteiligt. Viele davon waren Meinungsäußerungen, aber es waren auch 660 konkrete Veränderungsvorschläge dabei.
Sachsens Schüler sollen sich intensiver mit Politik und Gesellschaft auseinandersetzen. An den Oberschulen wird deshalb die Wahlmöglichkeit für Geschichte oder Geographie in der 10. Klasse gestrichen. Die Änderung gehört zu einem Maßnahmenkatalog, den das Sächsische Kabinett im März beschlossen hat, um die Demokratiebildung in Sachsen zu stärken. Schon ab dem kommendem Schuljahr 2016/ 17 wird dies umgesetzt. Doch der Wegfall der Wahlmöglichkeit kann nicht ohne weitere Auswirkungen auf die Stundentafel bleiben.
Ab heute berichten die Stipendiaten des Sachsenstipendiums auf der neuen Facebookseite »Perspektive Land« von ihrem Landlehrerleben und den Erfahrungen mit dem Stipendium. Die angehenden Lehrer stellen dabei speziell ihre Regionen und ihre Schulen vor und wollen damit andere Nachwuchslehrer für das Landlehrerdasein begeistern.
Die neue Schülerprognose des Statistischen Landesamtes hat es in sich: Die Zahl der Schüler an den öffentlichen Schulen wird in den nächsten Jahren deutlich stärker steigen als bisher berechnet. Nach der neuen Prognose wird sie schon im nächsten Schuljahr auf mindestens 396.600 steigen. Das sind 6.700 Schüler mehr als noch im Jahr 2010 vorausberechnet wurde. In Auftrag gegeben hatte die neue Prognose das Kultusministerium beim Statistischen Landesamt. Grundlage ist die kürzlich veröffentlichte 6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung.
Mit der Novelle des Schulgesetzes ist auch eine Überprüfung der Lehrpläne aller Schularten verbunden und das gleich aus mehreren Gründen. In der öffentlichen Diskussion um den Entwurf des Schulgesetzes blieb ein Thema bislang weitgehend unberücksichtigt: die Lehrpläne. Doch auch sie müssen im Zuge der geplanten Gesetzesänderungen überprüft werden. Wesentlicher Grund dafür sind die Änderungen im Paragraph 1 des Schulgesetzentwurfes, der den Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule vorgibt. Bereits im vorliegenden Referentenentwurf ist der Absatz 3 neu formuliert worden.* Damit werden neue Leitlinien für das Unterrichten an Sachsens Schulen vorgegeben. Ob die vor über zehn Jahren erarbeiteten Lehrpläne dazu passen, muss jetzt geklärt werden.
