Sie gehören zu den digitalen Vorreiterschulen im Freistaat: Die Oberschule Rauschwalde Görlitz und die Oberschule »Clara Zetkin« Freiberg leben eine Kultur der Digitalität im Schulalltag in vorbildhafter Weise und tragen ab sofort den Titel »Smart School«.
Für die Wettbewerbsrunde 2025/26 der Initiative »Smart School« des Bitkom e. V. haben sich insgesamt 27 Schulen aus ganz Deutschland beworben. 17 von ihnen haben überzeugt und sind als Smart School ausgezeichnet worden, darunter zwei sächsische Bewerber. Damit wächst das Netzwerk der Smart Schools auf 152 Schulen an, acht kommen aus Sachsen.
»Zu diesem verdienten Erfolg gratuliere ich recht herzlich und freue mich besonders, dass zwei sächsische Oberschulen aus dem ländlichen Raum mit ihren Konzepten überzeugt haben. Sie zeigen, wie eine Kultur der Digitalität an Schule gemeinsam gestaltet und im Schulkonzept verankert werden kann – und wirken damit als Vorbilder für andere Schulen. So geht zukunftsweisende Bildung«, unterstreicht Kultusminister Conrad Clemens.
Die Smart Schools zeichnen sich als digitale Vorreiterschulen durch ihren Fortschritt in drei zentralen Kategorien aus: 1) digitale Schul- und Unterrichtskonzepte, 2) digitale Infrastruktur und 3) Lehrkräftequalifizierung/Personal. Oft geht ihre Arbeit über die grundlegenden Anforderungen hinaus. Hinter vielen Smart Schools stehen unterschiedlichste Projekte mit dem Potenzial, unser Verständnis von Schule und Unterricht grundlegend zu verändern.




Fotos: Bitkom
So setzen die beiden Gewinnerschulen die Kultur der Digitalität um
Die Oberschule Rauschwalde Görlitz
»Digitalisierung ist an unserer Schule eine zentrale Dimension der Schulentwicklung und fest im Leitbild als gelebte ›Kultur der Digitalität‹ verankert. Wir nutzen digitale Werkzeuge zur Förderung von Selbstständigkeit und Problemlösungskompetenz. Diese Ausrichtung wurde 2024 durch die Zertifizierung als ›Digitale Schule‹ sowie den Gewinn des Deutschen Lehrkräftepreises (Kategorie ›Unterricht innovativ‹) bundesweit gewürdigt.«
Das schulinterne Mediencurriculum setzt die KMK-Strategie ›Bildung in der digitalen Welt‹ konsequent um. Informatik wird als profilbildendes Fach unterrichtet. Ergänzend bietet die Oberschule für die Klassen 7 bis 10 spezifische ›Lernstraßen‹ auf Moodle an, die Module zu Cyber-Security, Datenschutz, Algorithmen und KI umfassen. Ganztagsangebote wie ›Medienpower‹ und Coding-Workshops (z. B. Calliope) vertiefen diese Kompetenzen praktisch.
»Wir verstehen digitale Bildung als Querschnittsaufgabe.« Das Flipped-Classroom-Modell der Schule ermöglicht individuelle Förderung. Projekte wie »Ist das Kunst oder kann das KI?« verbinden Informatik mit Musik, Kunst und Ethik, wobei die Schülerinnen und Schüler kritisch über Urheberrecht, Deepfakes und das »Black Box-Problem« reflektieren können.
Ein Alleinstellungsmerkmal ist außerdem die Lernpartnerschaft mit der Firma QESTIT. Dabei unterstützen IT-Experten als »Zweit-Lehrkräfte« den Unterricht. Ein weiteres Plus: Der Informatiklehrer der Oberschule ist als PITKo (Pädagogische IT-Koordination) und Mediendozent am MPZ Löbau tätig – so ist ein steter Wissenstransfer gewährleistet.
Die Oberschule »Clara Zetkin« Freiberg

Foto: Bitkom
Die Oberschule verankert digitale Bildung im Schulprogramm und im Medienkonzept. Digitalisierung ergänzt den Unterricht und sichert Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben, Rechnen, mündliche Kommunikation, Konzentration und soziales Lernen. Das Ziel: ein reflektierter und verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien und Technologien.
LernSax ist die zentrale Lern- und Kommunikationsplattform und bündelt strukturierte Materialien, Aufgaben, Abgaben, Feedback, klare Fristen und transparente Kursräume. Zudem nutzt die Schule eine Software, die Organisation, Stunden- und Vertretungsplan, digitales Klassen- und Notenbuch und die schulweite Kommunikation steuert. Beide Systeme verzahnen Lernwege und Abläufe.
Hinzu kommen fobizz und eine Bildungs-KI. Sie unterstützen die Didaktik durch differenzierte und sprachsensible Materialien, Niveaustufen, effiziente Planung und gezieltes Feedback sowie standardisierte Schreiben und die Dokumentation wiederkehrender Abläufe. Zusätzlich sorgt ein Online-Tool für Grafikdesign für klare Visualisierungen und strukturierte Lernprodukte.
Es gibt iPad-Klassen, digitale Tafeln in allen Räumen, flächendeckendes WLAN und ein zentrales Gerätemanagement mit verbindlichen Standards.
Die Steuergruppe »Digitale Bildung« koordiniert Umsetzung, Mikrofortbildungen und Pilotphasen, dokumentiert Standards und evaluiert fortlaufend. Grundlage dafür bilden zum Beispiel Rückmeldungen aus dem Unterricht und Gremien sowie Nutzungsdaten aus LernSax.
Die Zusammenarbeit mit dem Schulträger stimmt Pädagogik und Technik ab und sichert einen stabilen Betrieb mit kontinuierlicher Weiterentwicklung.
Hintergrund
Smart School ist seit zehn Jahren eine Initiative des Digitalverbands Bitkom e. V. Ziel des Wettbewerbs ist es, Schulen, die digitale Bildung besonders aktiv gestalten und weiterentwickeln, mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verleihen sowie ein bundesweites Netzwerk dieser Schulen aufzubauen. Die Smart Schools treffen sich zweimal jährlich zu einem Netzwerktreffen und tauschen sich zu Best Practices aus und diskutieren über aktuelle Herausforderungen. Über die Gewinnerprojekte entscheidet eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Bildungspraxis. In der aktuellen Wettbewerbsrunde ist Kultusminister Conrad Clemens ein Jurymitglied.
