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SMK-Blog

Sachsen stellt sich auf sinkende Schülerzahlen ein

Sachsen stellt sich auf sinkende Schülerzahlen ein

Das Kultusministerium hat die Lehrerbedarfsprognose für öffentliche Schulen in Sachsen bis 2040 vorgestellt.

Kultusminister Conrad Clemens: »Mit mehr Sachkunde und Sport sowie der Einführung der Klassenstunde stärken wir das Bildungsangebot im Freistaat. Bei sinkenden Schülerzahlen braucht es künftig auch weniger Lehrkräfte. Zugleich sorgen wir für einen Puffer, um Lehrkräfte zu entlasten, die Bildungsqualität zu erhöhen und auf neue Herausforderungen flexibel reagieren zu können. Zudem wollen wir im neuen Doppelhaushalt einen eigenen Stellenplan für pädagogische Fachkräfte im Unterricht und Assistenten verankern. Damit haben wir die notwendige Planungssicherheit, um kluge Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.«

Die Lehrerbedarfsprognose wurde auf Basis der 4. Schüler- und Absolventenprognose des Statistischen Landesamtes und den Kenndaten des Schuljahres 2025/2026 für öffentliche Schulen erstellt. In den nächsten vier Jahren ist zunächst von einem gleichbleibenden Lehrkräftebedarf auszugehen. Ab dem Schuljahr 2031/2032 nimmt die Schülergesamtzahl und der sich daraus ableitende Lehrkräftebedarf deutlich ab.

Bis zum Schuljahr 2040/2041 wird ein Rückgang von etwa 80.000 Schülerinnen und Schüler gegenüber dem aktuellen Schuljahr prognostiziert. In Folge wird sich bis zum Ende des Prognosezeitraumes der Bedarf an Lehrkräften um 4.600 Stellen verringern.

Stärkung des Bildungsangebots durch gezielte Maßnahmen

In der Lehrerbedarfsprognose wurden eine Reihe von Maßnahmen berücksichtigt, die die Bildungsqualität im Freistaat Sachsen weiter stärken:

– ab Schuljahr 2026/2027: Erhöhung der Stundentafel in Klassenstufe 3 um eine Unterrichtsstunde Sachunterricht
– ab Schuljahr 2026/2027: Berücksichtigung der erhöhten Aufwände für Diagnostik der Teilleistungsschwäche Dyskalkulie 
– ab Schuljahr 2027/2028: Einführung einer dritten Sportstunde in Klassenstufe 4
– ab Schuljahr 2028/2029: eine Stunde individuelle Förderung bzw. Anfangsunterricht insbesondere im Bereich der Basiskompetenzen mit Fokus auf sprachliche Kompetenzen an Schulen mit Primarstufe
– ab Schuljahr 2028/2029: Einführung einer Klassenstunde ab Klassenstufe 1 aufwachsend bis Klassenstufe 4
– ab Schuljahr 2029/2030: Einführung einer Klassenstunde ab Klassenstufe 5 aufwachsend bis Klassenstufe 10

Zudem wurden ab dem Schuljahr 2029/2030 die schrittweise Reduzierung der Gegenrechnung des Arbeitsvermögens der Assistenten gegen den Bedarf des Ergänzungsbereichs (EB) über vier Jahre berücksichtigt. Ab dem Schuljahr 2032/2033 wird die vollständige Ausreichung des EB an alle Schularten vorgenommen. Außerdem wurde ab dem Schuljahr 2030/2031 berücksichtigt, dass das 2025 eingeführte Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung evaluiert und ggf. zurückgenommen wird.

Hintergrund

In der zugrundeliegenden Schülerzahlprognose hat die Gesamtschülerzahl an den öffentlichen Schulen im Schuljahr 2025/2026 mit rund 440.000 Schülern ihren Höchstwert erreicht, der noch drei weitere Schuljahre auf diesem Niveau bleibt. Danach setzt ein starker Rückgang der Schülerzahlen ein, der sich bis Ende des Prognosezeitraumes leicht verringert.

An den Grundschulen war der Höchstwert der Schülerzahlen bereits im Schuljahr 2023/2024 erreicht. Die Oberschulen und Gymnasien folgen mit dem Erreichen des Höchstwertes der Schülerzahl im Schuljahr 2029/2030. Bis 2040/2041 wird die Schülerzahl an den allgemeinbildenden Schulen bis zu 20 Prozent sinken. Besonders deutlich ist die Entwicklung an Grundschulen. Hier wird ein Rückgang um bis zu 25 Prozent erwartet.

An den berufsbildenden Schulen steigt die Schülerzahl bis Schuljahr 2033/2034 an und nimmt dann nur leicht ab. Für die Förderschulen wird nach einer weitgehenden Konstanz der Schülerzahlen bis zum Ende der Dekade mit einem leichten Rückgang bis zum Ende des Prognosezeitraumes gerechnet.


9 Kommentare zu “Sachsen stellt sich auf sinkende Schülerzahlen ein

  1. Mir geht es ähnlich, wie Fr. Lehnhardt, ich kann mich ihr nur anschließen. Ich arbeite als Schulassistentin an einer Oberschule in Frankenberg und wünsche mir eine Entfristung und weiterhin gute Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium und unseren Schülerinnen und Schülern.

    1. Hallo und vielen Dank für die Nachfrage. Gern ein paar Worte dazu: Die Klassenstunde ist eine Kombination aus 1) Klassenleiterstunde und 2) Klassenratsstunde. Damit sollen Lehrkräfte Zeit bekommen, Angelegenheiten mit ihrer Klasse zu klären, die über den Fachunterricht hinausgehen (wie zum Beispiel organisatorische Fragen, etwa zu Klassenfahrten oder anderen Veranstaltungen; die Inhalte liegen im Ermessen der Klassenlehrerin bzw. des Klassenlehrers und richten sich auch danach, was für die jeweilige Klasse wichtig ist). Zudem soll die Klassenstunde Schülerinnen und Schülern mehr Mitbestimmung ermöglichen.

      Herzliche Grüße
      Lynn Winkler

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,
    bei einer derzeitigen Klassenstärke von 28 Schülern würde ein Rückgang um bis zu 20 Prozent immer noch eine gut gefüllte Klasse mit 22/23 Schülern bedeuten. Auch vor dieser Klasse muss ein ganzer Lehrer stehen. Wie kommen Sie zu dem Ergebnis weniger Lehrer zu brauchen und noch mehr Stunden anbieten zu können?

  3. Ich arbeite als Schulassistentin in Döbeln an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Meine Stelle ist leider nur noch bis Dezember befristet. Ich hoffe sehr, dass mein Arbeitsplatz erhalten bleibt und der Stellenplan für Assistenzkräfte endlich in Kraft tritt.
    Ich liebe meinen Beruf und arbeite mit ganzem Herzen für die Kinder. Für sie da zu sein, sie zu begleiten und zu unterstützen, ist für mich nicht nur ein Job, sondern eine echte Herzensangelegenheit. Gleichzeitig habe ich Familie und trage Verantwortung. Ich wünsche mir Planungssicherheit und die Möglichkeit, weiterhin für meine Familie sorgen zu können.
    Ich hoffe sehr, dass die Bedeutung unserer Arbeit gesehen wird und wir Assistenzkräfte eine verlässliche Perspektive bekommen.

  4. Trotz sinkender Schülerzahlen ist die dauerhafte Etablierung aller befristeten Assistenzstellen an der Förderschule Lernen unabdingbar. Die SA und SVA leisten einen enorm wichtigen Beitrag für die Absicherung des Schulbetriebs und unterstützen bspw. enorm die Verwaltung, insbesondere die sonderpädagogische Diagnostik, in der Förderschule Lernen.

  5. Unter oben erwähnter Klassenstunde darf man eine Klassenleiterstunde für Organisatorisches erstehen? Wann wird diese dringend benötigte Stunde an Berufsbildenden Schulen eingeführt?

  6. Wenn man diese Prognose sieht, könnte der Eindruck bei jungen Menschen entstehen, dass es keinen Bedarf für Lehrer/innen in Zukunft geben wird. Dies könnte sich negativ auf die Auswahl des Lehramtsstudiums auswirken.
    Es wäre daher wünschenswert, wenn man der Bedarfsprognose eine Prognose der Altersabgänge bzw. des Einstellungsbedarfs getrennt nach Schularten hinzufügen könnte.
    Ich bin selbst Lehrerin und habe das Gefühl, dass in den nächsten 10 Jahren sehr viele Lehrkräfte in den Ruhestand eintreten werden. Der Bedarf an jungen Lehrer/innen dürfte weiterhin bestehen.

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