Psychische Belastungen und Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen nehmen auch im Schulalltag zu. Um Schulleitungen und Lehrkräfte gezielt zu entlasten, startet das Kultusministerium gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Dresden, dem Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf und der Beisheim Stiftung zum Schuljahr 2026/2027 ein Pilotprojekt, das schulische Praxis und medizinische Expertise verbindet.
Früher erkennen, schneller handeln: Schulische Führungskräfte sehen sich zunehmend mit steigenden Herausforderungen in der Schülerschaft konfrontiert. Ein Umstand, der sich langfristig auf die Berufszufriedenheit und Lehrergesundheit auswirken kann. Ziel des neuen Pilotprojekts »Resilienzstärkung schulischer Führungskräfte« ist es, Lehrkräfte zu entlasten und zugleich den Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit psychischen Auffälligkeiten zu professionalisieren und verlässlicher zu gestalten.
Resilienzstärkung schulischer Führungskräfte
Das Projekt startet zum Schuljahr 2026/27 in den Pilotregionen Dresden und Bautzen und ist in drei Module gegliedert. Kernstück ist der »Verfahrensnavigator«. Das ist eine interaktive, digitale Orientierungshilfe, die übersichtlich darstellt, welche Schritte in welchen Situationen notwendig sind. Der Navigator soll dauerhaft über eine zentrale Webseite abrufbar sein und so auch von Fachkräften und Eltern genutzt werden können.
Ergänzend dazu nehmen im Modul »Wissensbasis« einzelne Schulleitungen an sogenannten MHFA-Youth Kursen (Psychologische Erste Hilfe: Kompetenz für Krisensituationen im Alltag) teil und erhalten über ein Jahr verteilt auf die regionalen Besonderheiten abgestimmte, ergänzende Schulungen. Begleitet von medizinischen Fachkräften wird das Vorgehen anhand konkreter Fallbeispiele im Modul »Transferwerkstatt« eingeübt.
Finanziell unterstützt wird das Projekt durch die Otto-Beisheim-Stiftung. Ziel ist es, das Pilotprojekt schrittweise auszuweiten und langfristig im Freistaat Sachsen zu verankern.
Kultusminister Conrad Clemens: »Psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen stellen Schulen zunehmend vor komplexe Aufgaben. Entscheidend ist, dass Schulleitungen wissen, welche Schritte wann notwendig sind. Mit diesem Projekt unterstützen wir Schulleitungen und Lehrkräfte dabei, herausfordernde Situationen sicher zu meistern. Durch die Verknüpfung von schulischer Praxis und medizinischem Fachwissen stärken wir ihre Handlungskompetenz.«
