Lernlücken schließen mit angepassten Lehrplänen und Testaufgaben

Mit angepassten Lehrplänen sollen pandemiebedingte Lernrückstände bei Schülerinnen und Schülern geschlossen und versäumter Unterrichtsstoff nachgeholt werden.

Was konnte an Unterrichtsstoff im zu Ende gehenden Schuljahr durch die lange Zeit der Schulschließungen nicht vermittelt werden? Und was muss davon dringend in den nachfolgenden Schuljahren nachgeholt werden? Die Antworten darauf fallen von Schule zu Schule und von Schüler zu Schüler sehr unterschiedlich aus. Sachsens Schulen haben nun ergänzende Hinweise und Unterstützungsmaterialien erhalten, um Lernrückstände bei Schülerinnen und Schülern besser aufholen zu können.

Lehrpläne wurden angepasst

Lehrpläne bieten verpflichtende Lerninhalte für rund 25 Unterrichtswochen. Das kommende Schuljahr hat 38 Wochen. Da ist also Luft und Platz für Flexibilität von vornherein eingeplant. Diese zusätzliche Zeit wird von den Lehrkräften in der Regel genutzt, um Unterrichtsstoff zu vertiefen, zu wiederholen oder um auch außerschulische Lernorte aufzusuchen, Betriebspraktika zu absolvieren oder Klassenfahrten durchzuführen. Um besser versäumten Unterrichtsstoff im nächsten Schuljahr nachholen zu können, haben Fachberater und Lehrkräfte die rund 100 Lehrpläne aller Fächer für alle allgemeinbildenden Schularten und das Berufsbildende Gymnasium angepasst und Schwerpunkte gesetzt. Was ist für ein erfolgreiches Weiterlernen und auch im Hinblick auf Abschlussprüfungen wichtig, was kann weniger vertieft im Unterricht behandelt werden und was kann sogar ganz gestrichen werden? Unter dem Strich hat es in den Lehrplänen deutliche Reduzierungen gegeben. Verzichtet wurde vor allem auf Inhalte, die nicht zwingend für Prüfungen und damit auch als Grundlage für die künftige schulische oder auch berufliche Ausbildung der Schülerinnen und Schüler notwendig sind.

Neben Unterstützungsmaterialien zur Umsetzung der Lehrpläne wurden zudem allgemeine Hinweise für die einzelnen Schularten zur Verfügung gestellt. Alle Materialien sind in der Lehrplan-Datenbank veröffentlicht worden. „Die fachspezifischen Hinweise zur Umsetzung der Lehrpläne können helfen, die Lücken sinnvoll zu schließen, ohne die Lehrpläne zu überfrachten und ohne die Schülerinnen und Schüler zu überfordern“, so Kultusminister Christian Piwarz.

Lernausgangslagen bestimmen

Doch wie groß sind die Lernlücken? Bereits in den vergangenen Wochen, nach dem wieder Präsenzunterricht stattfinden konnte, haben sich Lehrerinnen und Lehrer einen Überblick darüber verschafft. Welche Lehrplaninhalte konnten umgesetzt werden und wo stehen die Schülerinnen und Schüler in den einzelnen Fächern ganz konkret. Wie ist es um die Lernausgangslagen der Schülerinnen und Schüler bestellt, die viel Zeit in häuslicher Lernzeit verbringen mussten? Mit Lernstandserhebungen konnten sich die Lehrkräfte ein Bild von der Situation von jedem Schüler und jeder Schülerin machen. Der Prozess soll auch im neuen Schuljahr fortgesetzt und intensiviert werden. Dazu hat das Landesamt für Schule und Bildung den Lehrkräften Unterstützungsinstrumente an die Hand gegeben. Im Fokus stehen dabei die Übergangsklassen, also die Schülerinnen und Schüler, die zum Beispiel Übergänge in weiterführende Schularten zu meistern haben. „Es geht darum diese Schülerinnen und Schüler genau dort abzuholen, wo sie stehen und sie auf dem Weg des Lernens zu begleiten, also um eine Standortermittlung“, so Kultusminister Christian Piwarz.

Dazu hat das Landesamt für Schule und Bildung den Lehrkräften diagnostische Testaufgaben, Lösungen und Hinweise bereitgestellt. Dabei handelt es sich um Angebote zur Lernstandserhebung in ausgewählten Fächern am Ende der Schuleingangsphase zu Beginn der Klassenstufen 3, für die Klassenstufe 5 der Oberschulen und Gymnasien und für die Klassenstufe 11 an Beruflichen Gymnasien und Fachoberschulen. Auch diese Angebote sind in der Lehrplan-Datenbank in den jeweiligen Schularten und Fächern veröffentlicht worden.

Unterstützungsmaterialien

Die zugehörigen Präsentationen für Grundschulen und weiterführende Schulen gibt es im Schulportal unter der Rubrik Unterricht (Eintrag vom 16. Juli 2021, Unterstützungsmaterialen zur Umsetzung der Lehrpläne im Schuljahr 2021/2022).

Dirk Reelfs, Pressesprecher im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

3 Kommentare

  1. Fragensteller 3 Monaten vor

    Sehr geehrtes Team,
    wie kommen Lehrer und Lehrerinnen an freien Schulen an die Dateien?
    MfG

    • Lynn Winkler - SMK 3 Monaten vor

      Lieber Fragensteller,

      vielen Dank für Ihre Nachfrage. Die Lehrplan-Datenbank ist frei zugänglich, dort lassen sich alle Materialien abrufen. Einzige Ausnahme bilden die Angebote für die Lernstandserhebung in Klassenstufe 11, diese befinden sich im passwortgeschützten Bereich des Bildungsservers. Für diese Seite hat die Schulleitung ein Passwort.

      Herzliche Grüße
      Lynn Winkler

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