Corona-Schnelltests abgeschlossen – Infektionsraten bei Schülern und Lehrern bleiben sehr gering

Zu Beginn des Präsenzunterrichtes für Sachsens Abschlussklassen haben sich insgesamt 22.194 Personen freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Das ergaben die abschließenden Testergebnisse von 643 Schulen.

Danach haben sich insgesamt 17.058 Schüler und damit knapp 34 Prozent testen lassen. Die Beteiligung fiel unter den freien Schulen mit rund 25 Prozent deutlich geringer aus als bei den öffentlichen Schule, wo sich 35 Prozent der Schüler testen ließen.

Insgesamt 34 Schüler wurden mit einem Antigen-Schnelltest positiv auf Covid-19 getestet. Das sind 0,2 Prozent der getesteten Schüler. Außerdem ließen sich 5.136 Lehrkräfte und weitere pädagogische Personen testen. Davon wurden 21 Personen positiv getestet. Das entspricht einer Infektionsrate von 0,4 Prozent.

Kultusminister Christian Piwarz zeigte sich enttäuscht hinsichtlich der Teilnahmequote, bewertete die Infektionsraten jedoch als sehr niedrig. Gleichzeitig dankte er dem Deutschen Roten Kreuz, seinen Partnerorganisationen und den Schulen für die Durchführung der Tests. »Dadurch hat der Schulbetrieb ein Stück mehr Sicherheit bekommen. Für die enorme Arbeit und Unterstützung danke ich den Einsatzkräften und Lehrerinnen und Lehrern.«

»Ich danke allen Rotkreuz-Einsatzkräften und den beteiligten Hilfsorganisationen in ganz Sachsen, dass sie diese Aufgabe übernehmen. Die Corona-Schnelltests sind eine der drei wichtigen Säulen zur Bekämpfung der Pandemie. Neben Hygiene- und Abstandsregeln sowie dem Impfen bleibt Testen ein wichtiges Werkzeug, um diese Pandemie gemeinsam eindämmen zu können«, so Rüdiger Unger, Vorstandsvorsitzender des DRK Sachsen.

Dirk Reelfs, Pressesprecher im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

16 Kommentare

  1. GmbH Franz 1 Monat vor

    Warum enttäuscht? Da wir in einer Egoismus geprägten Gesellschaft leben, was auch Demonstrationen mit „oh wie ist das schön!“ Chören verdeutlichen, ist es doch verständlich, dass Eltern ihre Kinder nicht zum Testen gehen lassen, wenn sie die Aufwendige Betreuung beim Homeschooling stemmen müssten. Ohnehin wäre so ein Test nur JEDEN Tag VOR der Schule sinnvoll.

  2. Sabine Friedel 1 Monat vor

    Die Enttäuschung ist verständlich – aber lohnt ein weiteres Nachdenken: Die Testquoten sind doch nicht so niedrig, weil die Schülerinnen und Schüler gedankenlos wären oder zu faul zum Hingehen. Viele gehen nicht testen aus Angst, positiv zu sein und dann in Quarantäne zu müssen und nicht in die Schule zu können. Freunde, Notendruck und Prüfungen, die Sorge vorm Verpassen, vorm Sitzenbleiben – all das spielt eine Rolle. Und deshalb ist es so wichtig, diesen Druck zu nehmen und die Anforderungen jetzt und auch in den kommenden Jahren auf das zu reduzieren, was im Leben wirklich wichtig ist.

  3. R. Scheffer 1 Monat vor

    Vielleicht war die Teilnahmequote deshalb so gering, weil viele wissen, dass einmalig durchgeführte Antigen-Schnelltests hinsichtlich der tatsächlichen Infektionsrate nicht sehr aussagekräftig sind, da sie nur eine kurze Momentaufnahme bedeuten und am nächsten Tag ein ganz anderes Ergebnis liefern könnten. Schüler und Lehrer, die möglicherweise bereits infiziert sind aber eine zu geringe Viruslast für diesen Antigen-Nachweis per Schnelltestverfahren aufweisen, werden vielleicht an diesem einen Stichtag (noch) gar nicht erfasst. Es entsteht also eine trügerische Sicherheit, wenn diese Tests nicht regelmäßig wiederholt oder sogar Tage vor Beginn der Unterrichtspräsenz durchgeführt werden.

  4. Cornelia Pokel 1 Monat vor

    Damit haben wir bei Schülern eine Inzidenz von 200, bei einer Beteiligung von einem Drittel. Die Inzidenz ist also höher, liegt demnach zwischen 200 und 600. Bei Lehrern liegt die Inzidenz bei 400, da es keine Zahlen zur Beteiligung gibt, könnte das durchaus auch höher sein. Ich weiß jetzt wirklich nicht, was daran beruhigend sein soll. Es wäre günstig, wenn Sie bei der Veröffentlichung der Auswertung der Daten Jemanden hinzuziehen, der Grundkenntnisse in Statistik aufweist.

  5. Paukerinpetra 1 Monat vor

    Die Initiative ist löblich, ohne Frage. Aufwand und Nutzen stehen dennoch in einem Missverhältnis. Morgens getestet und negativ, nachmittags im Schulbus oder anderswo vielleicht infiziert. Es ist und bleibt nur eine Momentaufnahme.

  6. Lehrerin 1 Monat vor

    Es war doch klar, dass der Test nicht gut angenommen wird. Im Rudel im Bus zur Testschule für eine Momentaufnahme, die noch dazu oft genug fehlerhaft ist. Schnelltests jede Woche an der eigenen Schule – dann sind auch mehr dabei.

  7. Rico Walter 1 Monat vor

    Hallo! Ich finde es sehr unprofessionell, jetzt von diesen wenigen Teilnehmerzahlen darauf zu schließen, dass Schulen sichere Orte seien. Das hat nichts mit wissenschaftlicher Herangehensweise zu tun und macht die Institution des SMK insgesamt unglaubwürdig, ebenso wie die wissenschaftlichen Einrichtungen, die an bisherigen Prozessen beteiligt waren. Auch lässt die derzeitige Lage, also Rückgang der Inzidenzwerte nach u.a. Schulschließung, andere Schlüsse zu. Statt solch schon fast populistisch anmutender Äußerungen, sollte die Energie deutlich mehr in Aufklärung zu Testungen, ggf. auch Impfungen betrieben werden. Vielleicht ließen sich auch motivierende Faktoren einbringen, welche die Schüler- und LehrerInnen eher dazu bewegen, sich testen zu lassen.
    MfG R.Walter

  8. Rechenlehrer 1 Monat vor

    Durch Kultusminister Herrn Piwarz wurde die Infektionsrate als sehr niedrig bewertet. Habe ich da etwas nicht verstanden? 0,2% bedeutet nach Dreisatz 2 von 1000, 20 von 10000 bzw. 200 von 100000, das aber entspricht m. E. doch schon einer erhöhten Inzidenz (=das Vierfache von 50). Bei den Lehrern wäre die Inzidenz mit 400 von 100000 (0,4%) höher als in jedem Kreis in Sachsen. Ich gehe bei meinen Überlegungen davon aus, dass im Falle eines täglichen Messens (7 Tage nacheinander), die Prozentsätze sich nicht verändern würden. Bitte helfen Sie mir, das zu verstehen.

  9. ein Lehrer 1 Monat vor

    Nein, diese Infektionsrate ist erschreckend hoch!
    0,2% – das sind 200 Fälle auf 100 000 Personen, 0,4% bereits 400.
    Die 7-Tage-Inzidenz wäre… … …nicht auszudenken.

    Stellen wir uns vor, wir testeten morgen alle Sachsen und 0,2 % bzw. 0,4% würden positiv getestet.
    Das wären 0,002 bzw. 0,004 mal 4 076 000 Personen = 8150 bzw. 16 400!

  10. Einfeldt 1 Monat vor

    Wenn bei einem anlasslosen Test 200/100.000 bzw. 400/100.000 gefunden werden, sind das keine ’niedrigen Infektionsraten‘.

  11. Thomas 1 Monat vor

    Es ist hilfreich die pos. Quoten hier in Inzidenzwerte anzugeben:

    1) 34 Schüler hatten ein pos. Ergebnis von 17058 insg.
    Schüler-Inzidenz = 199

    2) 21 Lehrer hatten ein pos. Ergebnis von 5136 insg.
    Lehrer-Inzidenz = 409

    3) insg. 55 Schüler & Lehrer waren pos. von insg. 22194 Personen
    Schul-Inzidenz = 248

    Wieso werden solche Inzidenzwerte dann so bewertet?
    „Infektionsraten bei Schülern und Lehrern bleiben sehr gering“

  12. Jens Herrmann 1 Monat vor

    Sehr geehrter Herr Reelfs,

    ist es richtig gerechnet? Bedeutet 0,2 Prozent nicht eine Inzidenz von 200? Ist das auch noch wenig? Wo habe ich meinen Denkfehler?

    Mit freundlichen Grüßen

  13. Fragensteller 1 Monat vor

    „Kultusminister Christian Piwarz zeigte sich enttäuscht hinsichtlich der Teilnahmequote“
    Ja warum war denn das wohl so?
    Wenn Schüler teilweise 20, 30 km pro Strecke (!) erst mit Bus und Bahn fahren müssen ist das Risiko sich dort anzustecken doch weit größer, als wenn sie direkt in die Schule gehen oder mit dem Rad fahren und sich damit weit weniger Risiken aussetzen als in vollen Bussen und Bahnen? Mir wurde von mehreren Schülern gesagt, dass sie seit 4 Wochen keinen Kontakt außerhalb der Familie hatten und somit das Risiko bei langen Bus- und Bahnfahrten viel höher sehen, als wenn sie nur zum Unterricht gehen und danach direkt wieder nach hause.

    Statt wie in Sachsen-Anhalt allen Schulen Testsets zuzusenden und dort DIREKT vor dem ersten Unterricht zu testen, mussten manche Schüler bis Mittwoch (!) warten. Dass die Quote daher so gering ist, ist völlig nachvollziehbar und bei freien Schulen ebenso – viele dachten, das Angebot gilt (wie bei vielen anderen Dingen z.B. Lieferung von FFP2-Masken für Lehrkräfte gab es nur an staatliche Schulen, ebenso wie Desinfektionsmittel etc.) wieder nur für staatliche Schulen. Vielleicht wäre es sinnvoller, als SMK endlich eine einheitliche Linie in Bezug auf Infektionsschutz zu fahren, d.h. alle Schulträger gleich zu behandeln, um Verwirrung auszuschließen?

    PS: Unklarheit herrscht wohl in Kl. 11 an Gymnasien – findet dort nun Präsenzpflicht in allen Fächern statt oder nur in Prüfungsfächern? Die stehen bis auf die Leistungskurse und/oder Mathe/Deu noch gar nicht fest, was fällt also weg und was nicht, ist das verbindlich oder kann wieder jede Schule frei entscheiden? Das scheint jede Schule anders zu lösen (vor allem weil so Unmengen Freistunden entstehen), manche machen nur die LK, manche lassen nur Sport weg, die nächsten führen alles normal durch, … die 11 ist eben keine „Abschlussklasse“.

    Beste Grüße

  14. Susanne Jetter 1 Monat vor

    Sehr geehrter Herr Reelfs,
    mich würde interessieren, wie hoch der prozentuale Anteil der Lehrer, die sich testen ließen war in Bezug auf die Anzahl, die sich hätten testen lassen können. Bei den Schülern haben Sie die Prozentzahl genannt.
    Ich würde gern aus beruflichem Interesse als Verantwortliche für mehrere Kindertageseinrichtungen einen Vergleich zu der Testbereitschaft unseres pädagogischen Personals ziehen.
    Über eine Antwort würde ich mich freuen!
    Mit freundlichen Grüßen,
    Susanne Jetter

    • Lynn Winkler - SMK 1 Monat vor

      Liebe Susanne Jetter,

      vielen Dank für Ihre Nachfrage. Dazu können wir leider keine Zahlen nennen. Der Grund: Während wir bei Schülerinnen und Schülern genau wissen, wie viele in den Abschlussklassen sitzen, ist das bei Lehrerinnen und Lehrern nicht möglich, da Lehrerinnen und Lehrer immer in mehreren Klassen tätig sind.

      Herzliche Grüße
      Lynn Winkler

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  1. […] verzichtet. Einige Bundesländer verfolgen aber Ansätze, die in eine ähnliche Richtung gehen. Sachsen beispielsweise hatte den Abschlussklassen, die im Januar wieder in den Präsenzunterricht durften, […]