Schüler wollen wieder in die Schule: Ergebnisse der Leipziger Corona-Schulstudie liegen vor

Schüler wollen wieder in die Schule: Ergebnisse der Leipziger Corona-Schulstudie liegen vor

Wie ist es um die Immunität gegen das Coronavirus unter Schülern und Lehrern an Sachsens Schulen bestellt? Welche psychosozialen Auswirkungen gibt es? Das haben auch die Mediziner des Leipziger Universitätsklinikums untersucht. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor.

Prof. Dr. Wieland Kiess, Foto: Universitätsklinikum Leipzig

Im Auftrag der Staatsregierung nahmen die Mediziner des Leipziger Universitätsklinikums in den Monaten Mai und Juni im Rahmen der Corona-Schulstudie 2599 Abstriche und 2344 Blutproben von insgesamt 2687 Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern. Teilgenommen hatten insgesamt 18 Grundschulen und Gymnasien in Borna, Dresden, Leipzig, Werdau und Zwickau. Die Abstriche sowie das Blut wurden auf Antikörper gegen das Coronavirus untersucht. Ziel der Studie war es, den Anteil der bereits Erkrankten und wieder Genesenen in den sächsischen Schulen zu bestimmen und über den Zeitraum der schrittweisen Wiedereröffnung der Schulen durch Folgeuntersuchungen und Auswertungen wissenschaftlich beratend zu begleiten. Ziel der Studie war es, ein Bild über die Infektionslage in sächsischen Schulen zu bekommen und die Wiederöffnung der Schulen durch die Untersuchungen beratend zu begleiten.

Geringe Infektionslage

Die Infektionslage in den untersuchten Schulen war zum Untersuchungszeitpunkt unbedenklich. Die Leipziger Studie bestätigt damit die Ergebnisse der Dresdner Studie: Beide Studien zeigen, dass die Infektionslage an Sachsens Schulen gering ist.

Es wurden unter 2599 Probanden keine aktiven Infektionen gefunden. Der Anteil der bereits Erkrankten und wieder Genesenen ist mit 0,6 Prozent sehr niedrig – lediglich 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wiesen Antikörper auf. Unter den Lehrerinnen und Lehrern wurden 0,8 Prozent (6 von 796 Teilnehmerinnen und Teilnehmern) positiv getestet, unter den Schülerinnen und Schülern 0,5 Prozent (8 von 1542 Teilnehmerinnen und Teilnehmern). “ Zusammenfassend haben wir zum aktuellen Zeitpunkt keinen Hinweis darauf, dass Kinder und Jugendliche besonders häufig den SARS-CoV-2 in sich tragen oder getragen haben. Es scheint sogar eher so, dass sich Kinder im Vergleich zu Erwachsenen seltener infizieren. Um diese Tendenzen zu bestätigen bedarf es weiterer Untersuchungen“, resümiert der Leiter der Studie, Prof. Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. Relevante Unterschiede beim Vergleich der ausgewählten Untersuchungsregionen gibt es nicht. Folgeuntersuchungen der Corona-Schulstudie in Sachsen werden direkt nach den Sommerferien im September und erneut nach den Herbstferien im November 2020 stattfinden.

Psychosoziale Auswirkungen

Die Leipziger Mediziner untersuchten auch die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf die soziale und psychische Situation der Schülerinnen und Schüler. Mehr als dreiviertel aller Schulkinder wünschten sich, dass sie wieder normal zur Schule gehen können. „Es ist angesichts der aktuellen Datenlage richtig, die Schulen in Sachsen wieder zu öffnen und unter Kontrolle die Hygienemaßnahmen zu lockern, um sich wieder einem normalen Schulalltag anzunähern“, so Klinikdirektor Wieland Kiess.

Die Ergebnisse der Studie gibt es hier im Überblick.

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

5 Kommentare

  1. Anonym 2 Monaten vor

    Wie aussagekräftig ist diese Studie?
    Getestet wurde wann? Mai und Juni? Also nachdem die Schulen und Kitas schon anderthalb Monate geschlossen waren?

    Wie wäre die Studie ausgefallen wenn es keine Schließungen gegeben hätte?

    Ich finde es verantwortungslos diese Studie heranzuziehen für das öffenen der Schulen und Kitas….

  2. Andrea Bernacki 2 Monaten vor

    Andrea B.
    Ich habe die Möglichkeit als Lehrerin mich wöchentlich 1x testen zu lassen in Anspruch genommen.
    Wie ist das während der unterrichtsfreien Zeit – Ferien bzw. Urlaub geregelt?
    Meine Arztpraxis hat mich in der ersten beiden Ferienwochen getestet, doch jetzt möchten sie einen
    Hinweis, dass in den Ferien die Testung weiterläuft mit dem Argument, dass ich ja keinen Schülerkontakt habe.
    Darüber bin ich verwundert, weil ich demnächst die Sommerschule durchführe und mit die Gewissheit haben möchte gesund zu sein für mich und für die Schule.

    • Dirk Reelfs - SMK 1 Monat vor

      Hallo „Andrea B.,
      selbstverständlich können Sie sich 1x wöchentlich auch in der unterrichtsfreien Zeit testen lassen. Die Regelungen gelten fort. Übrigens vielen Dank für das Angebot in der Sommerschule, das Sie Ihren Schülern unterbreiten.
      Viele Grüße aus der Pressestelle

  3. Tschirpig 2 Monaten vor

    Hallo habe gerade auf Welt.de einen auszug einer wohl aktuell laufenden Pressekonferenz
    zur Schülerstudie mit Minister und Prof. … TU DD gesehen,

    Können Sie link schicken/veröffentlichen, wo man dies weiter oder später sehen kann?

    MfG Thomas Tschirpig