Bundesweiter Schüler-Vergleichstest: Sachsen belegt Spitzenplatz

Bundesweiter Schüler-Vergleichstest: Sachsen belegt Spitzenplatz

Sachsen belegt den ersten Platz beim IQB-Bildungstrend 2018, Sekundarstufe I (MINT-Kompetenzen).

Über das Abschneiden beim bundesweiten Ländervergleich zeigte sich Kultusminister Christian Piwarz erfreut: „Die sehr gute Arbeit unserer Lehrer und unser stabiles und verlässliches Bildungssystem sind die Eckpfeiler des erneuten Erfolges beim Ländervergleich.“ Er stellte klar: „Der Ländervergleich zeigt, dass sich schulfachliche Experimente und Umbrüche im Schulsystem zu Lasten der Schülerleistungen auswirken. Ich werbe für größtmögliche Kontinuität und bin gegen Experimente. Umstellungen im Schulsystem kosten Zeit, Kraft und Ressourcen. Lehrer können sich durch ständig neue Vorgaben nicht auf die Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität konzentrieren. Aber genau das ist der Schlüssel zum Erfolg. Denn gute Schule ist guter Unterricht und dabei kommt es auf den Lehrer an.“

Die Studie untersucht die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler am Ende der Sekundarstufe I. Auf Grundlage der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) für den Hauptschulabschluss und den Mittleren Schulabschluss prüft sie, ob die Leistungen den Kompetenzerwartungen entsprechen.

Sachsen belegt innerhalb Deutschlands in allen getesteten Kompetenzen – Mathematik, Biologie, Chemie und Physik – mit 530 Punkten im Bereich Mathematik und 525 bis 535 Punkten in den Naturwissenschaften (bundesdeutscher Mittelwert: Mathe 499 Punkte, Naturwissenschaften 494 bis 500 Punkte) den ersten Platz. Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler liegen damit signifikant über dem deutschlandweiten Mittelwert. Im Vergleich zu 2012 hat Sachsen ein stabiles Ergebnis behaupten können.

Mathematik Naturwissenschaften
530 Punkte (2012: 536 Punkte) 525 bis 535 (2012: Punkte 530 – 544)
Rang 1 Rang 1

Die Ergebnisse im Überblick

Mathematik

Die mathematische Kompetenz der sächsischen Schülerinnen und Schüler liegt mit 530 Punkten signifikant über dem deutschlandweiten Durchschnitt und damit auf dem ersten Platz der nationalen Skala vor Bayern (524) und Thüringen (507). Mit einem Schüleranteil von 57 Prozent, die in Mathematik den Mindeststandard für den mittleren Schulabschluss (MSA) erreichen, rangiert Sachsen ebenfalls auf Platz 1.

Naturwissenschaften

Die naturwissenschaftliche Kompetenz (Biologie, Chemie und Physik) der sächsischen Schülerinnen und Schüler liegt mit 525 bis 535 Punkten deutlich über dem deutschen Durchschnitt und damit auf Rang 1 der nationalen Skala. Beim Erreichen der Regelstandards und Verfehlen der Mindeststandards für den MSA rangiert Sachsen auf Platz 2 nach Bayern.

Regelstandard MSA erreicht Mindeststandard für MSA nicht erreicht
Fachwissen
Biologie 79.9 % 2.1 %
Chemie 67.5 % 9.7 %
Physik 80.0 % 3.6 %
Erkenntnisgewinnung
Biologie 65.3 % 5.2 %
Chemie 69.9 % 6.7 %
Physik 83.4 % 3.4 %

 

Geschlechtsbezogene Kompetenzunterschiede

Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sind im Vergleich zu 2012 deutschlandweit nach wie vor vorhanden. Für Sachsen spielen die Geschlechterunterschiede beim Erreichen der Kompetenzwerte in Mathematik, Chemie und Physik 2018 kaum eine Rolle. Lediglich in Biologie sind die Mädchen den Jungen mit 22 Kompetenzpunkten deutlich überlegen.

Im deutschlandweiten Vergleich sind Jungen von ungünstigen Entwicklungen seit 2012 häufiger betroffen. Bei ihnen haben sich auch die Werte für das Selbstkonzept und das Interesse an den untersuchten Fächern verringert (am meisten im Fach Mathematik). Außer in Biologie haben sie aber weiterhin ein deutlich höheres Selbstkonzept und Interesse als die Mädchen an den Fächern. Außer in Mathematik haben die Mädchen mit ihren Kompetenzwerten in Biologie, Chemie und Physik die Nase vorn. Am geringsten fallen die Unterschiede zwischen den Geschlechtergruppen im Fach Physik aus. Deutschlandweit sind die geschlechtsbezogenen Unterschiede im Fach Mathematik seit 2012 deutlich zurückgegangen. In den naturwissenschaftlichen Fächern sind signifikante Veränderungen zwischen Mädchen und Jungen nur auf Länderebene und lediglich für Brandenburg und Thüringen zu verzeichnen.

Den kompletten Vergleichstest gibt es hier.  

Hintergründe zum sächsischen Erfolg

  • Sachsen hat seit Jahren in Deutschland eine führende Position bei der MINT-Förderung inne. Traditionell hat der Bereich der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) im sächsischen Schulsystem eine herausragende Bedeutung.
  • In allen Schularten beträgt der Anteil der MINT-Fächer am Gesamtunterricht über 30 Prozent.
  • Sächsische Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an einer Vielzahl von mathematischen, naturwissenschaftlichen, informatischen und technischen Wettbewerben auf Landes- und Bundesebene sowie auf internationaler Ebene.
  • Lehrkräfte aus dem Bereich der Mathematik und Naturwissenschaften wurden in den letzten Jahren flächendeckend fortgebildet.
  • MINT-Kompetenzen spielen bereits bei der frühkindlichen Bildung eine wichtige Rolle. Sie sind z. B. fester Bestandteil des Kita-Bildungsplanes.
  • Am Projekt „Haus der kleinen Forscher“, das flächendeckend die sächsischen Kindertagesstätten bei der naturwissenschaftlichen Bildung unterstützen soll, sind 70 Prozent der sächsischen Kindertagesstätten beteiligt – deutschlandweiter Spitzenwert.
  • MINT-Bildung hat auch in den Grundschulen einen hohen Stellenwert: So unterstützt das Kultusministerium die Initiative „Haus der kleinen Forscher“ seit 2014. Bereits in der Klassenstufe 1 und 2 weisen naturwissenschaftlich-technische Themen im Pflichtbereich einen Anteil von 72 Prozent auf.
  • An den Oberschulen und Gymnasien kommen umfangreiche Kooperationen mit außerschulischen Institutionen und Bildungsträgern zur MINT Förderung hinzu. Bundesweit einmalig ist das Absolvieren einer schriftlichen Prüfung entweder in Biologie, Chemie oder in Physik als eine notwendige Voraussetzung für den Realschulabschluss.
  • 90 Prozent der Gymnasien bieten aktuell ein schulspezifisches Profil mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt an.
Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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