Zivilgesellschaftliche Bildungsträger bringen Bildung für BNE in ganz Sachsen in die Praxis – von der Kita bis zur Hochschule. Zwei Beispiele aus der BNE-Kleinprojekteförderung zeigen, wie Lernen alltagsnah, wirksam und motivierend gestaltet werden kann.
Sachsenweit aktiv: Die Vielfalt außerschulischer BNE-Angebote ist groß
Seit vielen Jahren leisten zivilgesellschaftliche Akteure als Partner der Schulen einen wichtigen Beitrag zur BNE – im Diskurs ebenso wie in der konkreten Umsetzung. Es gibt eine große Vielfalt an Organisationen und Lernorten: von Trägern des Globalen Lernens über Umwelt- und Verbraucherbildung, kulturelle und interkulturelle Bildung, Medienbildung sowie politische, religiöse und ökonomische Bildung bis hin zur naturwissenschaftlich-technischen Bildung.
Diese Angebote erreichen Menschen jeden Alters und eröffnen vielfältige Zugänge zu Fragen einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Sie wirken sachsenweit und sind insbesondere für klein- und mittelstädtische sowie ländliche Regionen ein wichtiges Potenzial, um Bildungsangebote vor Ort zu stärken.
Unterstützung für Kleinprojekte seit 2020
Angelehnt an die Sächsische Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) unterstützt das Kultusministerium seit 2020 dieses bildungspolitische Engagement. Mit dem Programm »Förderung von Kleinprojekten zur Umsetzung der Sächsischen Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung« (SäLa-BNE) wurden inzwischen insgesamt 92 Kleinprojekte gefördert.
Die Bandbreite der Inhalte und Formate ist groß: Workshops in Kitas zur Abfallvermeidung, Exkursionen zu Bauernhöfen in der Nachbarschaft, Ferienangebote zu klimafreundlicher Ernährung oder Fortbildungen zur Umsetzung von Nachhaltigkeit – zum Beispiel für Beschäftigte in Bibliotheken. Die Projekte unterstützen Einrichtungen und Lernorte in allen Bildungsbereichen der Landesstrategie.
Einblicke in zwei tolle geförderte Projekte
Klimagerechtigkeit in der Grundschule: Zukunftsgestalten e. V.
Mit einem Workshopangebot für Schulen zu Klimagerechtigkeit war Zukunftsgestalten e. V. aus Dresden in einer dritten Klasse der Grundschule Heidenau zu Gast. Spielerisch näherten sich die Kinder der Frage, welchen Einfluss unsere Ernährung auf Klima und Umwelt hat. Ziel war es, Grundlagenwissen zum Klimawandel zu festigen und die unterschiedlichen Wirkungen eigener Ernährungsentscheidungen kennenzulernen.





Klassenlehrerin Anja Engelmann war wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler auf lebensnahe Weise einen Zugang zum Thema finden: »Sie hatten Spaß, konnten viel eigene Erfahrungen einbringen und so unmittelbar erleben, dass das Thema auch ihre tägliche Lebenswelt berührt.«
Der Ansatz des Vereins verbindet Austausch über wünschenswerte Zukunftsbilder – lokal wie global – mit konkreten, alltagsbezogenen Handlungsoptionen. Die Rückmeldungen der Kinder zeigten, wie sehr das Thema sie beschäftigte:
»Ich fand es echt spannend – die Zeit verging so schnell. Wann kommst du wieder?«
»Mir hat’s echt gefallen – ich hätte nicht gedacht, dass wir uns so viele Nutztiere halten.«
»Ich fand eigentlich alles am besten.«

Außerschulische Lernorte in der Lehrkräftebildung: Konzeptwerk Neue Ökonomie e. V.
Konzeptwerk Neue Ökonomie e. V. aus Leipzig richtete 2025 ein Angebot an Lehramtsstudierende am Zentrum für Lehrkräftebildung und Schulforschung (ZLS) der Universität Leipzig. Unter dem Titel »Meine Schule, unsere Welt« wurde die globale Dimension wirksamer BNE praktisch erfahrbar gemacht.
Im Mittelpunkt standen das Potenzial und die Grenzen außerschulischer Lernorte als Lernanlass für schulische Bildung – und ihr Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation. Methodisch setzte das Projekt auf einen ganzheitlichen Ansatz, der Denken, Fühlen und Handeln einbezieht, positive Emotionen stärkt und gute Bedingungen für das Lernen ermöglicht.


Für die Wahl der Zielgruppe war ausschlaggebend: Lehramtsstudierende wirken später als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Im Studium können sie – noch ohne schulischen Handlungsdruck – offener in Lern- und Veränderungsprozesse gehen und tragen Erfahrungen später in Schulen in ganz Sachsen.
Wie nachhaltig die Impulse wirkten, zeigen Stimmen aus dem Seminar: Studentin Lara wurde darin bestärkt, »Bildung nicht nur als Vermittlung von Wissen zu verstehen, sondern als einen Prozess, der persönliche Entwicklung, kritisches Denken und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbindet.« Ihre Kommilitonin Elisabeth beschrieb den Kurs als »Perspektivwechsel – raus aus dem Seminarraum, rein in die reale Umgebung – das hat mein Lernen intensiviert«.
Die Erfahrungen stärkten den Wunsch, Lernen künftig erfahrbarer, lebensnäher und offener zu gestalten und zugleich anzuerkennen, dass nachhaltige Entwicklung selten einfache Antworten bereithält, sondern häufig das Aushalten von Widersprüchen und gemeinsames Nachdenken über komplexe Zusammenhänge erfordert.
Fazit
Die Beispiele zeigen, wie außerschulische Bildungsträger BNE in Sachsen konkret und wirksam umsetzen – nah an der Lebenswelt der Lernenden und gleichzeitig mit Blick auf gesellschaftliche Zukunftsfragen.
Ihr Verein hat auch Interesse an der BNE-Kleinprojekteförderung? Dann wenden Sie sich gern an Cora Steckel von der Stiftung Nord-Süd-Brücken: https://www.nord-sued-bruecken.de/foerderung/foerderprogramme/inland-bildungsarbeit-saela-bne/.
Ein Förderantrag kann jederzeit eingereicht werden, sollte jedoch mindestens vier bis sechs Wochen vor Projektbeginn gestellt werden.
