Schulen in Sachsen testen Einsatz von künstlicher Intelligenz

Kann künstliche Intelligenz Lehrerinnen und Lehrer beim Unterrichten unterstützen und das individuelle Lernen der Schülerinnen und Schüler ermöglichen? Antworten auf diese Fragen werden derzeit im Auftrag der Kultusministerkonferenz an sechs Schulen in Sachsen gesucht.

Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind die beiden einzigen Bundesländer, die im Auftrag der Kultusministerkonferenz den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Schulen testen. Gemeint ist das Intelligente Tutorielle System (ITS) Area9 Rhapsode, entwickelt vom dänischen Unternehmen Area9 Lyceum, mit Standorten in Kopenhagen, Boston und Leipzig. Genutzt wird das System bereits von Kindern in Dänemark und Großbritannien sowie von Lernenden aller Altersgruppen einschließlich der Erwachsenen – mehr als 1,5 Millionen Nutzerinnen und Nutzer.

Area9 soll den Präsenzunterricht nicht ersetzen. Untersucht wird vielmehr, ob das Programm den Unterricht sinnvoll ergänzen kann. Während der Testphase an sechs Schulen in Sachsen soll herausgefunden werden, ob das tutorielle System auch an Schulen in Deutschland eingesetzt werden kann. Speziell wird getestet, ob das System:

  • den Schülerinnen und Schülern, entsprechend ihren Bedürfnissen, unterschiedliche Lernwege anbietet,
  • die Lehrkräfte dabei unterstützt, den Lernstand ihrer Schülerinnen und Schüler jeweils zu erfassen,
  • es ermöglicht, dass nach dem Durchlaufen der jeweiligen Module, alle Schülerinnen und Schüler möglichst denselben Kompetenzstand erreicht haben.

Hinter dem eingesetzten ITS steht ein Algorithmus, der speziell zur Unterstützung beim Lernen entwickelt wurde. Dadurch passt das Programm für jede Schülerin und jeden Schüler vollautomatisiert den individuellen Lernweg an. Jeder Schüler erlebt damit eine Eins-zu-Eins-Betreuung. Dabei erkennt das KI-System selbstständig, wann der Schüler einen Lernbereich verstanden hat. Der Schüler setzt sich dabei nur mit den Inhalten auseinander, die für ihn wirklich relevant sind. Wenn der Schüler oder die Schülerin eine Aufgabe löst, merkt sich das Programm den Lernstand des Kindes und generiert danach die nächsten Aufgaben. Zudem haben Lehrkräfte die Möglichkeit, sich die Lernkurven für jedes Kind anzeigen zu lassen. Damit kann die Lehrkraft noch individueller auf die Schülerinnen und Schüler eingehen. Noch bis Ende Juli läuft der Einsatz von künstlicher Intelligenz an den sechs Schulen in Sachsen. Danach werden die Ergebnisse ausgewertet.

Dirk Reelfs, Pressesprecher im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

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