Online-Umfrage zur Schülermitwirkung in Sachsen

Online-Umfrage zur Schülermitwirkung in Sachsen

Schülermitwirkung ist in Sachsen gesetzlich verankert. So sollen junge Menschen Leben und Unterricht an ihrer Schule mitgestalten. Doch wird Mitwirkung an sächsischen Schulen tatsächlich gelebt? Und welche Bedarfe haben Schülervertretungen und Vertrauenslehrkräfte? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine groß angelegte Online-Befragung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) unter sächsischen Schülervertretungen und Vertrauenslehrkräften.

Die wesentlichen Ergebnisse

Schülerräte wünschen sich mehr Fortbildungen

Foto: © sebra | Fotolia

Was Schülermitwirkung anbelangt, herrscht sowohl bei Schülervertretungen als auch bei Vertrauenslehrkräften ein hoher Fortbildungsbedarf. Nur die Hälfte aller befragten Schülerräte gibt an, ihre Rechte und Aufgaben zu kennen. „Ich würde mich freuen, wenn wir als Schülerrat ein paar mehr Tipps vom Kultusministerium bekämen zur Frage: Was darf ein Schülersprecher und was nicht?“, verdeutlicht ein Befragter. 85 Prozent der befragten Schülervertretungen haben bisher noch an keiner Fortbildung oder einem Seminar für Schülervertretungen teilgenommen. Der Großteil würde dies jedoch gerne tun. Insbesondere bei der Organisation von Projekten und bei der Lösung von Konflikten wünschen sich Schülerräte Unterstützung.

Vertrauenslehrkräfte üben Amt gerne aus

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass viele Vertrauenslehrkräfte das Amt gerne ausüben – trotz des zusätzlichen Aufwandes von etwa fünf Stunden im Monat. Auch Vertrauenslehrerinnen und -lehrer wünschen sich mehr Fortbildungen – insbesondere zur (kollegialen) Beratung in schwierigen Situationen, zur Gestaltung der Begleitarbeit der Schülervertretung und zum Umgang mit dem Lehrerkollegium und der Schulleitung. Schwierigkeiten haben die meisten Vertrauenslehrkräfte vor allem damit, ihre Ansprechperson bei der Schulaufsichtsbehörde zu identifizieren. Beinahe zwei Drittel der Befragten wissen nicht, an wen sie sich wenden können.

Hier gibt es den Abschlussbericht Online-Befragung 2018.

Was sagt das Kultusministerium zu den Ergebnissen?

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, wie wichtig die Fortbildungen* von Schülern durch das Programm „Mitwirkung mit Wirkung“ der DKJS sind. Deshalb werden sie in Zukunft noch weiter gestärkt.

Die Untersuchung macht darüber hinaus den Bedarf für Fortbildungen für Vertrauenslehrer deutlich. Hierzu wird das Programm „Mitwirkung mit Wirkung“ im Auftrag des SMK zukünftig zentrale Vernetzungsveranstaltungen und regionale Fortbildungen anbieten.

Hintergrund

Die Befragung wurde im Herbst 2018 im Rahmen des Programms „Mitwirkung mit Wirkung“ durchgeführt. Im Auftrag der DKJS befragte die internationale Beratungsfirma Ramboll über 800 Klassensprecherinnen und Klassensprecher sowie über 200 Vertrauenslehrkräfte in Sachsen.

Mitwirkung mit Wirkung ist ein Programm der DKJS, unterstützt durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus. Die kostenfreien Mitwirkungsseminare können über die Programmwebseite bestellt werden.

* Die Fortbildungen werden seit 2009 im Auftrag des Kultusministeriums durchgeführt.

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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