Zahl der Flüchtlingskinder an Schulen steigt

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Kultusministerin Brunhild Kurth zur Besuch in einer DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) © SMK-Dr. Meerheim

Die Zahlen sprechen für sich: Im Vergleich zum Vorjahr war die Zahl der Flüchtlingskinder in Vorbereitungsklassen schon im August 2015 um mehr als 70% auf  3.751 Schüler gestiegen. Im Laufe des aktuellen Schuljahres werden es deutlich über 5.000 Kinder sein.

Insgesamt lernen 25671 Schüler mit Migrationshintergrund aus über 141 Ländern (Stand 1. August 2015) an sächsischen Schulen. Um alle Schüler aufzunehmen, brauchen wir mehr Deutsch als Zweitsprache – Lehrer und ausreichend Schulplätze. Das zu realisieren, wird zunehmend schwieriger.

Anzahl der Schüler mit Migrationshintergrund in Sachsen

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Quelle: SMK

Gelebte Willkommenskultur an den Schulen

Trotz der steigenden Zahlen funktioniert unser sächsisches Integrationskonzept bisher reibungslos. Das ist in erster Linie den Lehrern zu verdanken. Deren Arbeit lässt sich nicht mit Geld aufwiegen. Aber auch die Schüler und ihre Eltern leben Willkommenskultur. Die Schulen bieten meist den ersten, intensiven Kontakt der Flüchtlingskinder und ihrer Eltern zu einem ihnen unbekannten Land und fremder Kultur. Damit sind sie der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration. Das Wohl der Kinder steht an allererster Stelle. Egal welchen Aufenthaltsstatus sie haben, egal woher sie kommen, sie gehören ab ihrem ersten Tag in der Schule dazu. Sie bekommen die bestmögliche Bildung, denn damit legen wir den Grundstein für eine echte Teilhabe an unserer Gesellschaft.

Wir werden noch mehr Lehrer für Deutsch als Zweitsprache brauchen

Momentan gibt es in Sachsen ausreichend Lehrer für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an Bord, um alle Flüchtlingskinder zu unterrichten. Im vergangenen Schuljahr gab es 332 Lehrerstellen für die wachsende Zahl an Schülern. Aktuell haben wir 632 Lehrer für DaZ. Im laufenden Schuljahr können wir weitere DaZ-Lehrer neu einstellen.

Allerdings wird es immer schwerer, Lehrer mit der Ausbildung „Deutsch als Zweitsprache“ zu bekommen. Deshalb werden zum Beispiel jetzt auch Deutsch als Fremdsprache (DaF) – Lehrer eingestellt. Um den zukünftigen Bedarf zu decken, gibt es außerdem zusätzliche Fortbildungskurse. Auch  eine Ausweitung der Studienkapazitäten über Leipzig hinaus ist im Gespräch.

Genügend Schulplätze bereitzustellen wird schwieriger

Wir benötigen natürlich ebenso ausreichend Schulplätze für die Flüchtlingskinder. Ganz besonders in Dresden und Leipzig ist das eine schwierige Aufgabe, da hier schon jetzt viele Schulen bis auf den letzten Platz verplant sind. Deshalb ist eine dezentrale Unterbringung auch für den schulischen Bereich wichtig. Umso besser können wir die Flüchtlingskinder integrieren, bevorzugt auch in den ländlichen Regionen mit grundsätzlich geringeren Klassenstärken.

Um weitere Kinder aufzunehmen, brauchen wir deshalb eine enge Abstimmung zwischen Unterbringungsbehörde, Schulträger und Kultusverwaltung. Das übernehmen bei uns die Koordinatoren für Migration in den Bildungsagenturen. Sie sind zuständig für alle Fragen der schulischen Integration. Das hat bisher gut funktioniert. Damit das weiter so bleibt, gibt es jetzt mehr Koordinatoren für Migration.

Noch mehr Hintergrundinformationen zum Thema sowie die Kontaktdaten der Koordinatoren für Migration sind auf unserer Homepage unter folgendem Link zu finden: http://www.schule.sachsen.de/1752.htm

Manja Kelch, Pressereferentin und Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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