Mit Achtsamkeit zu mehr Gesundheit im Schulalltag: Das Pilotprojekt »Gesundheitsförderung durch Achtsamkeit – das Mindful Teachers Program (MTP)« wurde erfolgreich abgeschlossen und die Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt. Jetzt geht das Programm weiter: Interessierte Schulen können sich ab sofort bewerben!
Von September 2023 bis Dezember 2024 hat das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) in Kooperation mit dem »Zentrum für Lehrer:innenbildung und Schulforschung (ZLS)« das MTP mit 30 sächsischen Schulen durchgeführt. Unter den Schulen waren neun Grundschulen, sechs Gymnasien, sieben Oberschulen, sechs Schulen mit Förderschwerpunkt, eine Berufsbildende Schule und eine Klinik- und Krankenhausschule.

In dem von der Universität Leipzig entwickelten Programm sind die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer in dem achtsamkeitsbasierten MTP-Ansatz geschult worden. Dafür waren 15 Trainerinnen und Trainer direkt vor Ort in den Schulen unterwegs – von Eilenburg bis Marienberg und Bautzen – und haben die 12 Programm-Einheiten zu einer Wunschzeit vermittelt. Im Fokus: Meditationen und Achtsamkeitsübungen zum Umsetzen im Schulalltag und in der Natur.
Das sind die Ergebnisse
Die Ergebnisse der Untersuchung mit insgesamt 146 Lehrkräften zeigten eine signifikante Verbesserung in der Achtsamkeit, eine Verringerung von Stresssymptomen, eine Reduktion von Burnout-Symptomen und eine Zunahme der Selbstwirksamkeit im Unterricht. Darüber hinaus entwickelte sich die interpersonelle Achtsamkeit, die Emotionsregulation und das Schulklima zum Besseren. Diese positiven Effekte reichten auch über die persönliche Ebene hinaus und beinhalteten eine gesteigerte Naturverbundenheit sowie ein stärkeres pro-ökologisches Verhalten.

Susanne Krämer, Projektleiterin von Achtsamkeit in der Bildung und Hoch-/schulkultur (ABiK) erklärt: »Achtsamkeit wird oft als Methode zur Stressbewältigung verstanden. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass sie weit darüber hinausgeht: Sie fördert eine Haltung der Verbundenheit – mit sich selbst, mit anderen und mit der Umwelt. Diese Haltung kann in der aktuellen Zeit ein wichtiger Faktor für gesellschaftlichen Wandel sein und Hoch-/schulkultur entscheidend verändern.«
Auch die ergänzende Zukunftswerkstatt, ein Schulentwicklungsformat, an der sieben Schulen teilnahmen, wurde positiv aufgenommen. Die Teilnehmenden stimmten im Durchschnitt zu, dass konkrete Schritte zur Zielumsetzung erarbeitet und für sie relevante Themen behandelt wurden, wie z. B. Gesundheitsfürsorge, Gremienarbeit, Informationstransparenz, Kommunikation, Wertschätzung und Nachhaltigkeit.

Und wie bewerten die Teilnehmenden das Kursangebot? »Vor allem, dass sich so viele aus dem Kollegium gemeinsam auf die Reise gemacht haben, gemeinsam sich diesen Themen, Übungen, der Stille gewidmet haben. Das begeistert mich total! Die Struktur, der Ablauf ist sehr stimmig, und gut gemacht! Die Authentizität der Kursleitung, der Humor, das Feingefühl«, resümiert eine Lehrerin.
Fazit
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Achtsamkeit nicht nur die individuelle Resilienz stärkt, sondern auch tiefgreifende positive Veränderungen im Schulalltag und in der Schulkultur bewirken kann.
Birgit Berlitz-Kapolke, Leiterin der Stabsstelle für Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement im LaSuB, beschreibt ihre Haltung zum Projekt so: »Die Gesundheitsförderung von Lehrkräften ist ein gemeinsames Anliegen des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und des Landesamts für Schule und Bildung. Die Stabsstelle für Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement des Landesamtes hat deshalb das Pilotprojekt mit der Uni Leipzig für öffentliche Schulen in Sachsen ins Leben gerufen und von Anfang an unterstützt.«

Nach den positiven Ergebnissen bietet das LaSuB im aktuellen Schuljahr weitere 30 Kurse und 15 Zukunftswerkstätten für interessierte Schulen an.
Hier geht es zur Kurs-Anmeldung!
Schulen, die sich für einen MTP-Kurs im laufenden Schuljahr interessieren, können sich noch bis zum 17. November 2025 im Schulportal anmelden.
Mehr Informationen zum Kurs und Projekt stellt das ZLS bereit: https://www.zls.uni-leipzig.de/forschung-und-projekte/abik/veranstaltungen/kurse-fuer-lehrkraefte.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich würde gern mit einem Verantwortlichen telefonieren. Gibt es die Möglichkeit Ihrerseits? Mit freundlichen Grüßen Grafe
Liebe Grit Grafe,
vielen Dank für Ihre Nachfrage. Den Kontakt habe ich Ihnen an die angegebene E-Mail-Adresse geschickt.
Herzliche Grüße
Lynn Winkler
Ich weiß nicht. Für mich ist das wie ein ein Bewegungsprogramm für starke Raucher. Man bräuchte es nicht,würde man die Wurzeln behandeln. Der Stress und die Arbeitsintensität in den Schulen steigt ständig durch immer größere Probleme die Kinder so mitbringen. Dazu kommen schwierige Eltern, zu große Klassen und oftmals sanierungsbedürftige Gebäude und mangelhafte Technik. Fazit: Arbeiten Sie an diesen Dingen und niemand benötigt ein Achtsamkeitstraining.
Liebe Astrid Georgenfest,
vielen Dank für Ihre Gedanken. Sicher wird MTP nicht alle Herausforderungen des Schulalltags lösen können, das ist richtig. Das ist nicht Ziel des Projekts. Dennoch möchten wir die Gesundheit in Schule fördern und interessierten Schulen das Angebot weiter zur Verfügung stellen. Dass MTP wirkt, zeigen die Ergebnisse: Achtsamkeit stärkt nicht nur die individuelle Resilienz, sondern kann auch tiefgreifende positive Veränderungen im Schulalltag und in der Schulkultur bewirken.
Gern noch eine Ergänzung zur aktuellen Interessenbekundung für die neue Runde: Insgesamt haben 92 Schulen ihr Interesse am Kurs zurückgemeldet, als voraussichtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in Summe mehr 1.200 Personen angegeben – das übersteigt die aktuellen Kapazitäten. Von den Beschäftigten scheinen die Kurse also durchaus gewollt zu sein. Das freut uns sehr.
Herzliche Grüße
Lynn Winkler
Für meine Gesundheit wäre eine Altersabrechnungsstunde ab 58 (werde ich jetzt) und ein Zugang zu Teilzeit ohne Bettelbesuche beim Hausarzt zielführender.
Auch K6 und K9 würden helfen. Aber dazu ist der Arbeitgeber ja nicht mehr bereit.
Liebe Lehrerin am Gymnasium seit 1992,
vielen Dank für Ihren Beitrag. Gern dazu die Antwort an Astrid Georgenfest beachten.
Herzliche Grüße
Lynn Winkler