Gesundheitsmanagement wird immer wichtiger

Ende des Jahres soll eine große Umfrage unter den Beschäftigten an den sächsischen Schulen starten. Dann werden entsprechende Gesundheitsangebote entwickelt. Gezielt und nicht »per Gießkanne«.

Text: Jens Fritzsche

Zwei Drittel der Lehrerinnen und Lehrer an sächsischen Schulen haben Probleme mit dem Muskel-Skelett-System; vor allem Rückenschmerzen. Zudem leidet ein Drittel der sächsischen Lehrer und knapp die Hälfte der Lehrerinnen an Schlafstörungen. Außerdem gibt jede fünfte Lehrkraft an, psychisch stark belastet zu sein. All das ist im Gesundheitsbericht des Kultusministeriums nachzulesen. Viel zu tun also für Sebastian Siegert, der seit gut einem halben Jahr die neue Stelle des Gesundheitsmanagers am Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) bekleidet.

»Natürlich kenne ich diese Zahlen, aber wir wollen uns jetzt zunächst in einem ersten Schritt einen Überblick darüber verschaffen, welche Angebote es bereits gibt und welchen Bedarf Schulen und Lehrkräfte bereits in den vergangenen Jahren angemeldet haben«, beschreibt der studierte Sportwissenschaftler, der bereits über eine langjährige Erfahrung im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements in der freien Wirtschaft sowie im öffentlichen Dienst verfügt. Und wenn er »wir« sagt, dann meint er die Steuerungsgruppe, die sich seit 2018 mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) an sächsischen Schulen befassen wird. Betriebsärzte, Personalratsvertreter, Arbeitspsychologen, Schwerbehindertenvertreter, Vertreter des Kultusministeriums, des LaSuB und eben Sebastian Siegert bilden dieses Team. Ende des Jahres wird sich die Steuerungsgruppe BGM dann mit einer großen Befragung an alle Beschäftigten an den sächsischen Schulen wenden. »Danach wissen wir konkreter, was sich die Beschäftigten – das sind ja nicht ausschließlich Lehrkräfte – beim Thema Gesundheitsförderung wünschen«, hofft Sebastian Siegert auf rege Teilnahme. Im Anschluss werden dann entsprechende Angebote entwickelt, die dann möglichst schon im kommenden Jahr starten sollen. »Klar ist bereits jetzt, dass wir nicht mit dem sprichwörtlichen Gießkannensystem agieren wollen, sondern wirklich gezielt«, so der Experte.

Konkreter kann und will der Gesundheitsmanager im Moment noch nicht werden. »Aber ich gehe beispielsweise durchaus davon aus, dass künftig auch das ja gerade durch die Corona-Pandemie stärker ins Blickfeld gerückte Thema Digitalisierung eine große Rolle bei der Gesundheitsvorsorge spielen wird«, lässt sich Sebastian Siegert dann doch ein wenig in die sprichwörtlichen Karten schauen. »Die Zeit am Bildschirm hat sich ja dadurch auch für Lehrkräfte massiv erhöht, sodass wir da natürlich über die Augen oder auch das gesunde Sitzen reden müssen«, nennt er zwei Beispiele.

Sebastian Siegert will einen Prozess anschieben. Das könne durchaus drei bis fünf Jahre dauern, bis erste positive Ergebnisse messbar werden, weiß er aus seinen langjährigen Erfahrungen. »Klar ist aber, dass dieses Thema an sächsischen Schulen nun stärker im Fokus stehen wird!«

Das ist der neue Gesundheitsmanager Sebastian Siegert

Sebastian Siegert studierte an der Technischen Universität Chemnitz Sportwissenschaften und legte 2013 hier seine Masterarbeit zum Thema betriebliches Gesundheitsmanagement vor. Ein Schwerpunkt, in dem er anschließend unter anderem in der freien Wirtschaft tätig war. 2018 kehrte er an die TU Chemnitz zurück und arbeitete hier am Projekt »Universitäres Gesundheitsmanagement«, bevor er dann Ende 2020 ans Landesamt für Schule und Bildung in Chemnitz wechselte. Hier übernahm er den neuen Posten des Gesundheitsmanagers im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) für die sächsischen Schulen.

Die neue »KLASSE – Das Magazin für Schule in Sachsen« erscheint in wenigen Tagen. Die Ausgabe 1/2021 ist  hier kostenlos verfügbar.

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

2 Kommentare

  1. Ina 1 Woche vor

    Vielen Dank für die Ausführungen zu aktuellen Themen. Dazu eine Nachfrage:
    Warum werden Infobeiträge erst am späten Freitagnachmittag veröffentlicht, die Kommentar/Fragefunktion schon am Montagmorgen abgeschaltet? Ist ein Austausch, eine Kommunikation, ein Nachfragen, ein Nachdenken gar nicht mehr gewollt und wird bewußt versucht, sie zu unterbinden?
    Die Vermutung liegt sehr nahe, denn es werden zudem eingereichte Fragen bzw. Kommentare gar nicht mehr beantwortet oder veröffentlicht, sondern einfach verschwiegen. Was ist hier in Deutschland nur los?
    Wenn man sich seiner Sache wirklich sicher ist, braucht man sich nicht solcher Mittel zu bedienen. Das macht den Rest der Bevölkerung erst recht stutzig, reizt die aktuelle Stimmung noch mehr auf, als das es Probleme löst.

    • Autor
      Lynn Winkler - SMK 1 Woche vor

      Liebe Ina,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Der Beitrag stammt aus unserer aktuellen KLASSE. Er kann nicht nur hier in unserem Blog, sondern (bereits vorher) auch im Magazin direkt, auf unserer Webseite usw. nachgelesen werden. Denjenigen, die Informationen gern in unserem Blog nachlesen, stellen wir ausgewählte KLASSE-Beiträge auch gern hier bereit. Zur Kommentarfunktion können Sie sich gern in unserer Netiquette belesen: http://www.bildung.sachsen.de/blog/index.php/netiquette.

      Herzliche Grüße
      Lynn Winkler

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