Plan B bei Schulschließungen

Plan B bei Schulschließungen

Am 31. August geht in Sachsen die Schule wieder los. Vorübergehende Schulschließungen sind aber nicht ausgeschlossen. Für diesen Fall sind die zentralen digitalen Dienste des Freistaates Sachsen für Schulen weiterentwickelt worden.

Niemand kann vorhersehen, wie sich das Infektionsgeschehen weiterentwickelt. Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen kann bedeuten, dass immer wieder einzelne Klassen, Lerngruppen oder sogar Schulen wegen einer Infektion oder eines Verdachtsfalls lokal begrenzt und vorübergehend in den Distanzunterricht wechseln müssen. Umso wichtiger ist es, dass die Öffentlichkeit darauf besonnen reagiert und sich Lehrerinnen und Lehrer, aber auch die Schüler vorbereiten. Das Kultusministerium und das Landesamt für Schule und Bildung haben die vergangenen Wochen deshalb genutzt, um die digitalen Lernplattformen aufzurüsten.

Schullogin als Einfallstor zu den digitalen Diensten

Über das zentrale Identitätsmanagement Schullogin können sich die Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler mit nur einem Login anmelden und so direkt auf die Lernplattformen LernSax (Verknüpfung des persönlichen Schullogin-Accounts mit einem bestehenden LernSax-Account), OPAL-Schule, die MeSax-Mediathek und viele weitere Dienste zugreifen. Praktisch für Schulen, die das Schulverwaltungsprogramm SaxSVS nutzen; sie können für jeden Schüler und jede Lehrkraft automatisiert Zugangsdaten für Schullogin erzeugen, ausdrucken und an die Schüler und Lehrkräfte austeilen. Damit erhält jeder Schüler und jede Lehrkraft automatisch eine Schullogin-Mailadresse und die Möglichkeit diese zu nutzen.

Mehr Bildungsinhalte und nutzerfreundlichere Angebote

Der Grundaufbau von MeSax, in Sachsen, wurde überarbeitet und die Mediathek um 400 Medientitel erweitert. Darunter befinden sich Material für Unterrichtsvorbereitungen, lehrplangerechte Kurzfilme, interaktive Filme, digitale Arbeitsblätter, die von Schülern bearbeitet werden können sowie weiteres OER-Material (Open Educational Resources). Damit gibt es über die MeSax-Mediathek direkten digitalen Zugriff auf inzwischen mehrere tausend Bildungsmedien. Auch auf der Lernplattform OPAL Schule wurden zusätzliche digitale Bildungsinhalte eingestellt. Zudem wurde die Lernplattform LernSax nutzerfreundlicher gestaltet, um den schulischen Anforderungen besser entsprechen zu können. So ist etwa die Bedienbarkeit verbessert worden, es gibt effizientere Suchfunktionen und übersichtlicher angeordnete Menüpunkte.

LernSax wird ausgebaut

Nutzten vor der Corona-Krise rund 200.000 Lehrer, Schüler und Eltern die Lernplattform LernSax, wuchs die Zahl bis zum Ende des vergangenen Schuljahres auf 500.000. Über 70 Prozent der Schulen greifen mittlerweile darauf zurück. Perspektivisch sollen es mehr werden. Wer als Lehrkraft die Plattform noch nicht nutzt, kann sich umfangreich fortbilden lassen. Das Landesamt für Schule und Bildung wird mit dem Schulstart eine Bedarfsabfrage unter den Schulen starten und Lehrkräfte für den Einsatz des digitalen Dienstes qualifizieren.

Angebote für Videokonferenzen

Über LernSax steht bereits seit März 2020 das Videokonferenz-Tool Edudip zur Verfügung. Geplant ist auch ein weiteres Videokonferenzsystem, dass über Schullogin erreichbar sein wird.

Mehr Beratung über die MPZs

Die 13 Medienpädagogischen Zentren (MPZ) entwickeln sich zu Beratungseinrichtungen und haben Personalzuwachs bekommen. So wurde die Zahl der Berater landesweit auf 42 Stellen verdoppelt. In den MPZs können Sie sich Lehrkräfte über die Möglichkeiten digitalen Unterrichts informieren und zu geeigneten Fortbildungsmaßnahmen professionell beraten lassen.

Die wichtigsten digitalen Dienste im Überblick

Um die Schulen bei ihrer pädagogischen Arbeit zu unterstützen, stellt das Land eine Auswahl digitaler Werkzeuge bereit. Diese können die Kommunikation und die Zusammenarbeit der Schulgemeinschaft in der unterrichtsfreien Zeit und bei Schulschließungen erleichtern. Die zentralen Anlaufstellen sind Schullogin, MeSax, LernSax und OPAL-Schule. Nähere Informationen gibt es unter www.medienbildung.sachsen.de.

 

Dirk Reelfs, Pressesprecher im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

8 Kommentare

  1. Babett Breßler 4 Wochen vor

    Ich wünsche allen an Schule Beteiligten ab morgen einen guten Start. Ich gehe als Grundschullehrerin mit gemischten Gefühlen morgen in die Klasse. Meiner Meinung nach haben die Kultusminister ihre Hausaufgaben im Sommer schlecht erledigt. Viele kluge, sinnvolle und nützliche Ideen sind seit Mai in den Schulen entstanden. Zu Präsenzunterricht, zu Hygiene, zu Abläufen. Warum hat man diese Erfahrungen so wenig für das neue Schuljahr berücksichtigt?
    Wir gehen zurück zum Regelbetrieb. Wenn Corona wieder an die Schultür klopft entsteht eine Situation, wie im März. Traurig.
    Ich hatte gehofft, Schule kann moderner und flexibler werden. Für meine Tätigkeit ab morgen ist vieles wieder festgezurrt, das Schuljahr soll ablaufen, wie viele vorherige auch. Chance verpasst.

  2. Lehrer Schulze 4 Wochen vor

    Ab Montag werden nicht nur Schülerinnen/Schüler und Lehrerinnen/Lehrer in den oft engen Klassenzimmern sitzen. Auch Praktikantinnen/Praktikanten bzw. Studentinnen/Studenten werden meines Wissens dem Unterricht beiwohnen. Hinzu kommen für Schülerinnen/Schüler dringend erforderliche Schulbegleiterinnen/Schulbegleiter. D.h., dass in der Praxis z.T. mehr als 3 Erwachsene anwesend sind. Erhöht sich dadurch nicht das Infektionsrisiko erheblich?
    Müssen wir nicht eigentlich alles dafür tun, dass der Regelunterricht möglichst gefahrlos ablaufen kann? Immerhin wird es noch eine Weile dauern, bis die digitale Variante für alle Kids möglicht ist.

  3. Jana 1 Monat vor

    In dem Zusammenhang wäre es gut und richtig, sich Gedanken zu machen um die Familien in denen Patienten zur Risikogruppe gehören. Auch gesunde Kinder gehören Familien an, wo Geschwisterkinder oder Eltern an Vorerkrankungen leiden. Und diese Kinder in die Schule zu zwingen halte ich definitiv für falsch. Die psychischen Belastungen, denen diese Familien ausgesetzt sind, sind enorm. Ein Aussetzen der Schulpräsenzpflicht, wie in Bawü ist das einzig richtige Signal in Zeiten eines Regelunterrichts unter Pandemiebedingungen.

    • Holger Schneider 4 Wochen vor

      Das finde ich sehr treffend. Im Moment ist es bei uns so, dass die Schulen sich relativ ruhig stellen. Wie geht es am Montag richtig los? Keine Antwort. Im Gegenteil, an der Grundschule sind sich nicht einmal Hort und Schule einig im Umgang mit Hygiene- und Corona- Regeln. Laut interner Aussage reden Direktorin und Hortleiterin derzeit nicht miteinander. Wie sollen unter solchen Bedingungen Regeln eingehalten werden. Zu guter Letzt sind dann wir Eltern schuld (wie aus anderen Bundesländern gehört), wenn Schulen geschlossen werden müssen. Zum Thema Masken im Unterricht: Es gibt ernsthafte wissenschaftliche Untersuchungen, dass Masken den Sauerstoff behindern und damit das Gehirn auch nicht gut versorgt wird. Braucht mans nicht beim Lernen? Mir scheint, dass die Schüler/innen und die Eltern hier als Versuchsgruppen zur Durchsetzung politischer Ziele (miss-)gebraucht werden.

  4. Susanne Hänsel 1 Monat vor

    Für meime3 Tochter lief es zuhause wesentlich besser als in der Schule
    Sie hatte mehr Zeit zum bearbeiten. Konnte ihre Aufgaben ohne Zeitdruck beenden. Und sie war nicht dem täglichen Spießrutenlauf der Mitschüler ausgesetzt.

  5. Anke 1 Monat vor

    Und was sollen die Haushalte machen, deren Internet so bescheiden ist, das dies nicht möglich ist????

  6. Rebekka Matthes 1 Monat vor

    Hallöchen, eine digitaler Unterricht ersetzt nicht den realen Unterricht. Der soziale Umgang, das Sprechen, das austauschen mit Lehrern und Schulkameraden, sich persönlich und menschlich zu begegnen, die Motivation früh aufzustehen etc…
    Es ist unglaublich was hier seit März an unseren Kindern passiert und fortgeführt werden soll. Für die gesunde Entwicklung der Kinder sehr negativ.

    • Stefan 4 Wochen vor

      Was hilft die Motivation für frühes Aufstehen den Kindern. Es ist erwiesen, dass ein Beginn zu späterer Zeit sich auf das lernen positiv auswirkt. Soziale Kontakte sind nicht zwingend an eine Präsenz in der Schule geknüpft. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, warum muss man immer in die stürzen Strukturen zurück wollen, anstelle das Optimum anzustreben? Eine Mischung und eine Qualifizierung aller Beteiligten wäre ein Einsatz. Bitte nicht alles pauschalisieren.