Von Emma Watson bis Friedrich Schiller: Kampagne „Bildung für nachhaltige Entwicklung – BNE“ startet

Von Emma Watson bis Friedrich Schiller: Kampagne „Bildung für nachhaltige Entwicklung – BNE“ startet

Nachhaltiger, gerechter und zukunftsfähiger: Mit der zweiten Schülerklimakonferenz am 29. Februar 2020 in Dresden startet auch die landesweite Kampagne des sächsischen Kultusministeriums „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) an Sachsens Schulen. Unterstützung gibt es von Personen der Zeitgeschichte.

Wie kann ich ein gutes Leben nachhaltig führen? Was habe ich mit klimatischen Veränderungen, Globalisierungsprozessen, Armut, Konflikten, Terror und Flucht zu tun? Wie beeinflussen meine Entscheidungen die Menschen auf anderen Kontinenten und nachfolgende Generationen? BNE soll Schülerinnen und Schüler genauso wie Lehrerinnen und Lehrer zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigen. Damit steht nicht nur eine nachhaltigere Gestaltung unserer Umwelt – jetzt und in Zukunft – im Mittelpunkt, sondern des menschlichen Zusammenlebens im Allgemeinen.

„Wir setzen damit Forderungen der ersten Schülerklimakonferenz konkret um. Ziel ist es, die Schulen zu sensibilisieren und zu aktivieren, um Themen wie Umweltschutz, Klima und Nachhaltigkeit noch stärker in den Schulalltag zu integrieren. Die Kampagne liefert dafür zahlreiche Anregungen und Ideen“, so Kultusminister Christian Piwarz. „Bildung für nachhaltige Entwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Auch in der Schule kann es nur gelingen, wenn Schulträger, Schulleiter, Lehrer und Schüler gemeinsam an einem Strang ziehen. Es geht darum, den Gedanken der BNE mit Leben zu füllen, dafür werben wir.“

   

Online-Plattform mit nachhaltigen Bildungsangeboten

Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Online-Plattform: www.bne-sachsen.de. Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele, die „SDGs“ (Sustainable Development Goals) der UN, dienen hier als roter Faden. Jedes Ziel wird stellvertretend durch eine zeitgeschichtliche Persönlichkeit dargestellt, die unsere Welt nachhaltig verändert hat oder gerade im Begriff ist, dies zu tun – wie Emma Watson oder Friedrich Schiller. So finden sich zu jedem SDG thematische passende schulische und außerschulische Bildungsangebote sowie Unterrichtsmaterialien. Insgesamt stellen mehr als 130 Vereine ihre Projekte und Initiativen vor. Außerdem gibt es aktuelle Informationen zur BNE in Sachsen. So können die theoretischen Lehrplaninhalte mit praktischen, auch außerschulischen Lernangeboten schneller und einfacher verknüpft werden.

Mitmachaktionen, Videos und Storys: Parallel wird die Kampagne vor allem auf dem Instagram-Account des Kultusministeriums unter #bnesachsen zu sehen sein. Aber auch andere Social-Media-Kanäle des Ministeriums wie Youtube und Twitter werden dafür genutzt.

Noch mehr zur Kampagne gibt es außerdem unter: sinnfluencer.bne-sachsen.de.

Friedrich Schiller – SDG 4: BILDUNG FÜR ALLE

Friedrich Schiller gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker, Lyriker und Essayisten. In seinen Werken zeigt sich das steigende bürgerliche Selbstbewusstsein, welches zu seiner Zeit keinesfalls so selbstverständlich wie heute äußern konnte. Als Zeitgenosse des Übergangs vom absolutistischen zum bürgerlichen Zeitalter brachte er seiner Leserschaft die in dieser Zeit entwickelten Ideale von Freiheit, Vernunft und Humanität näher. Dies gilt sowohl als Gegenprogramm zur Französischen Revolution (welche Veränderungen gewaltsam herbeiführte), als auch zur zeitgenössischen Politik. Seine literarischen Wechsel von Idyllik und Dramatik verfolgten das Ziel, den „ästhetischen Menschen“ zu formen. Denn dies sei die Grundlage für einen gewaltfreien Übergang zu einem vernünftigen Staat. Seine Werke sind nach wie vor Teil der Lehrpläne. Als Protagonist für die Kampagne eignet sich Schiller aber auch, weil er zu seiner Zeit ein Vorreiter eines gesellschaftlichen Wandels war, der viel Gehör – ähnlich wie heute Prominente oder Influencer – fand.

Wangari Maathai – SDG 13: SOFORTMAẞNAHMEN GEGEN DEN KLIMAWANDEL

Bereits 1977 rief Wangari Maathai das Aufforstungsprojekt „Green Belt Movement“ (GBM) ins Leben. Diese Umweltschutzorganisation stärkt Gemeinschaften, vor allem aber Frauen. Durch gezielte Neupflanzung von Bäumen bzw. Wiederaufforstungen sollen sowohl Bodenerosion eingedämmt als auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln verbessert werden. Im Gründungsjahr des GBM wurden von den Mitgliedern sieben Bäume gepflanzt. Bis heute ist die Zahl auf rund 47 Millionen Bäume angewachsen, die Bewegung zählt mehr als eine Million Mitglieder. Ebenso wurde aus dem anfangs rein kenianischen Projekt ein panafrikanisches, welche mittlerweile in 13 Ländern aktiv ist. Für ihren Einsatz erhielt Maathai 2004 den Friedensnobelpreis. Bei der Preisverleihung würdigte der Chef des Nobelkomitees, Ole Danbolt Mjøs, ihr Engagement mit den Worten: „Frieden auf Erden hängt von unserer Fähigkeit zur Bewahrung einer lebendigen Umwelt ab.“

Hintergrund

Die Sächsische Staatregierung hat am 22. Januar 2020 auf ihrer Kabinettssitzung die „Sächsische Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ verabschiedet. Sie enthält 170 Maßnahmen wie Lernende jeden Alters noch besser darauf vorbereitet und begleitet werden können, die Zukunft friedlicher, sicherer und lebenswerter zu gestalten.

Welche Motivation eigentlich hinter BNE steckt, zeigt unser Imagefilm:

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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