Mehr Lehrer für Sachsen: Neue Vereinbarungen mit den Universitäten zum Lehramtsstudium

Mehr Lehrer für Sachsen: Neue Vereinbarungen mit den Universitäten zum Lehramtsstudium

Sie sind eines der wirksamsten Instrumente, um Einfluss auf den Lehrerarbeitsmarkt zu nehmen: Zielvereinbarungen, die festlegen, wie viele und welche Studienplätze die Unis für Lehramtsstudierende bereitstellen. Um mehr Lehrer in dringend benötigten Fächern und Schularten auszubilden, haben die Staatsregierung und die Universitäten jetzt neue Zielvereinbarungen getroffen. Diese gelten ab dem Wintersemester 2016/17. Zum ersten Mal gab es die Zielvereinbarungen im Jahr 2012. In den neuen Vereinbarungen gibt es wichtige Änderungen, angepasst an die aktuelle Situation. Hier eine Übersicht dazu.

Mehr Studienplätze für Lehramtsstudium

Der Bedarf an Lehrern ist kontinuierlich an allen Schularten gestiegen. Gründe dafür sind die Altersabgänge der Lehrer, steigende Schülerzahlen, die zunehmende Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie die Zuwanderung von Schülern mit Migrationshintergrund.

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Bereits im März diesen Jahres hatten Wissenschaftsministerium und Kultusministerium mit den Eckwerten zum neuen Hochschulentwicklungsplan vereinbart, die Studienplätze von insgesamt 1.700 auf 2.000 zu erhöhen. Besonders viele Lehrer braucht Sachsen an den Oberschulen und Grundschulen. An der TU Dresden werden deshalb die Studienplätze für das Lehramt an Oberschulen und Grundschulen erhöht. An der TU Chemnitz wird es ebenfalls mehr Plätze für das Grundschullehramt geben.

Übersicht Plätze für Studienanfänger ab dem WS 2016/17

TU Dresden

Lehramt an Grundschulen: 150 Studierende (+50)

Lehramt an Oberschulen: 250 Studierende (+75)

Lehramt an Gymnasien: 175 Studierende

Lehramt an berufsbildenden Schulen: 210 Studierende (+6)

Universität Leipzig

Lehramt an Grundschulen: 280 Studierende

Lehramt an Oberschulen: 250 Studierende

Lehramt an Gymnasien: 250 Studierende

Lehramt für Sonderpädagogik: 220 Studierende

Universität Chemnitz

Lehramt an Grundschulen: 120 Studierende (+20)

Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden

Lehramt an Gymnasien und Oberschulen: 29 Studierende

Lehramt an Grundschulen: 35 Studierende (+10)

Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelsohn Bartholdy“ Leipzig

Lehramt an Gymnasien und Oberschulen: 38 Studierende

Lehramt an Grundschulen: 38 Studierende

Extra-Plätze für Deutsch als Zweitsprache

Neu in den Zielvereinbarungen ist, dass die Universität Leipzig 40 Plätze, die TU Dresden 20 Studienplätze und die TU Chemnitz ebenfalls 20 Plätze für das Fach Deutsch als Zweitsprache bereithalten. Damit reagiert die Staatsregierung auf die Zuwanderung und den damit gestiegenen Bedarf an Deutsch als Zweitsprache (DaZ)-Lehrern.

Verteilung der Plätze auf Fächer

An der TU Dresden wird es ab dem Wintersemester 2016/17 folgende Fächer und Plätze in den Lehrämtern Oberschule und Gymnasium geben:

Studienplätze TU Dresden

Für die Universität Leipzig sieht die Verteilung der Plätze nach Fächern so aus:

Studium Lehramt Uni Leipzig

Weiterqualifizierung von Seiteneinsteigern

Um den steigenden Lehrerbedarf zu decken, ist Sachsen auch auf Seiteneinsteiger angewiesen. Diese müssen sich berufsbegleitend weiterqualifizieren. Die Universität Leipzig und die TU Dresden verpflichten sich deshalb, berufsbegleitende Studienangebote für Seiteneinsteiger anzubieten. Die Seiteneinsteiger sind bereits als Lehrkräfte in den Schuldienst eingestellt und erwerben berufsbegleitend die unbefristete Lehrerlaubnis oder die Lehrbefähigung.

Zentren für Lehrerbildung und Schulforschung werden gestärkt

Für ein reibungsloses und qualitativ hochwertiges Lehramstsstudium, werden die Zentren für Lehrerbildung und Schulforschung an der Universität Leipzig und an der TU Dresden weiter gestärkt und entsprechend ausgestattet. Das Kultusressort arbeitet eng mit den beiden Zentren zusammen.

Manja Kelch, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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