Mehr als nur ein Corona-Lern-Werkzeug: Ein Überblick zur Lernplattform LernSax

Nicht nur in Zeiten von Corona und Schulschließungen, auch für die Zukunft stellt sich die Frage: Wie kann das Lehren und Lernen in einer digitalen Lernumgebung funktionieren? Ein Interview mit Frank Hunger, dem „Chef“ der sächsischen Lernplattform LernSax.

Frank Hunger, Referent für Medienbildung und Digitalisierung beim Landesamt für Schule und Bildung in Chemnitz

LernSax in Corona-Zeiten

450.000 Nutzer, 13 Terabyte gespeicherte Daten, mehr als 1 Million Seitenaufrufe: Mit welchen Herausforderungen wurde LernSax in den letzten Monaten, vor allem im Hinblick auf die Lernzeit zu Hause, konfrontiert?

Innerhalb von zwei Monaten haben sich unsere Nutzerzahlen mehr als verdoppelt: Hatten wir im Februar dieses Jahres noch circa 200.000 Einzelmitglieder, Klassen und Gruppen, waren es Mitte Mai bereits rund 450.000. Bedingt durch die häusliche Lernzeit brauchten jetzt mehrere hundert Schulen mit ihren Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern binnen kürzester Zeit einen Zugang zu unserer Lernplattform.

Unsere Seiten wurden im April 1,125 Millionen Mal aufgerufen – und damit mehr als doppelt so häufig wie noch im Februar. Auch die Menge der gespeicherten Daten innerhalb der Lernplattform hat deutlich zugenommen. Im März umfasste das Datenvolumen 3,1 Terabyte, im Mai bereits 13,1 Terabyte mit steigender Tendenz. Dies stellte an die Technik erhebliche Anforderungen.

In den vergangenen Wochen zählt die Lernplattform immer mehr „Neulinge“: Gibt es eine besondere Unterstützung oder Einführung für diese Nutzerinnen und Nutzer?

Mit den deutlich gestiegenen Nutzerzahlen ging natürlich auch ein deutlich höherer Beratungs- und Informationsbedarf einher. Unsere Lösung: Mehr Support für die Nutzerinnen und Nutzer. Hier gab es nicht nur zusätzliche Ansprechpartner, wir haben zusammen mit Lehrerinnen und Lehrern aus ganz Sachsen – vor allem für die „LernSax-Neulinge“ – umfangreiches, digital abrufbares Anleitungs- und Unterstützungsmaterial bereitgestellt. Dazu gehören zum Beispiel:

Darüber hinaus gab und gibt es zahlreiche Fortbildungsangebote in Kooperation mit den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanälen (SAEK) in Form von Webseminaren.

Allen Beteiligten, egal, ob in den Foren, beim Filmen und Texten, an Telefon, E-Mail oder Messenger, gilt unser großes Dankeschön für die geleistete Unterstützung.

Videokonferenzen sind in diesen Tagen auch beim Lehren und Lernen stark nachgefragt: Bietet auch LernSax diese Funktion an?

Die derzeit in LernSax integrierte Konferenz- und Webinarlösung EduDIP adressiert bis zu 200 Nutzerinnen und Nutzer pro Konferenz, von denen bis zu zehn aktiv teilnehmen können. LernSax-Webseminare entwickelten sich binnen kürzester Zeit zu einem wesentlichen Werkzeug von LernSax: So sind die Stunden in Klassenverbänden oder Gruppen von rund 5.500 im März auf rund 22.900 im April angestiegen.

LernSax hat in den vergangenen Wochen einige Veränderungen erlebt und Sie haben neue Erfahrungen gesammelt: Welche Pläne gibt es für die Zukunft?

Selten wurden in so kurzer Zeit so hohe Anforderungen an den persönlichen Kompetenzerwerb, an das parallele (Selbst-)Lernen und gleichzeitige Anwenden gestellt. Sowohl auf Seiten der Lehrerinnen und Lehrer, genauso aber auch auf Seiten der Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern. Es geht nun darum, diesen Kenntnisstand zu erhalten, die Erfahrungen aller Beteiligten zu sammeln und auszuwerten sowie dafür Sorge zu tragen, dass digitale Werkzeuge wie LernSax zur neuen Normalität von Schule und Lernen gehören.

Wir entwickeln LernSax weiter. Neben den vielen Impulsen aus der Praxis der letzten Wochen stehen Entwicklungsvorhaben im Rahmen des Digitalpakts bevor. Dazu gehören neue Apps für Smartphone und Tablet sowie die Weiterentwicklung von Funktionen in LernSax selbst. Nicht zuletzt werden wir die Benutzerführung noch einmal in den Fokus rücken, um die Bedienbarkeit weiter zu optimieren

Das ist LernSax

LernSax ist eine für Bildungseinrichtungen entwickelte Cloud-Computing-Lösung, die eine Vielzahl von Instrumenten für sächsische Bildungseinrichtungen bereitstellt. Neben Kommunikationswerkzeugen wie E-Mail, Foren und Chats unterstützen Stundenpläne, Aufgabenplaner oder Lerntagebuch die Arbeit. Die Schulorganisation wird durch Dateiablage, Schwarzes Brett und Ressourcenverwaltung (Beamer, Klassensätze etc.) erleichtert. Eine Einbindung von Eltern und anderen externen Partnern kann ebenso realisiert werden, wie die Kooperation mehrerer Schulen.

LernSax-Nutzerinnen und -Nutzer haben durch die enge Anbindung an die MeSax-Mediathek direkten Zugriff auf mehrere zehntausend Bildungsmedien. Es handelt sich dabei ausschließlich um lizenzierte, urheberrechtlich gesicherte Produktionen. Darüber stehen diverse OER-Pools zur Verfügung, die den jeweiligen Lizenzbestimmungen des Anbieters unterliegen.

LernSax beinhaltet darüber hinaus eine E-Learning-Umgebung mit differenzierten Darstellungsmöglichkeiten für Lerninhalte, Möglichkeiten zur Einbindung multimedialer Elemente und verschiedenen interaktiven Übungs- und Testformen.

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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