Vom Informatikgymnasium ins duale Studium: Ein Weg zum Wirtschaftsinformatiker

Vom Informatikgymnasium ins duale Studium: Ein Weg zum Wirtschaftsinformatiker

Auf dem Weg in die Digitalisierung spielt Informatik eine zentrale Rolle. Ein Job im Bereich Wirtschaftsinformatik bietet gerade für junge Menschen viele Chancen. Wir haben Informatik-Student Niclas Weidner besucht und uns angeschaut, wie ein Weg dorthin aussehen kann – und warum ihm der Leistungskurs Informatiksysteme am Beruflichen Schulzentrum Kamenz dabei besonders geholfen hat.

Das ist Niclas

Niclas Weidner: 22 Jahre, aus Ohorn (Ostsachsen) studiert im fünften Semester Wirtschaftsinformatik an der Berufsakademie Sachsen in Dresden. Das Besondere: Der duale Studiengang bietet einen hohen Praxisbezug. Sein Vorteil: Durch die Ausbildung am Beruflichen Gymnasium am Beruflichen Schulzentrum Kamenz (BSZ Kamenz) bringt er ein umfangreiches Vorwissen für das duale Studium mit.

Wirtschaftsinformatik: Wie kommt’s?

Niclas: Schon in meiner Kindheit habe ich begonnen, mich für IT zu interessieren. Meinen ersten eigenen PC hatte ich mit acht Jahren – und seitdem war ich nur schwer davon zu trennen. Aufgrund meiner guten schulischen Leistungen, meinem Wunsch in die IT-Branche einzusteigen und den Willen, die Hochschulreife abzulegen, war das Abitur mit Spezialisierung im Bereich Informations- und Kommunikationssysteme in Kamenz die logische Schlussfolgerung.

Während des Abiturs entwickelte ich großen Spaß daran, mir eigene IT-Projekte auszudenken, diese zu entwerfen und zu programmieren. Durch Messebesuche wurde ich dann auf die Möglichkeit aufmerksam, nach dem Abitur ein duales Studium der Wirtschaftsinformatik bei SAP in Dresden zu absolvieren.

Praxispartner SAP: Warum gerade dieses Unternehmen?

Niclas: Um das Unternehmen und dessen Arbeitskultur kennenzulernen, besuchte ich nach der 12. Klasse das Sommerpraktikum der SAP. Im Praktikum arbeitete ich direkt mit Studierenden zusammen, die von ihren aufregenden Projekten und ihrer Zeit an der Berufsakademie Dresden, also dem Theoriepartner, erzählten. Für mich war sofort klar: Das ist genau das Richtige für mich. Ich schickte meine Bewerbung dann Anfang der 13. Klasse ab, hatte mein Bewerbungsgespräch und bekam drei Tage später die Zusage.

Was ist das Besondere an einem dualen Studium?

Niclas: Vergleichbar ist das duale Studium mit einer normalen Ausbildung. In einem dreimonatigen Zyklus besuchen die Studierenden abwechselnd den Praxispartner und die Partnerhochschule. Das heißt: Ich arbeite direkt in einem Unternehmen und gehe danach auf die Partnerhochschule, um dort die Theoriephase zu absolvieren. Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre und schließt mit einem Bachelorabschluss ab. Der große Unterschied zu einem Direktstudium ist die hohe Praxisorientierung.

Als Wirtschaftsinformatiker bin ich thematisch sehr breit aufgestellt und kann in viele Arbeitsbereiche eines Unternehmens hineinschauen und dazulernen. Ein Pluspunkt ist aus meiner Sicht auch, dass viele Unternehmen, wie eben auch SAP, für den eigenen Bedarf ausbilden und bei guten Leistungen eine hohe Übernahmechance bieten.

Welche Voraussetzungen erleichtern einen guten Start ins Informatikstudium?

Niclas: Meiner Meinung nach sind Interesse an Programmiertechniken, eine generelle Begeisterung für IT-Themen und ein ausgeprägter Teamgeist Grundvoraussetzungen. Man sollte auch gern Dinge ausprobieren wollen.

Was bringt speziell der Leistungskurs Informatiksysteme am Beruflichen Gymnasium Kamenz?

Niclas: Für mich persönlich waren der Leistungskurs Informatiksysteme und die Kurse Wirtschaft und Webtechnologie grundsteinlegend für meine Zeit an der Uni – und noch viel wertvoller für die Arbeit im Unternehmen. Der Lehrplan Informatiksysteme am Beruflichen Gymnasium ist stark an den Informatik-fokussierten Modulen der Berufsakademie Dresden orientiert. Kernthemen aus Modulen wie Datenbanken, Programmierung oder Geschäftsprozessmodellierung werden teilweise oder sogar fast vollständig bereits während des Abiturs vermittelt. Umso leichter fielen mir die Klausuren am Semesterende.

Bei der Arbeit im Unternehmen war die Einarbeitung in unsere hauseigene Programmiersprache ABAP oder in unser Web-UI Framework SAP FIORI denkbar einfach für mich. So konnte ich schon in meiner ersten Praxisphase für meine Abteilung einen Mehrwert schaffen.

Wie kann ich herausfinden, ob Informatik das Richtige ist?

Niclas: Wie schon erwähnt: Man sollte Interesse für IT-Themen haben, sich gern mit diesen auseinandersetzen und eine hohe Lernbereitschaft aufweisen. Auch hier ist das BSZ eine wunderbare Möglichkeit, um sich damit tiefgreifend auseinanderzusetzen.

Interessiere ich mich nur für PCs und zocke gern oder bietet das Berufsbild des Informatikers genau das, was ich eigentlich suche? Stelle ich mir denn überhaupt an der Oberschule das Berufsbild eines Informatikers richtig vor? Was sind denn genau die Themen, um die es geht und was wird an theoretischem Wissen und praktischen Skills von mir verlangt? Auch wegen der ausbleibenden Antworten auf diese Fragen habe ich mich damals für das Berufliche Gymnasium und den Leistungskurs Informatiksysteme entschieden.

Aus meiner Erfahrung ist das Interesse für die Vertiefung im Bereich Informatik der wichtigste Grundstein. Weitere Eindrücke lassen sich dann im Austausch mit ausbildenden Unternehmen sammeln. Zum Beispiel über Messen, Schülerpraktika, Schülerlabore (wie CreateITStudio der SAP) oder IT-Camps (etwa von SAP, T-Systems MMS oder Communardo).

Wie viel Informatik in der Schule ist für junge Menschen heute wichtig?

Niclas: In meinen Augen sollte Informatik als Grundlagenfach an allen Schulen etabliert werden. Es gibt kaum Berufsbilder, die heute nicht mit einem IT-System interagieren müssen. In Zukunft wird sich dieser Umstand immer weiter verstärken und somit ist ein grundlegendes Verständnis für IT und wie sie funktioniert unabdingbar für alle Heranwachsenden. Der Informatikunterricht sollte meiner Meinung nach über die Bürokommunikation (Excel, PowerPoint und Word) hinausgehen und vielmehr ein Verständnis von einfachen Logikzusammenhängen und Programmiersprachen abbilden.

Zum Abschluss: Was spricht für die Ausbildung am Beruflichen Schulzentrum in Kamenz und was für SAP?

Niclas: Das BSZ war für mich Berufsorientierung und Berufsvorbereitung zugleich. Hier konnte ich herausfinden, ob Informatik in gewissen Teilen für mich nur Hobby ist oder ob ich mir tatsächlich vorstellen kann, mich später im Berufsleben tagtäglich mit diesen Problemstellungen auseinanderzusetzen. Außerdem bietet das BSZ, wie bereits erwähnt, eine umfangreiche Vorbereitung auf das duale Studium.

Für SAP habe ich mich aus unterschiedlichen Gründen entschieden. Einerseits ist es ein global agierendes Unternehmen, das sich mit DEN Fragen der heutigen und zukünftigen IT-Strategien beschäftigt. Obwohl ich mittlerweile über 100.000 Kolleginnen und Kollegen habe, ist es sehr familiär, es herrscht ein freundschaftliches, respektvolles Klima und ich komme sehr gern auf Arbeit. Bei uns gibt es außerdem Vertrauensarbeitszeit und die Möglichkeit für Homeoffice.

Durch die Unternehmensgröße gibt es außerdem eine große Bandbreite an thematisch unterschiedlichen Praxisphasen (von Marketing über Projektmanagement bis hin zur Cloud-Entwicklung und Beratung). Entgegen der meisten anderen Praxispartner kann man ich mir bei SAP jede Praxisphase selbst am Standort aussuchen und habe sogar die Möglichkeit, eine Praxisphase an einem anderen SAP-Standort in der Welt zu machen. Viele meiner Kommilitonen waren zum Beispiel im Silicon Valley, aber auch in Prag, England oder Frankreich – die Wahl ist jedem selbst überlassen und die Auslandpraxisphase wird von SAP finanziert.

Zudem hat jeder Studierende besondere Projektaufgaben im Rahmen der Ausbildung, die er eigenverantwortlich verwaltet. Dabei ist er nie allein, sondern ihm steht stets ein Ansprechpartner für Fragen oder Probleme zur Seite. Was will man mehr?

Weitere Informationen zum BSZ Kamenz und speziell zum Beruflichen Gymnasium gibt es unter: www.bsz-kamenz.de.

Alle Details zum dualen Studium bei SAP gibt es direkt hier.

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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