»Was seit* Ihr nur für Verbrecher?!«

Kommentare, Nachrichten, E-Mails, Anrufe ­– täglich erreichen die Pressestelle des Kultusministeriums hundertfach Anfragen. Der Ton wird rauer, der Anstand schwindet. Ein Einblick.

»Was seit Ihr nur für Verbrecher?! Was haben wir Euch getan? Wir gehen für Euch arbeiten damit Ihr jeden Monat Euere Diäten abkassieren könnt. Da stört komischerweise der ach angeblich so schlimme Virus nicht. Aber nächstes Jahr sind Wahlen und dann wird abgerechnet und die Leute vergessen nicht!!! Schämen müsstet Ihr Euch!!!!«*

Nachrichten wie diese gehören inzwischen zum Kommunikationsalltag. Nicht selten werden wir als »Mörder« diffamiert, beleidigt oder mit Hass konfrontiert.

Zur Erinnerung: Mit unserem Blog und unseren Social-Media-Präsenzen bieten wir die Möglichkeit, sich auf Grundlage zuverlässiger Quellen über Bildungspolitik und Neuigkeiten in Sachsens Bildungssystem zu informieren. Wir treten unseren Nutzerinnen und Nutzern auf all unseren Kanälen, genauso wie den Bürgerinnen und Bürgern im analogen Alltag, respektvoll und wertschätzend gegenüber. Wir treten gern mit Ihnen in den Dialog und möchten einen ernsthaften und konstruktiven Austausch führen. Fragen versuchen wir so schnell** wie möglich zu beantworten.

Meinungen sind verschieden. Nicht jede Entscheidung kann jeden zufriedenstellen. Auch kritisches Hinterfragen ist richtig, notwendig und ein hohes Gut unserer Demokratie.

Wir versuchen unsere Entscheidungen so transparent wie möglich darzulegen und damit besser verständlich zu machen. Gerade in den aktuellen, für alle herausfordernden Zeiten, ist uns das sehr wichtig. Es ist auch deshalb wichtig, weil einige lieber ihrer eigenen Meinung Vorrang gewähren – scheinbar ohne Sinn und Verstand handeln und damit andere gefährden.

Wir kommunizieren namentlich mit unseren Nutzerinnen und Nutzern. Eine Eigenschaft, die viele für sich selbst nicht mehr in Anspruch nehmen und die Anonymität vorziehen. Maßlosigkeit, verbale Verletzungen lassen sich halt so leichter verschicken. Für seine eigenen Entgleisungen muss man nicht geradestehen.

Das Sächsische Kultusministerium hat einen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Dieser endet nicht in den vermeintlich sozialen Medien. Eine Bezeichnung, die wir zunehmend für falsch, ja sogar gefährlich halten. Die Kommunikationskultur auf den Netzwerken ist ebenso asozial. Digitale Netzwerke sind Fluch und Segen zugleich. Sie ermöglichen direkten Dialog, aber untergraben die Fähigkeit zum konstruktiven Austausch. Sie erleichtern den Zugang zu Information und Desinformation. Sie bringen Menschen zueinander und spalten die Gesellschaft. Sie demokratisieren und stärken zugleich die Feinde der Demokratie.

Deshalb gehen wir konsequent gegen all diejenigen vor, die an einer respektvollen und konstruktiven Kommunikation auf unseren Kanälen kein Interesse zeigen. Unsere Netiquette macht die Regeln für jeden offen zugänglich. Aufgrund der leider zunehmenden Aggression behalten wir uns vor, die Kommentarfunktion im Blog schon vor Ablauf der üblichen 7-Tages-Frist zu schließen. Kommentare, die die Netiquette verletzen, werden gelöscht. Anonym gestellte Fragen, werden nicht in allen Fällen beantwortet. Wer wiederholt die Regeln verstößt, wird blockiert.

Lieber Nutzerinnen und Nutzer, bei all denjenigen, die mit ihren Kommentaren, Fragen und Anregungen zu unseren Beiträgen – und damit zum Thema Bildung – konstruktiv beitragen und unsere Kommunikation wertvoll beleben, möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken.

Ihr Dirk Reelfs und Ihre Lynn Winkler

* Hierbei handelt es sich um ein Originalzitat. Deshalb liegt keine korrekte Schreibweise vor.

** Aufgrund der Anzahl der eingehenden Anfragen kann die Bearbeitung eine Weile in Anspruch nehmen. Das liegt mitunter auch am fachlichen Bezug, der eine Rücksprache mit den Fachreferaten notwendig macht. Dafür bitten wir um Verständnis. Kommentare in unserem Blog werden deshalb nicht chronologisch beantwortet.

Lynn Winkler, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

19 Kommentare

  1. K. Ebert 9 Monaten vor

    Hallo,

    ich finde es traurig, dass man sich teilweise sehr übel beleidigt und beschimpft. Aber ich finde, man darf sachlich diskutieren und auch einmal eine andere Meinung äußern. Die Schüler können nichts dafür, dass es Corona gibt. Ich finde es wichtig, dass man die ganze Situation auch mal aus Sicht der Schüler betrachtet. Es ist für die meisten nicht gerade geeignet, daheim im Homeschooling ohne sozialen Kontakte und ohne die Präsenz der Lehrer zum Nachfragen und ohne direkten Austausch mit anderen Schülern den Unterrichtsstoff zu verinnerlichen oder sich gar neuen Stoff anzueignen. Ich habe selbst zwei schulpflichtige Kinder. Meine Tochter (10 Jahre) war gerade jetzt erst zwei Wochen in Quarantäne und die meiste Zeit auf sich allein gestellt, da wir beide berufstätig sind. Da ist man innerlich so sehr hin- und hergerissen, weil man auf Arbeit gehen muss bzw. möchte, weil man zum Beispiel in einem systemrelevanten Beruf arbeitet und auf der anderen Seite das eigene Kind zu Hause hat, dass man nicht die ganze Zeit allein lassen möchte. Aufgrund der Quarantäne oder aufgrund der Beschränkungen, die schon einmal im Frühjahr galten, darf man das Kind ja auch nicht mal zu den eigenen Großeltern geben. Außerdem arbeiten auch diese in systemrelevanten Berufen. Es sind nicht nur Lehrer dem Risiko ausgesetzt. Es gibt auch viele andere Berufe, die mit ganz vielen Menschen am Tag zu tun haben. Was sollen die Apotheker, Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte, Verkäufer, Handwerker etc. tun? Sollen auch diese alle daheim bleiben und Homeoffice machen? Auch diese haben eine eigene Gesundheit und eine Familie, an die sie denken müssen. Aber sie arbeiten für uns!!! Denkt bitte an die Schüler, nicht alle haben ein intaktes Elternhaus. Nicht alle kommen mit der Situation zu recht und es gibt auch einige, die schon jetzt abgehängt sind. Es wäre schön, wenn der Präsenzunterricht so lange aufrecht erhalten werden kann, wie es die Situation zu lässt.

    Viele Grüße

  2. Leonhard Webersinke 9 Monaten vor

    Sehr geehrte Frau Winkler, sehr geehrter Herr Reelfs, der Fährmann in Laubegast sprach zu Leuten, die kein Benehmen hatten, immer: „Haben Sie aus dem Kohlenkasten gefrühstückt oder warum reden Sie so drecksch?“ Der Fährmann ist längst nicht mehr, aber das miserable Benehmen hat sich ins Internet verlagert. Davon wusste der Fährmann auch noch nichts. Vom Internet.
    Kurzum: Es sind schwierige Zeiten, 2020, Menschen mit Bildung und Verstand sind angehalten, sich zusammenzureißen, eine Maske vors Gesicht zu hängen und die Füße still zu halten sowie die Hände zu waschen. Und selbst in schwierigsten Lebenslagen wirkt Höflichkeit ungeheuer erleichternd. Mit Haltung und Freundlichkeit kommt man einfach besser durch das Leben.
    Auch ich unterrichte zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen vor ungeteilten Klassen, allein in meiner Klasse waren 6 Schüler bereits an Corona erkrankt, einige Eltern infizierten sich später auch auch, der Studie, dass Schulen keine HotSpots seien, kann ich aus meiner Erfahrung nicht folgen. Die Frage ist, wie hot der Spot ist, dass er ein HotSpot ist. Denn auch in der Schule kann man sich anstecken und das nicht zu knapp. Deshalb gehe ich auch mit größter Sorge um meine Gesundheit und die meiner Familie jeden Tag in die Schule und frage mich, wie lange das noch gut geht, da weder am Fächerkanon noch an der Gruppengröße reduziert wird. Wenn dann zu lesen ist, dass das Städtische Klinikum Dresden keine Covid-Patienten mehr aufnimmt, dann bekommt man es schon mit der Angst bei täglich Hunderten von Begegnungen im Schulhaus. Die Loyalität gegenüber meinem Dienstherren verbietet es mir als Lehrer nicht, Sorgen zu haben und diese höflichst zu äußern. Sie verbietet es mir aber, meinen Dienstherren zu beleidigen oder zu beschimpfen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es folgenlos bliebe, wenn ein Lehrerkollege ins Schulleiterzimmer stürmte, um dort seinen Schulleiter als „Verbrecher“ zu beschimpfen. Sicherlich hätte das eine nachhaltig erschütternde Wirkung auf das Arbeitsverhältnis. Manchmal hilft einfach die Vorstellung der Synchronisation des virtuellen mit dem realen Leben. Da verbietet sich einiges, was in Tastaturen gehauen wird, von selbst. Ihnen im Kultusministerium eine gute und gesunde Adventszeit.
    Herzliche Grüße, Leonhard Webersinke, 145. Oberschule Dresden – Pieschen

  3. Biene 10 Monaten vor

    Sehr geehrte Lynn Winkler, sehr geehrter Dirk Reelfs,
    es ist schon bedenklich, wenn jemand meint, mit unsachlichen Anwürfen und Beschimpfungen sein (vielleicht sogar berechtigtes) Anliegen an Sie heran tragen zu müssen. Angst oder Frust sind keine guten Ratgeber, wenn man schreibt. Natürlich treiben uns viele Fragen um in dieser Zeit. Und manche dieser Fragen erfahren keine Antwort. Ich selbst nehme wahr, dass Maßnahmen im Bund besprochen und beschlossen werden, aber dann keine Umsetzung erfahren. Argumente, die von den Veröffentlichungen der Virologen und Epidemiologen gestürzt werden, nimmt niemand ernst. Das macht ratlos und manchmal auch fassungslos. Was soll ich dem Schüler antworten, der mir sagt, dass die AHA – Regeln eh Quatsch sind, weil die im Klassenzimmer ja gar nicht gelten,also Corona ja sooo schlimm nicht sein könne. Und was sage ich, wenn ich gefragt werde, warum in den Nachrichten kommt, dass bei einem Inzidenzwert von 200 (eigentlich 50) Gruppenunterricht dringend empfohlen wird, weil das die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung um 75% senken kann, wir aber bei über 450 immer noch aufeinander hocken, als wäre nichts? Ja, Schüler fragen! Die Akzeptanz für die Maßnahmen nimmt immer mehr ab und ich kann das Angesichts dieser Widersprüche sogar verstehen. Was sage ich den Eltern, die Angst davor haben, dass ihr Kind (natürlich symptomfrei) Corona aus der Schule mitbringen könnte? Mit dem Satz, dass Schulen sichere Orte sind und Kinder nicht Treiber der Pandemie, brauche ich nicht zu argumentieren, das ist inzwischen widerlegt. Wenn man sich informiert (Kekulé, Dorsten, Lauterbach… haben in den letzten Wochen dazu etliche Ausführungen gemacht), dann stellt sich die Frage, warum die Kultusminister /Ministerpräsidenten der 16 BL das so tapfer ignorieren, ob sie nicht wenigstens jetzt endlich reagieren wollen? Was hindert sie daran? Warum werden die (auch vielen guten) Erfahrungen aus der Zeit von April bis Juli nicht genutzt, um Schadensbegrenzung zu erreichen? Warum redet man von Seiten der Verantwortlichen nicht mit dem „Fußvolk“, das die Arbeit da „unten“ ja machen muss? Sind Direktoren und Lehrer wirklich zu „blöd“, vernünftige Entscheidungen zu treffen? Hätten sie nicht vielleicht Ideen und Lösungsansätze, über die man nur mal reden bräuchte? Präsenzunterricht um jeden Preis, auch den der Gesundheit von Kindern und Lehrern? Ich bin kein Virologen. Aber ich habe gelernt, logisch zu denken. Die Gesundheitsämter können die Infektionsketten schon lange nicht mehr verfolgen, wissen also nicht, wie Corona sich verbreitet. Trotzdem kommt aus dem KM die Argumentation dass Corona von außen in die Schule getragen wird, zu 80%. Hm. Da meldet sich das Virus wohl vorher an, oder woher weiß man das so sicher? Und natürlich stecken die Kinder kaum jemanden an. Werden die unter der Woche im Schulkeller eingesperrt oder gehen die jeden Tag nach Hause?… Ich könnte meine Fragen fortsetzen. Sie merken an meiner etwas ironischen Fragestellung, dass ich sehr wohl registriere, dass hier Reden und Realität weit auseinander gehen . Und ja, es gibt inzwischen nicht wenige Menschen (Lehrer, Schüler und Eltern), die das wütend macht, die sich inzwischen „verarscht“ fühlen (mir fällt gerade kein treffenderes Wort ein). Und ich habe ein Problem : Ich komme immer wieder in Erklärungsnot, gehe selbst jeden Tag mit dem Gefühl auf Arbeit, dass eine neue Runde „Russisches Roulette“ auf mich wartet. Irgendwann trifft es auch mich. Ich schütze mich zwar privat, indem ich auf fast alle Kontakte verzichte, ich bin „Risikogruppe“, aber ich kann es nicht in der Schule, weil dort AHA nur als Plakat an der Wand existiert, zu AHL geschrumpft ist. Ach so: dass der Winter ggf. noch richtig kalt und nass werden kann und dann das Lüften auch Grenzen erreicht, wird hoffentlich nicht erst erkannt, wenn der Schnee auf den Schülertischen zum Schneemann bauen einlädt.
    Ich wünsche allen, dass sie unbeschadet aus dieser Zeit kommen, auch jenen, die die Gefährlichkeit dieses Virus ignorieren, verharmlosen oder einfach nur unbedacht damit umgehen.

  4. Eileen Heydel 10 Monaten vor

    Hallo,

    Eure klaren und auf den Punkt gebrachten Worte über die Kommunikation und das Miteinander, besonders wenn es darum geht, kritische Themen und Entscheidungen zu kommunizieren, hat mir aus dem Herzen gesprochen. Wir werden erst viel später bewerten können, welche Entscheidungen gut und welche falsch waren. Fakt ist – jetzt müssen sie getroffen werden nach bestem Wissen und Gewissen in der jeweiligen Situation. Danke für die Möglichkeit des Austausches darüber.
    Herzliche Grüße
    Eileen Heydel

  5. P.Moosdorf 10 Monaten vor

    Geehrtes SMK,
    das Einhalten der Netiquette versteht sich von selbst. Es wäre unabhängig davon schon wünschenswert, wenn Sie eine Nichtveröffentlichung von einigermaßen sachlichen Kommentaren dem Verfasser gegenüber zumindest knapp und im Rahmen Ihrer Möglichkeiten begründen. Das würde für mehr Transparenz sorgen – und führt vielleicht auch zu einem beiderseitigen Lerneffekt.

    Der würde ja bestens zu Ihrem „Erziehungs- und Bildungsauftrag“ passen. Apropos: Wie wollen Sie den eigentlich glaubwürdig erfüllen, wenn Sie nach wie vor die expliziten Empfehlungen der Wissenschaft zu infektionspräventiven Maßnahmen in Schulen ignorieren?
    Ich beziehe mich vor allem auf die entsprechende Veröffentlichung des RKI: „Präventionsmaßnahmen in Schulen während der COVID-19-Pandemie.“ Das Virus zeigt sich gerade als gnadenloser Lehrmeister und bestätigt den Sinn und die Notwendigkeit dieser absolut logischen und nachvollziehbaren Empfehlungen. Wie begründen Sie, dass diese Empfehlungen immer noch ignoriert werden, obwohl wir in Sachsen längst flächendeckend die höchste (!) Eskalationsstufe der RKI-Empfehlungen vielfach überschritten haben?

    Mit freundlichen Grüßen
    Philipp Moosdorf

  6. S. H. 10 Monaten vor

    Liebe Lynn Winkler, lieber Herr Reelfs,
    ich bewundere schon seit einiger Zeit Ihren Mut sich hier offen der Kommunikation zu stellen.
    Vielen Dank für Ihre klaren, klugen und sensiblen Worte.
    Wir erleben gerade spannende Zeiten. Die Gesellschaft wird sich verändern. Wohin, das gestalten auch Sie hier jeden Tag mit.
    Wünsche Ihnen erholsame Weihnachten.
    Freundliche Grüße
    S. H.

    • Autor
      Lynn Winkler - SMK 10 Monaten vor

      Liebe S.H.,

      herzlichen Dank für Ihre Worte. Das wünschen wir Ihnen ebenso!

      Lynn Winkler

  7. Julianna 10 Monaten vor

    Hallo,

    ich lese den Blog regelmäßig und bin sehr froh, dass im Bildungsbereich endlich ein Zeichen für Transparenz gesetzt wird.
    Das von Ihnen beschriebene Kommunikation ordne ich als verbale Gewalt ein, der das Lehrpersonal -zumindest in den Oberschulen- ebenso täglich ausgesetzt ist. Hier braucht man definitiv nicht nur im Blog oder in der „Corona-Zeit“ eine klare Linie.
    Ich bitte Sie diesen Ansatz in die Besprechungen mitzunehmen. Kommentare kann man abschalten, Eltern und Schüler nicht. Psychische und verbale Gewalt machen krank.
    Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit.

    • Herbert Müller 10 Monaten vor

      Hallo,

      selbstverständlich sollte Kritik in einem angemessenen Ton vorgetragen werden. Es ist traurig zu sehen, dass selbst Kollegen, die eigentlich Vorbild sein sollten, nicht dazu in der Lage sind.
      Nichtsdestotrotz kann ich den Unmut in der Lehrerschaft nachvollziehen. An unserer Schule sind über die Hälfte der Kollegen an Corona erkrankt, zum Teil schwerst. Trotz allem wird für die verbliebenen Klassen und Kollegen der Betrieb soweit wie möglich „normal“ aufrecht erhalten. Kein Klassenleiterprinzip, keine Gruppentrennung. Nichts. Fast jeden Tag infiziert sich ein weiterer Kollege. Trotzdem werden keine Maßnahmen ergriffen. Die Schüler, die zu einem infizierten Kollegen Kontakt hatten werden nicht getestet. Das könnte ja die Studie von den nichtasteckenden Grundschülern widerlegen.
      Meiner Meinung nach vernachlässigt hier der Freistaat seine Fürsorgepflicht für Schüler und Lehrer.
      Unser Minister droht mit Schulschließungen nach Weihnachten, wenn sich die Zahlen nicht bessern. Sollten statt dessen nicht jetzt schon Schulen mit vielen Infektionen geschlossen werden? Ist nicht vorbeugen besser als der Entwicklung hinterher zu laufen? Warum wird hier nicht präventiv gehandelt?
      Dass in solch einer Situation, einige die Contenance nicht wahren, ist bedauerlich vielleicht aber Ausdruck der täglichen Angst um die eigene Gesundheit.

    • Dirk Reelfs - SMK 10 Monaten vor

      Sehr geehrter Herr Müller,
      vielen dank für Ihren Kommentar. Ihrer Darstellung entnehme ich, dass Sie an einer Grundschule tätig sind, die stark vom Infektionsgeschehen betroffen ist. Sollte Ihre Schule in einem Hochinzidenzgebiet liegen, wovon ich ausgehe, müsste die Schule im eingeschränkten Regelbetrieb mit festen Gruppen und Bezugspersonen in festgelegten Räumen stattfinden. So verlangt es die Corona-Schutz-Verordnung in §5a, Absatz2. Zur näheren Klärung des Sachverhaltes können Sie sich gern an mich direkt über die bekannten Kontaktdaten wenden.
      Herzliche Grüße
      Dirk Reelfs

  8. A.Werner 10 Monaten vor

    Es ist klar, dass „digitales Mobbing“ ein No Go ist. Auch ich verfolge den Blog seit mehreren Monaten und verzeichne das der Ton rauer geworden ist. Leider liegen in den Blockbeiträgen Theorie und Praxis oft weit auseinander. In blumigstes Worten und Sätzen wird einem vermittelt, wie toll die Schulbildung ist und wie sicher die Schulen sind ect. ect. Sieht man jedoch die Realität Tag für Tag ist es nicht mehr blumig, sondern ein hin und her. Die Schulen sind oft am Limit , Lehrer werden aus anderen Schulen heranbeordert, damit wenigstens der nötigste Unterricht abgedeckt wird. Geschweige wenn Corona zuschlägt. Ich denke viele sind einfach sauer, weil die Artikel nicht die Realität widerspiegeln und wie richtig erkannt wurde, die Studien wie ein Mandra ständig uns präsentiert werden.
    Fakt ist: sachlich muss es bleiben, jedoch muss auch Kritik möglich sein, denn daraus kann man Schlüsse ziehen und versuchen es besser zu machen.

  9. Tanja 10 Monaten vor

    Beleidigungen sind nicht hinzunehmen und nicht zu entschuldigen. Was treibt die Leute dazu? Mangelnde Fähigkeit, sozial zu agieren und mangelnde Bildung sind sicher der Auslöser. Ursachen sind andere. Die ständige Angst, dass Schulen wieder schließen und depressive, auf sich gestellte Kinder 12 Stunden vor Bildschirmen sitzen oder aber die Angst vor Corona, wenn die Schulen offen bleiben. Beides stresst zur Zeit ungemein. Täglich neue „Warnungen“ und Drohungen, man kann keine 3 Tage planen, da es gestern noch hieß, Schulen und Bildung haben Priorität, jetzt wird wieder was anderes angedroht, ohne dass man es beeinflussen kann. Die Kinder werden von einer Quarantäne in die nächste gesteckt, ohne dass sie getestet werden und eventuell Positive laufen weiter rum. An den Schulen ist nicht viel passiert, man kann froh sein, wenn die Fenster aufgehen und die Haut der Kinder nicht vom Desinfektionsmittel in Fetzen hängt. Keine Weihnachtsfeier, kein Singen, kein gar nichts, was irgendwie Zusammenhalt herstellt. Die zu beschulenden Wesen sollen den Mundschutz aufsetzen und Abstand halten. Das ist nötig, aber man könnte es auch anders ausgestalten. Die Krönung nach so vielen Monaten: Es werden Unterlagen ins LernSax gestellt. Das ist der einzige Fortschritt zum Frühjahr. Klassenkonferenz, mal Kinder anrufen in der Quarantäne, kleine Onlineseminare… Fehlanzeige.

  10. Nicole Aurich 10 Monaten vor

    Man kann sicher einiges kritisieren, sich fragen und andere befragen. Ich selbst bin mit einigen Vorgehensweisen des Kultusministeriums nicht immer einverstanden. Um so wichtiger ist es, im Kontakt und im Austausch zu bleiben. Vielen Dank, dass Sie die Kommunikation trotz dieser Kommentare weiter aufrecht erhalten. Das ist im Moment sehr wichtig, wenn auch kraftzehrend.

  11. Uwe Dulz 10 Monaten vor

    Ich stimme hundertprozentig zu, dass gegen diffamierende, unsachliche, zu Gewalt aufrufende oder anderweitig gegen Gesetze und Anstandsregeln verstoßende Kommentare gesperrt werden sollen.
    Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung teilweise verstehen, wieso der Ton einiger User härter wird, denn ich selbst habe mit dieser Kommentarfunktion schon negative Erfahrungen gemacht.
    Ich habe im Frühjahr zu einigen Artikeln Kommentare verfasst, die immer auch Fragen enthielten und in einem sachlichen, wenn auch manchmal kritischen Ton verfasst waren. Mehr als die Hälfte dieser Kommentare wurden nicht veröffentlicht, eine Information zur Löschung geschweige denn eine Begründung dafür erhielt ich nicht.
    Ich habe dafür meinen Klarnamen verwendet. Später habe ich dann unter falschem Namen eine ähnliche Anfrage und zeitnah unter einem weiteren falschen Namen einem im Inhalt zu meiner Anfrage konträren Kommentar hinterlassen. Interessanterweise wurden dann die Kommentare unter falschem Namen meist veröffentlicht.
    Diese Verfahrensweise war für micht nachvollziehbar und hat mich damals doch sehr erbost. Ich halte sie für sehr fragwürdig und hat sicher ihren Teil zur Veränderung des Tones beigetragen.
    Wer also die Kommentare moderiert, sollte dies mit dem nötigen Fingerspitzengefühl tun, denn auch das gehört zum ordentlichen Umgang mit sozialen Medien. Der Moderator sollte beispielhaft für alle User sein, Transparenz gehört ebenso dazu wie das Aushalten von Kritik.
    Im Übrigen verfolge ich seit dem Frühjahr diese Plattform aufmerksam und habe mir einen Eindruck verschafft. Festgestellt habe ich, dass die Berichterstattung sehr einseitig ist, was nicht verwunderlich und auch legitim ist, ist es doch das Organ des Kultusministeriums. Allerdings wäre es sicher zuträglich, wenn weniger blumige Sprache und politische Schönrede verwendet würde, sondern Fakten und Tatsachen mit einfacher und leicht verständlicher Sprache vermittelt werden. Beispiel: Das Wort „offen“ wird allgemein als positiv wahrgenommen, es impliziert für die meisten Menschen positive Dinge wie Freiheit, Teilhabe und Willkommensein. Es ist zur Gewohnheit geworden, diese Wirkung des Wortes (möglicherweise unbewußt) zu mißbrauchen, zum Beispiel wenn „offene Konzepte“ erwähnt werden. Dabei wird oft vergessen, was „offen“ auch bedeuten kann: ungeschützt, beliebig, nicht abrechenbar, ziellos, unkonkret, ausweichend.

    • Dirk Reelfs - SMK 10 Monaten vor

      Sehr geehrter Herr Dulz,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir geloben Besserung, auch was Ihre Kritik hinsichtlich des verwendeten Sprachgebrauchs angeht.
      Viele Grüße aus der Pressestelle

    • Lehrer 10 Monaten vor

      Sehr geehrter Herr Reelfs, sehr geehrte Frau Winkler,

      ich stimme der Darstellung zu: Es gibt im sächsischen Schulwesen einen gewöhnlich verwahrlosten Umgang – auch und besonders im Umgang mit Lehrerinnen und Lehrern. Sei es von Seiten der Schüler, Eltern, Schulleitungen und der Referenten der Landesämter.

      Aus für mich nachvollziehbaren Gründen entlädt sich der Frust hierüber auf dem SMK-Blog, denn dieser ist die einzige Möglichkeit für Lehrerinnen und Lehrer, öffentlichkeitswirksam Kritik zu äußern – ohne mit Repressalien rechnen zu müssen.

      Die Etablierung eines transparenten Dienstweges wäre sicher hilfreich.

      Ein Landesamt, das sich hinter den Schulleitungen versteckt und vice versa, ist autokratisch, intransparent, borniert und für deren Weisungsempfänger erst recht nicht greifbar.

      Aus genannten Gründen veröffentliche ich meine Meinung anonym.

      Abschließend danke ich Ihnen für die Möglichkeit, meine Erfahrungen hier teilen zu dürfen. Damit wird im Großen transparenter, was im Kleinen noch fehlt.

    • Dirk Reelfs - SMK 10 Monaten vor

      Sehr geehrter „Lehrer“,
      für Ihre offenen Worte bedanken wir uns.
      Herzliche Grüße
      Dirk Reelfs

  12. T. Land 10 Monaten vor

    Sehr geehrtes SMK,

    es ist traurig, dass nicht der gesunde Menschenverstand und ohnehin geltende Gesetze ausreichen, um zivilisiert miteinander umzugehen und deshalb Netiquette nötig sind. Mich würde mal interessieren, wie groß der Anteil der Kommentare ist, die nicht veröffentlicht werden. Es wäre auch sehr interessant, wie viele davon tatsächlich gegen Ihre Netiquette verstoßen und wie viele vielleicht nur nicht in Ihre Linie passen. Ein Beispiel: Die Prozente der nicht in Quarantäne befindlichen Schüler habe ich als manipulative Kennzahl bezeichnet, was nicht veröffentlicht wurde. Mittlerweile wird die Etablierung dieser Kennzahl durch die Kultusminister von vielen seriösen Journalisten so eingeschätzt. Nicht umsonst wurde von Wissenschaftlern die Inzidenz pro 100000 eingeführt, da sie der exponentiellen Wachstumsgefahr bei einer Pandemie besser gerecht wird. 0,5 Prozent klingt halt besser als eine Inzidenz von 500, obwohl es das gleiche ist. Ähnlich sieht es mit Ihrem Mantra der „sicheren“ Schulen aus. Das ist nicht belegt (allerdings auch nicht widerlegt), auch nicht durch die angeführten sächsischen Studien. Zur Einordnung empfehle ich den tagesschau.de-Beitrag „Schulen und Corona – Cluster, Treiber oder sicher?“ der ARD-Faktenfinder-Redaktion vom 26.11., sicher eine seriöse Quelle. Warum teilen Sie bei abgelehnten Kommentaren den Autoren nicht unaufgefordert den Grund mit, die E-Mail-Adresse haben Sie ja?

    • Autor
      Lynn Winkler - SMK 10 Monaten vor

      Hallo T.Land,

      vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen: Lesen Sie die Kommentare. An Kritik, die an uns herangetragen wird, mangelt es nicht.

      Herzliche Grüße
      Lynn Winkler