Aktionstag „genialsozial-deine Arbeit gegen Armut“: Schüler arbeiten im Kultusministerium

Ein Beitrag von Lea Franke-Weiß, Schülerin der 10. Klasse, „Glückauf“-Gymnasium Dippoldiswalde/Altenberg:

Schüler arbeiten im Kultusministerium? Ist das Ministerium nicht eher dafür da, für Schüler zu arbeiten? Normalerweise schon, doch heute, am 20. Juni 2017, findet der Aktionstag des Projektes „genialsozial – deine Arbeit gegen Armut“ der Sächsischen Jugendstiftung statt.

30.000 Schüler tauschen Schulbank gegen Arbeitsplatz

Das Projekt hat sich eine Verbesserung der Lebensverhältnisse und Bildungschancen in ärmeren Regionen der Welt, wie bspw. dieses Jahr in Kamerun, Sierra Leone oder in der Mongolei, zum Ziel gesetzt. Um die 30.000 Schüler aus ganz Sachsen tauschen am letzten Dienstag vor den Sommerferien ihre Schulbank gegen einen Arbeitsplatz ein und spenden das so erarbeitete Geld sowohl an lokale als auch an globale soziale Projekte. Gearbeitet wird in Geschäften, Unternehmen, Vereinen, Institutionen, aber auch bei Privatpersonen, so dass die Tätigkeiten vom Rasenmähen über das Einräumen von Regalen bis hin zum Ordnen von Akten reichen können, alles Dinge, die im Alltag des Geschäftslebens oft liegen bleiben und somit hilfreich sind.2017_06_20_genialsozial_img_2973

„Wir arbeiten quasi für uns“

Anlässlich des heutigen Aktionstages arbeiten fünf sächsische Schüler im Kultusministerium in Dresden. So kommt die paradoxe Situation zustande, dass wir heute quasi für uns arbeiten. Wir alle interessieren uns sehr für unsere Bildung und als das Angebot auftauchte, am Aktionstag im Kultusministerium zu arbeiten, sagten alle sofort zu. Wir erfüllen heute zum Beispiel Tätigkeiten wie Büroorganisation, was so etwa Sortieren bedeutet, und erhalten einen Einblick in die vier großen Abteilungen des Kultusministeriums.

Die Motivationen für die Teilnahme bestanden hauptsächlich aus dem großen Interesse an der Schulbildung, da uns als Schüler die Bildung zu großen Teilen betrifft. Auch der Wunsch, mehr über so ein Ministerium zu erfahren, war ein wichtiger Punkt. Laura P. vom Gymnasium Dresden-Bühlau meint: „Ich arbeite heute im Kultusministerium, weil ich das Fach Gesellschafts- und Rechtswissenschaft/ Wirtschaft sehr interessant finde und ich mehr über die Quelle der Bildung wissen möchte. Außerdem vertritt das Projekt „genialsozial“ eine gute Sache, deswegen bin ich sehr motiviert, es heute mit meiner Arbeitskraft zu unterstützen.“ Bezüglich der Frage, welche Tätigkeiten heute von den Schülern ausgeübt werden, antwortete Max J. vom Vitzthum Gymnasium Dresden: „Kaffee koche ich nicht, das kann ich nämlich gar nicht. Dafür erhalte ich einen Überblick über Haushalt und Finanzen, das heißt, ich sortiere Unterlagen.“

Bildung fängt schon in der KiTa an

Nach anfänglichen Unklarheiten über die Aufgaben des Kultusministeriums stellte sich schnell heraus, dass wir mit unseren ersten Ideen gar nicht so falsch lagen. Es war im ersten Moment klar, dass das Kultusministerium irgendetwas mit Bildung zu tun hat, vielleicht auch mit der Verleihung von Preisen und Auszeichnungen. Doch so wie das Gebäude groß ist, sind auch die Aufgaben sehr viele. Die erste Vermutung stimmt also, aber Bildung fängt – anders als wir dachten – schon in der KiTa an und hört mit dem Schulabschluss noch längst nicht auf. Das Ministerium für Kultus betrachtet aber nur den Bildungsweg bis zum Abitur bzw. bis zum Berufsabschluss.

So haben wir heute unsere Erwartungen erfüllen und mehr über das erfahren können, was uns jeden Tag als Schüler einer sächsischen Schule beschäftigt.

Manja Kelch, Pressereferentin und Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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