Mehr Schüler und mehr Lehrer an Sachsens öffentlichen Schulen

Mehr Schüler und mehr Lehrer an Sachsens öffentlichen Schulen

Kaum etwas ist für Bildungsexperten so interessant wie die sogenannten Kenndaten des sächsischen Schulwesens. Für das laufende Schuljahr 2015/2016 liegt die vorläufige Schulstatistik nun auf dem Tisch. Jedes Jahr melden alle öffentlichen Schulen zu vorgegebenen Stichtagen Mitte September (allgemeinbildende Schulen) und Anfang Oktober (berufsbildende Schulen) ein umfangreiches Zahlenwerk an das Kultusministerium. Das Ministerium prüft, wertet aus und stellt die Daten anschließend der Bildungsfachwelt vor.

Danach sind die Schülerzahlen erneut deutlich gestiegen. Im laufenden Schuljahr besuchen 388.753 Schüler die 1.352 öffentlichen allgemeinbildenden Schulen und Beruflichen Schulzentren im Freistaat. Im vorangegangen Schuljahr waren es noch 382.031 Schüler. Einen so großen Anstieg gab es seit 1995 nicht mehr. Die Schülerzahl im aktuellen Schuljahr lag sogar um rund 2.600 Schüler über der Prognose des Statistischen Landesamtes.

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Einen enormen Zuwachs an Schülern gab es vor allem in den Ballungsräumen Leipzig (plus 2.439 Schüler) und Dresden (plus 2.364), gefolgt von den Regionen Chemnitz (plus 1.093), Bautzen (plus 699) und Zwickau (plus 127).

Die meisten Schüler gehen auf Grundschulen (122.408 Schüler), gefolgt von Oberschulen (94.364), Gymnasien (85.239) und Berufliche Schulzentren (69.284). 17.458 Schüler besuchen Förderschulen. Gestiegen ist wiederum auch die Zahl der Integrationsschüler. 8.011 Schüler mit Handicap und damit 494 mehr als im Vorjahr besuchen Regelschulen.

Etwas größere Klassen

Während die Schülerzahlen wuchsen, stieg die Zahl der Klassen nur unwesentlich um 31 auf 18.692. Die durchschnittlichen Klassengrößen nahmen demzufolge leicht zu. An Grundschulen zählten die Klassen im Durchschnitt 21,1 Schüler (Vorjahr: 20,6), an Oberschulen 23,8 (23,3), an Gymnasien 23,8 (23,6) und an Förderschulen 9,8 Schüler (9,8). In den berufsbildenden Schulen betrug die Klassengröße 19,6 Schüler pro Klasse (19,3). Übrigens gibt es in Sachsen 88 Klassen, die die gesetzlich vorgegebene Klassenobergrenze von 28 Schülern überschreiten. Aktuelle Klassengrößen im Bundesvergleich gibt es derzeit leider noch nicht. Etwas ältere Vergleichszahlen der KMK für öffentliche und freie Schulen liegen allerdings vor.

Mehr Lehrer an Schulen

Auch die Zahl der Lehrkräfte nahm zu. Unterrichteten im Schuljahr 2014/2015 30.920 Lehrerinnen und Lehrer (incl. Pädagogische Unterrichtshilfen) an hiesigen Schulen, stieg die Zahl im laufenden Schuljahr 2015/2016 auf 31.757 Personen.

Aus den Lehrerressourcen und den Vorgaben für die Klassenbildung ergeben sich die Zahlen für die Unterrichtsversorgung. Dabei wird unterschieden nach dem sogenannten Grundbereich, sprich die Absicherung der Stundentafeln und dem so genannten Ergänzungsbereich. Letzterer beschreibt die über die Unterrichtsabsicherung hinausgehenden Lehrerressourcen für zusätzliche Bildungsangebote wie  Arbeitsgemeinschaften (z. B. Schulchöre, Theatergruppen). Danach war der Grundbereich in allen Schularten zu 100 Prozent abgesichert. Einzige Ausnahme: die Förderschulen. Hier konnte der Grundbereich ähnlich wie in den Vorjahren lediglich zu 97 Prozent abgedeckt werden. Der Ergänzungsbereich bewegt sich in der Größenordnung des Vorjahres und lag zwischen 14 (Förderschulen) und 82 Prozent (Gymnasien). Es gab allerdings deutliche regionale Unterschiede.

Dirk Reelfs, Pressesprecher im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

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