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Ein großes Plus für die Oberlausitz: Neues Regionalbüro Lehrkräftebildung in Zittau unterstützt (Nachwuchs-)Pädagogen vor Ort

Ein großes Plus für die Oberlausitz: Neues Regionalbüro Lehrkräftebildung in Zittau unterstützt (Nachwuchs-)Pädagogen vor Ort

In Zittau hat das Zentrum für Lehrkräftebildung, Schul- und Berufsbildungsforschung (ZLSB) der Technischen Universität Dresden (TUD) eine Außenstelle eröffnet: Das Regionalbüro Lehrkräftebildung. Mit dieser Außenstelle soll die Lehrkräftebildung in der Oberlausitz gestärkt, die Attraktivität des ländlichen Raums für Lehramtsstudierende und Lehrkräfte erhöht und Wissen für die Bildungslandschaft der Region gebündelt werden. Wir haben mit der Koordinatorin des Regionalbüros und ihrer Teamleiterin über das deutschlandweit bislang einmalige Projekt gesprochen.

Aus der Region für die Region

Elisa Rößler ist seit dem 15. April 2026 die Koordinatorin des Regionalbüros in Zittau. Sie selbst ist in der Oberlausitz aufgewachsen und kennt die Region wie ihre Westentasche. Ein großer Pluspunkt für ihre Arbeit: »Sobald ich sage ›Ich bin aus Ebersbach-Neugersdorf‹, ist das Eis gebrochen – das macht ganz viel mit den Menschen, es ist ein Türöffner.«

»Wir sind ein Paket, das aus der Region kommt – und etwas in der Region voranbringen will«, ergänzt die Teamleiterin für Entwicklungsfelder am ZLSB, Sindy Riebeck. »Ich habe an der Hochschule Zittau/Görlitz studiert und viele Jahre in Görlitz gearbeitet und gelebt. Außerdem haben wir beide am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Löbau unser Abitur gemacht. Wir kennen die Menschen und ihre Bedürfnisse.«

Die Eröffnung des Regionalbüros Lehrkräftebildung in Zittau am 11. Juli 2026 ist ein wichtiger Schritt für die Oberlausitz. Mit welchem Ziel sind Sie gestartet? Wer kann die neuen Angebote nutzen? Welche Bedeutung hat das Regionalbüro insgesamt für die Region?

Elisa Rößler: Uns geht es zum einen darum, Menschen miteinander zu verknüpfen und Netzwerke zu bilden. Denn die Oberlausitz hat schon viel zu bieten – und das soll noch bekannter werden. Zum anderen möchten wir Angebote für Lehrkräfte stärker in den ländlichen Raum bringen. Viele Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer finden aktuell in den großen Städten Dresden, Meißen, Leipzig und Chemnitz statt. Unser Ziel ist es, verschiedene Formate auch in Zittau anzubieten.

Hauptsächlich richten sich unsere Angebote an Lehrkräfte aus Ostsachsen, die bereits im Schuldienst tätig sind, aber auch an Studieninteressierte und Lehramtsstudierende. Wir möchten zudem externe Bildungsakteure oder außerschulische Lernorte ansprechen.

Zwischenfrage: Wieso gerade Ostsachsen?

Elisa Rößler: Ostsachsen liegt am »äußersten Zipfel« des Freistaats und für Lehrkräfte, die aus der Region kommen und Fortbildungen wahrnehmen möchten, ist der Weg am weitesten.

Sindy Riebeck: Der ostsächsische Raum gehört ohnehin zum Einzugsgebiet der TU Dresden und auch das Internationale Hochschulinstitut ist dort als Zentrale Einrichtung der TUD ansässig. Somit ist es für uns naheliegend gewesen, gerade auch in dieser Region vertreten zu sein. Damit setzen wir ein starkes Zeichen für die Oberlausitz.

Wir sind übrigens die Ersten, die das probieren. Dass ein Zentrum für Lehrkräftebildung einen Außenstandort, gerade im ländlichen Raum, eröffnet, ist in Deutschland bislang einmalig. Für uns gehört es zum Selbstverständnis, für die ländlichen Regionen aktiv zu werden. Darauf sind wir stolz und würden uns freuen, auch mit anderen in den Austausch zu kommen, bei denen ähnliche Ideen vorstellbar sind.

Mit welchen Partnern arbeitet das Regionalbüro bereits zusammen?

Elisa Rößler: Die kurze Antwort: mit immer mehr. Wir befinden uns gerade in der Verknüpfungsphase. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten unsere Fühler ganz vielseitig ausgestreckt. Ich war zum Beispiel an fünf Schulen der Region und konnte mich mit den Schulleitungen und Lehrkräften über ihre Bedarfe, wichtige Themen und vorstellbare Formate austauschen.

Zum anderen bin ich mit außerschulischen Lernorten und Menschen im Gespräch, die im Bereich Lehrkräftebildung aktiv sind. Dazu zählen unter anderem die Medienpädagogischen Zentren, die ostsächsische MINT-Initiative Minos, der Verein Hi!Lusatia, das Programm Perspektive Land und auch das Deutsche Zentrum für Astrophysik in Görlitz (DZA).

Zusätzlich arbeiten wir innerhalb der TUD mit der Lehrkräfteakademie, dem Studienbüro Lehramt sowie dem Team für den Seiteneinstieg am ZLSB, der Schulkontaktstelle und dem Internationalen Hochschulinstitut Zittau zusammen.

Auch die Zusammenarbeit mit Einrichtungen in Polen und Tschechien soll wachsen. Denn gute Ideen gibt es schon viele. Die Kunst besteht darin, die richtigen Menschen an einen Tisch zu bekommen und dann gemeinsam Gutes für die Region zu tun. Genau dafür ist das Regionalbüro da: Schulen, Wissenschaft, Universität und regionale Initiativen zusammenzubringen und aus Kontakten Kooperationen werden zu lassen.

Sindy Riebeck: Eine große Zielstellung ist, Begeisterung für Lehrkräftebildung zu schaffen. Wir wollen die Akteure im Sinne der gemeinsamen Sache zusammenbringen, für das Lehramt werben – und immer im Hinterkopf behalten: Wir arbeiten für die Region.

Gibt es bereits konkrete Projekte und Veranstaltungen?

Elisa Rößler: Ja, jetzt kommt Leben ins Büro. Die ersten Fortbildungen sind geplant. Nun müssen wir schauen, wie sie ankommen und wie die Nachfrage in der Region ist.

Weitere Themen sollen gemeinsam mit den Schulen entstehen. Unser Credo: Wir wollen unsere Angebote konkret an den Bedarfen der Akteure vor Ort ausrichten. Was beschäftigt die Schulen? Was brauchen Lehrkräfte? Was funktioniert schon richtig gut? Wir sind offen für alles, was die Schulen interessiert. Aus den bisherigen Gesprächen habe ich schon einige Wünsche mitgenommen: Unterrichtsentwicklung, Digitalisierung, neue Lernformen oder der Austausch über Lernbüros und selbstständiges Lernen. Auch Informationen zum Seiteneinstieg und zum grundständigen Lehramtsstudium sollen in Zukunft eine Rolle spielen.

Das Angebot soll aber noch vielfältiger werden. Neben klassischen Fortbildungen möchten wir auch Vernetzungstreffen zu verschiedenen Themen anbieten. Ein Beispiel wäre der Austausch über den Aufbau von Lernbüros, die Schülerinnen und Schülern bei Unterrichtsausfall einen Ort bieten, an dem sie individuell lernen können.

Informationen rund um das Regionalbüro stehen auf unserer Website bereit. Interessierte können sich zudem mit einer Nachricht an zlsb.regional@tu-dresden.de in eine Mailing-Liste eintragen und erhalten so regelmäßig Updates zu geplanten Veranstaltungen.

Welche langfristigen Ziele verfolgt das Regionalbüro?

Elisa Rößler: Wir bleiben. Unser Regionalbüro ist kein Projekt mit Ablaufdatum. Gute Zusammenarbeit braucht Zeit und Verlässlichkeit – und genau das wollen wir den Akteuren in der Oberlausitz geben. Das Regionalbüro soll ein dauerhafter Ort der Vernetzung und des Wissensaustauschs werden. Wir möchten Netzwerke und Kooperationen aufbauen, die langfristig Bestand haben. Unsere Veranstaltungen sollen so viele Interessierte wie möglich erreichen.Mit solch einer Dauerstelle setzt die TUD auch ein starkes Zeichen für die und in der Region.

Sindy Riebeck: Wir wollen ein dauerhafter Vermittler sein und Hürden abbauen: Indem wir unterschiedliche regionale Bildungsakteure und Interessierte zusammenbringen, die sich sonst vielleicht gar nicht kennengelernt und voneinander profitiert hätten.

Wir wollen Ansprechpartner für junge Menschen sein, die überlegen, Lehramt zu studieren, und ihnen die Region schmackhaft machen. Aber zum Beispiel auch für ihre Eltern wollen wir Anlaufstelle sein und sie mit den richtigen Akteuren zusammenbringen.

Zum Abschluss: Was möchten Sie den Lehrkräften in der Oberlausitz mit auf den Weg geben?

Elisa Rößler: Mischen Sie sich ein. Wir möchten alle Lehrkräfte und Schulen in der Region ermutigen, sich aktiv mit dem Regionalbüro zu vernetzen. Sagen Sie uns, welche Themen Sie beschäftigen. Welche Fortbildung fehlt? Welche Idee aus Ihrer Schule verdient mehr Aufmerksamkeit? Wo suchen Sie Partner? Und vielleicht kennen Sie jemanden, bei dem Sie längst denken: Der oder die wäre eine richtig gute Lehrkraft. Wir sind offen für Anregungen und freuen uns auf Ideen, Wünsche und Kooperationsvorschläge.

Die Oberlausitz bringt starke Schulen, engagierte Menschen und viele gute Ideen mit – die TUD wissenschaftliche Expertise und ihre Erfahrung in der Lehrkräftebildung. Das Regionalbüro bringt beides zusammen. Gemeinsam möchten wir die Bildungslandschaft in der Oberlausitz gestalten.

Kontakt

Dr. Elisa Rößler

Regionalbüro Lehrkräftebildung »TUD | ZLSB regional«
Markt 23, 02763 Zittau
Internationales Hochschulinstitut, Haus 1, Raum 4.07

Mail: zlsb.regional@tu-dresden.de
Web: https://tu-dresden.de/zlsb/einrichtung/regionalbuero-lehrkraeftebildung

Telefon: +49 351 463 39 984


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