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SMK-Blog

Sachsen gelingt Trendwende beim Unterrichtsausfall

Sachsen gelingt Trendwende beim Unterrichtsausfall

Mehr Lehrkräfte, weniger Ausfall. Zu Beginn des neuen Schuljahres ist der planmäßige Unterrichtsausfall erstmals seit 10 Jahren rückläufig.

Weniger Unterrichtsausfall in Sachsen

Im August fielen in Sachsens Schulen planmäßig 3,1 % der Unterrichtsstunden aus (Vorjahr: 3,6 %) und im September 3,2 % (Vorjahr: 3,7 %). Die deutlichste Verbesserung gab es in den Oberschulen (August: von 8 % auf 5,8 %, September: von 7,8 % auf 5,8 %). Auch der außerplanmäßige Unterrichtsausfall etwa durch Krankheit, Fortbildungen oder schulische Veranstaltungen ist an Sachsens Schulen geringer als im Vorjahr (August: von 3,8 % auf 3,4 %, September: von 5,6 % auf 5,4 %). Die komplette Statistik zum planmäßigen und außerplanmäßigen Unterrichtsausfall wird wie in den Vorjahren nach jedem Schulhalbjahr schulscharf veröffentlicht

Planmäßiger Unterrichtsausfall im Monat September

Veränderung zum Vorjahr*GesamtGrundschuleOberschuleGymnasiumBerufliches SchulzentrumFörderschule
2025-0,53,2 %1,4 %5,8 %1,4 %1,8 %7,6 %
2024+0,93,7 %1,0 %7,8 %1,8 %1,7 %7,9 %
2023+0,72,8 %0,7 %5,7 %1,1 %1,4 %7,1 %
2022+0,62,1 %0,7 %3,4 %0,9 %0,8 %7,6 %
2021+0,31,5 %0,7 %2,0 %0,7 %0,7 %5,6 %
2020+0,21,2 %0,4 %1,2 %0,5 %0,3 %5,4 %
2019+0,11,0 %0,8 %0,7 %0,1 %0,5 %5,1 %
2018+0,30,9 %0,9 %0,7 %0,1 %0,2 %3,9 %
2017+0,30,6 %0,5 %0,4 %0,0 %0,4 %2,9 %
2016+0,10,3 %0,1 %0,2 %0,1 %0,3 %2,0 %

Planmäßiger Unterrichtsausfall im Monat August

Veränderung zum Vorjahr*GesamtGrundschuleOberschuleGymnasiumBerufliches SchulzentrumFörderschule
2025-0,53,1 %1,0 %5,8 %1,5 %1,7 %7,3 %
2024+1,03,6 %0,8 %8,0 %1,8 %1,5 %8,1 %
2023+1,72,6 %0,4 %5,6 %1,1 %1,1 %7,0 %
2022**
2021**
2020**
2019+/- 00,9 %0,7 %0,7 %0,1 %0,5 %4,5 %
2018+0,20,9 %0,8 %0,7 %0,1 %0,2 %3,8 %
2017+0,30,7 %0,6 %0,6 %0,1 %0,5 %2,7 %
2016+0,20,4 %0,1 %0,3 %0,1 %0,5 %2,1 %

* in Prozentpunkten, über alle Schularten
** 2020, 2021 und 2022 fand aufgrund von Ferien im August kein Unterricht statt

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die rechnerische Unterrichtsabsicherung im Grundbereich in allen Schularten mit Ausnahme der berufsbildenden Schulen. Sie liegt nun in allen Schularten bei über 90 % (Grundschule: 98,8 %, Oberschule: 92,4 %, Gymnasium: 97,8%, Förderschule 90,2 %, berufsbildende Schule: 95,7 %). Die deutlichste Verbesserung gab es bei den Oberschulen mit einem Anstieg von 2,8 %.

Unterrichtsabsicherung Grundbereich

Schulart2024/20252025/2026Veränderungen zum Vorjahr
Grundschule98,7 %98,8 %0,14 %
Oberschule89,5 %92,3 %2,8 %
Gymnasium97,3 %97,8 %0,5 %
Berufsbildende Schule96,6 %95,7 %-0,9 %
Förderschule88,8 %90,2 %1,4%

Unterrichtsabsicherung Ergänzungsbereich

Schulart2023/20242024/2025Veränderungen zum Vorjahr
Grundschule145 %103 %-42%
Oberschule137 %80 %-56%
Gymnasium73 %70 %-2%
Berufsbildende Schule83 %60 %-24%
Förderschule386 %358 %-27%

Mehr Lehrkräfte an Sachsens Schulen

Im Vergleich zum Vorjahr konnten Lehrkräfte mit einem Arbeitsvolumen von 1533,7 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) eingestellt werden (inklusive Seiteneinsteiger). Damit verringert sich der ungedeckte Lehrkräftebedarf auf 1.154 VZÄ. Bereits seit 10 Jahren werden mehr Lehrkräfte eingestellt, als aus dem Schuldienst ausscheiden.

Mehr Bildungsgerechtigkeit durch Maßnahmenpaket

Die Oberschulen profitieren in besonderer Weise vom Maßnahmenpaket. Zum Stichtag wurden Lehrkräfte mit einem Arbeitsvolumen von 84,5 Vollzeitäquivalenten von Grundschulen an Oberschulen abgeordnet (Vorjahr: 8,4) und 159,5 von Gymnasien an Grundschulen (Vorjahr: 52,9). Die abgeordneten Lehrkräfte sorgen dafür, dass an Oberschulen weniger Unterricht ausfällt (siehe oben). Betrachtet man die 10 Schulen mit dem höchsten Unterrichtsausfall im vergangenen Schuljahr, darunter 5 Oberschulen und 5 Förderschulen, so sank der Unterrichtsausfall allein im September in diesen Schulen um rund ein Drittel (von durchschnittlich 34,6 % auf 22,8 %).

»Auf dieses Ergebnis haben wir in Sachsen lange hingearbeitet: Die Trendwende ist da! Mehr Lehrkräfte, weniger Ausfall. Zum ersten Mal seit 10 Jahren sinkt der Unterrichtsausfall – und das bei steigenden Schülerzahlen. Wir sind noch nicht am Ziel, aber die ersten Daten des neuen Schuljahres zeigen: Die Maßnahmen der letzten Jahre wirken.«
– Kultusminister Conrad Clemens

Sinkendes Arbeitsvermögen

Nicht alle Lehrkräfte stehen für den Unterricht voll zur Verfügung. Betrug der Anteil der in Teilzeit arbeitenden Lehrkräfte im vergangenen Jahr 35,3 %, stieg er in diesem Jahr auf 35,9 %. Durch die in Teilzeit arbeitenden Lehrkräfte und weitere Anrechnungstatbestände, wie zum Beispiel Altersermäßigungen, ist das durchschnittliche Arbeitsvermögen aller Lehrkräfte von 90,9 auf 90,4 % gesunken.

Insgesamt mehr Schülerinnen und Schüler – aber demographischer Wandel kommt in den Grundschulen an

Insgesamt gibt es in Sachsens Schulen 440.414 Schülerinnen und Schüler. Das sind 1.276 mehr als im Vorjahr, ein Zuwachs von 0,3 %. Zugleich macht sich der demographische Wandel bemerkbar. Während in allen weiterführenden Schularten die Schülerzahl anstieg, nahm sie an den Grundschulen ab (von 141.386 auf nun 139.145).

Kleinere Klassen

Die durchschnittliche Klassengröße ist von 21,1 auf 21,0 leicht gesunken. Während sie in Grundschulen (von 21,4 auf 21,1) und Gymnasien (von 23,9 auf 23,8) sank, stieg sie in den 

berufsbildenden Schulen leicht an (von 19,3 auf 19,5). In den Oberschulen (24,3) und Förderschulen (9,8) blieb sie im Vergleich zum Vorjahr konstant. Die Anzahl an Klassen in Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien mit mehr als 28 Schülerinnen und Schülern ist auf dem niedrigsten Stand seit 4 Jahren (75, in den Vorjahren waren es noch 2024: 84, 2023: 101 und 2022: 95).

Inklusion bleibt Herausforderung

Die Zahl der inklusiv unterrichteten Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist auf 13.118 (1.069 mehr, Vorjahr 678 mehr) gestiegen. Dies ist eine Steigerung über 8 %. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (gesamt) an der Gesamtschülerzahl ist auf 7,2 % gestiegen


5 Kommentare zu “Sachsen gelingt Trendwende beim Unterrichtsausfall

  1. Statistik zur Verringerung der Ausfall-Maßnahmen greifen????
    Sorry, wenn ich da widerspreche. Eine Statistik sollte immer alle Bereiche abdecken. Wie bereits oben genannt, müsste da der außerplanmäßige Unterricht mit Berücksichtigung finden und dort auch alle Unterrichtfächer. So werden Inklusion und DAZ3 bei der Ausfallbilanz nicht berücksichtigt. Sie sind aber in vielen Schulen der größte Ausfallträger (teilweise über 100 Std.). Dort sollte bei der Ausfallstatistik nachgebessert werden.

  2. Es ist ein Skandal, dass hier ein Ergebnis gefeiert wird, dass uns Lehrer geschädigt hat und uns weiter schädigt! Keine Altersanrechnung, keine Anrechnung für die aufwendige Arbeit in der Abiturstufe!
    Wir bewahren Haltung gegenüber unseren Schülern und werden vom Arbeitgeber ausgenutzt, so war es immer.

  3. Die Statistik ist eine Frechheit gegenüber dem Lehrauftrag und den Schülern. Als Mutter zweier Kinder im Gymnasium 7. und 8. Klasse kann ich nur sagen, es ein Witz. Wir haben aktuell nur noch 26 geplante Wochenstunden Unterricht und die Ausfallstunden kommen noch oben drauf. Als Vergleich dazu vor 8 Jahren hatte meine Tochter im gleichen Gymnasium 32 Wochenstunden Unterricht und es gibt andere Gymnasien welche im aktuellen Schuljahr 31 Wochenstunden planen.
    Wie sollen die Kinder in unserem Gymnasium die gleiche Chance haben, den kompletten Lehrstoff zu erlernen, um irgendwann die gleichen Prüfungen in Sachsen zu schreiben, wenn ihnen doch so extrem viel Unterricht von vornherein verwehrt bleibt.
    Es gäbe so viele Möglichkeiten, Corona hat es gezeigt und es wird einfach stumpf am alten System festgehalten und die letztendlich leittragenden sind die Kinder, die Eltern und sicher auch die Lehrer.
    Ich erwarte sofortige Maßnahmen, damit auch unseren Kinder die Chance auf 100Prozent Bildung haben und ihre Abiturprüfungen in den nächsten Jahren erfolgreich ablegen können.
    Geredet wurde übrigens schon vor 8 Jahren und länger von Lehrermangel und Ausfallstunden, wie man dieses Thema nach so vielen Jahren so weit eskalieren lassen kann und immer noch ratlos daneben steht und keine Lösungen präsentiert, ist absolut nicht akzeptabel.
    Ich erwarte eine öffentliche Korrektur dieser geschönten Statistik und vor allem aber – TATEN – ändern sie etwas!
    Die Kinder haben zur Corona-Zeit bewiesen, dass sie auch mit Onlineunterricht und selbständigen erarbeiten von Themen durchaus umgehen können.

  4. Wäre es vielleicht möglich aus Transparenzgründen auch die Zahlen des außerplanmäßigen Ausfalls schon jetzt und nicht erst zum Halbjahr zu veröffentlichen? Es ist ja nicht verwunderlich, dass der planmäßige Ausfall durch die gekürzten Anrechnungsstunden und die geringeren Altersanrechnungen zurückgeht. Es steht ja dadurch einfach mehr Arbeitsvermögen zur Verfügung.
    Ich habe jedoch den Eindruck, dass durch diese Optimierungen die Belastung der Lehrkräfte etwas angestiegen ist und dies könnte eventuell zu einem erhöhten Krankenstand führen. Diese Befürchtung der Überlastung stand ja durchaus an vielen Stellen im Raum.
    Die Zahlen zum außerplanmäßigen (meist krankheitsbedingten) Ausfall werden ja zusammen mit denen des planmäßigen Ausfalls von den Schulleitungen gemeldet, liegen also ebenso vor. Da spricht ja sicher nichts gegen eine Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt?
    Vielen Dank!

Kommentare sind geschlossen.


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