{"id":9470,"date":"2021-10-04T20:00:58","date_gmt":"2021-10-04T18:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=9470"},"modified":"2021-10-12T11:46:13","modified_gmt":"2021-10-12T09:46:13","slug":"jung-talentiert-und-engagiert-start-stipendiaten-im-interview-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2021\/10\/04\/jung-talentiert-und-engagiert-start-stipendiaten-im-interview-teil-1\/","title":{"rendered":"Jung, talentiert und engagiert: START-Stipendiaten im Interview \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Mit einem dreij\u00e4hrigen Stipendium f\u00f6rdert die START-Stiftung herausragende Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Einwanderungsgeschichte. Wie sind sie zum Stipendienprogramm gekommen? Warum engagieren sie sich? Und was gef\u00e4llt ihnen in Sachsen eigentlich am besten? Drei von ihnen haben es uns erz\u00e4hlt. Los geht es mit Artem.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Hallo Artem! Stell dich bitte kurz vor.<\/h2>\n<p>Guten Tag. Mein Name ist Artem Abrosimow. Ich bin 17 Jahre alt. Ich bin in einer kalten Umgebung in Sibirien, Russland, geboren und lebe seit f\u00fcnf Jahren in Dresden. Zurzeit besuche ich die 11. Klasse an einem beruflichen Gymnasium.<\/p>\n<h2>Wie lang bist du schon bei START dabei und wie bist du dazu gekommen?<\/h2>\n<p>Ich wurde im Jahr 2019 in der Stiftung aufgenommen und bin somit ein Stipendiat des dritten Jahrganges. Die Begegnung mit START bedeutet mir viel, denn das war das erste Mal, dass mein Engagement und Wille zur Entwicklung bemerkt wurden. \u00dcber die Teilnahme und Mitgestaltung der Projekte an meiner alten Schule kontaktierte mich meine Sprachlehrerin, die mir die deutsche Sprache beigebracht hat. Lobend dr\u00fcckte sie mir einen Flyer in die H\u00e4nde. Seit dem Tag fing meine \u00bbSTART-Journey\u00ab an.<\/p>\n<h2>Warum engagierst du dich?<\/h2>\n<p>Dieses Land hat mir gezeigt, wie viele M\u00f6glichkeiten zur Selbstentwicklung und Weiterbildung existieren. Durch engagierte Gleichgesinnte und viele offene T\u00fcren gelang es mir, meine Stimme zu st\u00e4rken und als Teil meiner Generation zu agieren. Mein Ziel ist es, Meinungen und Vorstellungen der Jugendlichen zu \u00e4u\u00dfern, diese zu vertreten. Es ist unfassbar wichtig, einen Abdruck in der Weltentwicklung zu hinterlassen. Wir sind als eine Gemeinschaft erschaffen worden, um gemeinsam die H\u00fcrden zu \u00fcberwinden und unser Engagement umzusetzen.<\/p>\n<p>All das hat mich dazu gebracht, der START-Familie beizutreten, ein Sch\u00fclervertreter zu \u00a0werden und die Gedanken sowie Vorstellungen der jungen Generation weiterzubringen.<\/p>\n<h2>Was w\u00fcrdest du an unserer Gesellschaft ver\u00e4ndern wollen? Was sch\u00e4tzt du daran?<\/h2>\n<p>Ich bin ein junges Mitglied unserer Gesellschaft. Jedoch erlebte ich unsere Vergangenheit, ich erlebe unsere Gegenwart und m\u00f6chte ebenfalls unsere Zukunft erleben. Die Krisen vergangener und laufender Jahre haben der Menschheit gezeigt, wie wichtig der weltweite Zusammenhalt ist. Als ein B\u00fcrger, ein Stipendiat, ein Sch\u00fcler, ein Kind, ein Mensch w\u00fcnsche ich mir, dass die Welt und unsere Gesellschaft das Wissen des gegenw\u00e4rtigen Lebens dazu einsetzen, ein gemeinsames Miteinander weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit weiterzubringen. Darin sehe ich einen enorm wichtigen Punkt und ich glaube daran, dass ein Netzwerk und die menschliche Verbundenheit einen riesigen Beitrag zur Ausbreitung und Konstruktion der Zukunft leisten kann.<\/p>\n<h2>Mit welchen Herausforderungen warst du bisher konfrontiert und wie hat dir START dabei geholfen, diese zu \u00fcberwinden?<\/h2>\n<p>Wenn ich auf mein Leben vor START zur\u00fcckblicke, realisiere ich, dass diese Stiftung mein starkes \u00bbIch\u00ab erschuf. Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen, die mir einf\u00e4llt, war die fehlende Offenheit und die M\u00f6glichkeit, meine Interessen der Welt zu zeigen. Vor START habe ich immer davon getr\u00e4umt, eine Stimme innerhalb unserer Gesellschaft zu erlangen und mein Engagement umzusetzen, meine Meinung zu \u00e4u\u00dfern und die eigenen St\u00e4rken zu zeigen. Ich besa\u00df den Willen, aber mir fehlte die Unterst\u00fctzung. Die START-Stiftung hat nicht nur meine wahre Pers\u00f6nlichkeit offenbart, sondern mir die Sicherheit verliehen, ein wichtiger Teil der Gemeinschaft zu sein. START wies mir die Richtung und lie\u00df mich die gewollten Schritte zur Weiterentwicklung machen.<\/p>\n<h2>Du lebst aktuell in Dresden. Was findest du, ist typisch s\u00e4chsisch? Oder typisch deutsch?<\/h2>\n<p>Aus meiner Perspektive, als Junge mit einem Migrationshintergrund, der dieses Land kennenlernen konnte, faszinierte mich immer die \u00bbSystematik\u00ab der deutschen Lebensweise. Eine gewisse Ordnung, Zielstrebigkeit, Zuverl\u00e4ssigkeit. Diese Eigenschaften sind vielen Aspekten des Lebens in Deutschland zuzuschreiben: st\u00e4ndige Weiterentwicklung, starke Wirtschaft, Einbeziehen der Meinungen der eigenen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Der \u00a0Aufbau dieser Systematik des Landes erm\u00f6glicht die Existenz einer starken Gesellschaft, deren Teil ich bin. Das bezeichne ich als \u00bbtypisch deutsch\u00ab.<\/p>\n<h2>Gibt es hier einen Lieblingsplatz f\u00fcr dich? Was sch\u00e4tzt du an Sachsen?<\/h2>\n<p>Das Leben in Sachsen hat eine meiner Freizeitaktivit\u00e4ten von Grund auf gebildet: Das Wandern. Ein Lieblingsplatz in Sachsen f\u00fcr mich ist die s\u00e4chsische Schweiz, deren Natur und ihre Aussichten zu einem Seelen-Ort f\u00fcr mich geworden sind. Die Sorge um Natur und ihre Langlebigkeit sch\u00e4tze ich an Sachsen. Die wundersch\u00f6nen Ortschaften, das sch\u00e4tze ich.<\/p>\n<h2>Thema Schule: Hast du ein Lieblingsfach? Vielleicht sogar schon Pl\u00e4ne f\u00fcr deine (berufliche) Zukunft?<\/h2>\n<p>Als engagierter Jugendlicher mit vielen Interessen und vielf\u00e4ltigem Engagement ist es oft \u00a0eine schwierige Frage. Mein Lieblingsfach ist Mathematik. Das hat sich von meinem Opa auf meinen Vater und sp\u00e4ter auch auf mich verlegt.<\/p>\n<p>Die berufliche Zukunft ist ein riesiges und spannendes Thema. Ich setzte mich mit Gefallen \u00a0daf\u00fcr ein. Sohn eines Ingenieurs zu sein und zeichnen zu k\u00f6nnen, haben meine Gedanken \u00fcber Architektur gebildet. Die M\u00f6glichkeit, als Sch\u00fcler, in diesem Land Praktika zu absolvieren, halfen mir, diese Gedanken ins Leben zu rufen.<\/p>\n<p>Das Leben und die Berufswelt sind jedoch unendlich gro\u00df. Als engagierter Mensch ertr\u00e4ume ich jedoch, einen Weg der Selbst\u00e4ndigkeit zu gehen und setzte mich f\u00fcr meine Ziele und Tr\u00e4ume Schritt f\u00fcr Schritt ein.<\/p>\n<h2>Zum Abschluss: W\u00fcrdest du START weiterempfehlen? Warum?<\/h2>\n<p>START ist nicht nur eine Organisation und eine Stiftung. START sind Menschen, Engagement, Interessen, Wissen, Identit\u00e4tsbilder und Entwickler. Es ist ein Ph\u00e4nomen, ein kleiner Teil der gro\u00dfen Welt, der danach schreit, diese gro\u00dfe Welt ver\u00e4ndern und verbessern zu wollen. START ist eine Familie f\u00fcr starke Menschen der jungen Generation, die gro\u00dfe Schritte nach vorne machen wollen.<\/p>\n<h2>Das START-Stipendium<\/h2>\n<p>START ist ein Bildungs- und Engagementprogramm f\u00fcr Jugendliche mit Migrationserfahrung. \u00dcber drei Jahre f\u00f6rdert und begleitet die START-Stiftung die Heranwachsenden dabei, Verantwortung f\u00fcr eine lebendige Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu \u00fcbernehmen. Auf dem Weg zu ihrem Schulabschluss erwarten die Stipendiatinnen und Stipendiaten Workshops, Akademien, Ausfl\u00fcge, erlebnisp\u00e4dagogische Angebote und ein digitaler Campus. Am Ende des Programms steht ein eigenes gemeinn\u00fctziges Projekt, das jede und jeder Jugendliche w\u00e4hrend des Stipendiums selbst entwickelt und umgesetzt hat. Zus\u00e4tzlich erhalten alle Teilnehmenden j\u00e4hrlich 1.000 Euro Bildungsgeld. Die Einwanderungsgeschichte der Jugendlichen sieht START dabei als wertvolle Ressource f\u00fcr eine lebendige Demokratie.<\/p>\n<p>Mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ist START deutschlandweit t\u00e4tig. Aktuell werden von START rund 675 junge Menschen aus mehr als 50 Herkunftsnationen gef\u00f6rdert. Acht Jugendliche aus Sachsen wurden in diesem Jahr neu in das Programm aufgenommen. Weitere Informationen unter gibt es unter: <a href=\"http:\/\/www.start-stiftung.de\">www.start-stiftung.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem dreij\u00e4hrigen Stipendium f\u00f6rdert die START-Stiftung herausragende Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Einwanderungsgeschichte. Wie sind sie zum Stipendienprogramm gekommen? Warum engagieren sie sich? Und was gef\u00e4llt ihnen in Sachsen eigentlich am besten? Drei von ihnen haben es uns erz\u00e4hlt. 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