{"id":9229,"date":"2021-06-30T10:45:58","date_gmt":"2021-06-30T08:45:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=9229"},"modified":"2021-07-06T08:46:49","modified_gmt":"2021-07-06T06:46:49","slug":"negative-nachrichtflut-fuehrt-dazu-dass-sich-menschen-nicht-mehr-beteiligen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2021\/06\/30\/negative-nachrichtflut-fuehrt-dazu-dass-sich-menschen-nicht-mehr-beteiligen\/","title":{"rendered":"\u00bbNegative Nachrichtflut f\u00fchrt dazu, dass sich Menschen nicht mehr beteiligen\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>Krisen, Kriege, Terroranschl\u00e4ge, Umweltzerst\u00f6rung \u2013 der Welt geht es so schlecht wie noch nie, und in Zukunft wird alles noch schlimmer. Dieser Eindruck dr\u00e4ngt sich auf, wenn wir uns in den Medien \u00fcber den Zustand der Welt informieren.<br \/>\nDie Neurowissenschaftlerin Maren Urner warnt vor den Folgen dieser Art von Berichterstattung, zeigt Wege aus dem mentalen Krisenmodus auf und welche Rolle Schulen dabei spielen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Frau Urner, Sie besch\u00e4ftigen sich seit vielen Jahren damit, wie wir Informationen verarbeiten. Ein Instrument, was sie dabei verwenden, sind Wissenstests. Im Ergebnis zeigt sich immer, dass die Befragten den Zustand der Welt meist negativer beurteilen, als er tats\u00e4chlich ist. Warum ist das so?<\/h2>\n<p>Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen wir sagen, dass es nicht nur meistens so ist, sondern immer. Ich mache seit 2015 diesen kleinen Ausschnitt vom Ignoranz-Test von Hans Rosling, den ich im Vorfeld immer als Wissenstest bezeichne, um die Menschen vorher nicht zu beeinflussen. Mittlerweile habe ich den Test in s\u00e4mtlichen gesellschaftlichen Gruppen, Kontexten und Settings benutzt und es war immer so, dass die Einsch\u00e4tzung des Publikums negativer ist, als die Realit\u00e4t tats\u00e4chlich ist.<\/p>\n<h2>Woran liegt das?<\/h2>\n<p>Zum Gro\u00dfteil daran, welche Informationen wir zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen. Die stammen vor allem aus medialen Kontexten, von den klassischen Medien, wie Zeitung, Radio, Fernsehen und nat\u00fcrlich auch, seit mittlerweile einigen Jahrzehnten, aus dem Internet und den eher noch neuen sozialen Medien. Generell haben wir da eine \u00dcberrepr\u00e4sentanz, eine Fokussierung auf Negatives. Das ist gut untersucht, auch in den unterschiedlichen Formaten, sei es in der Zeitung oder eben generell in Online-Medien. Die Anschlussfrage ist nat\u00fcrlich: Woher kommt diese Fokussierung aufs Negative?<\/p>\n<h2>\u2026 und Ihre Antwort darauf lautet wie?<\/h2>\n<p>Wir alle tragen den sogenannten \u00bbNegativity Bias\u00ab in uns, also einen Fokus auf negative Inhalte. Wir speichern negative Informationen und potentielle Gefahren nicht nur besser ab und reagieren intensiver auf sie, sondern suchen auch mehr danach. Also ganz einfach runtergebrochen: Negatives verarbeiten wir besser, schneller und intensiver als positives oder neutrales. Verantwortlich daf\u00fcr ist unser Steinzeithirn, wie ich unser Gehirn gern liebevoll nenne. Aus evolutionspsychologischer Perspektive ist der Negativitiy Bias sinnvoll und ein \u00dcberlebensvorteil. Denn eine verpasste negative Nachricht hat in Zeiten von S\u00e4belzahntiger und Mammut potenziell den Tod bedeuten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Kann man zugespitzt sagen, das Narrativ der Medien lautet: Die Welt ist schlecht, voller Probleme und die Politik bekommt es nicht hin?<\/h2>\n<p>Ich tue mich immer schwer mit Pauschalaussagen, weil die Welt eben nicht nur schwarz und wei\u00df ist. So gibt es nat\u00fcrlich auch unheimlich viele gute Medienangebote. Dennoch sehen wir auch: Im Mittel ist die von Ihnen genannte Haltung zu stark vertreten. Im Durchschnitt haben wir einen zu starken Fokus aufs Negative. Das ist auch gut versinnbildlicht durch die beiden journalistischen Slogans: \u00bbOnly bad news are good news\u00ab und\u00a0 \u00bbWhat bleeds, that leads\u00ab. Also nur die schlechten Nachrichten sind gute Nachrichten, weil wir wissen, dass sie sich aufgrund des Negativity Bias besser verkaufen. Und dort, wo es blutet, entstehen die Titelthemen.<\/p>\n<h2>Was macht diese Fokussierung der Medien auf die negativen Nachrichten mit uns?<\/h2>\n<p>Zun\u00e4chst sorgt es f\u00fcr das bereits erw\u00e4hnte zu negative Weltbild. Manch Journalist argumentiert gern, dass das nicht weiter schlimm sei und die Menschen in der Folge besonders aktiv w\u00fcrden, um an den schlechten Zust\u00e4nden etwas zu \u00e4ndern. Doch s\u00e4mtliche Forschungsergebnisse aus der Verhaltensforschung zu der Thematik zeigen ein anderes Bild. Sie zeigen, dass genau das Gegenteil der Fall ist.<\/p>\n<p>Ein zu negatives Weltbild f\u00fchrt nicht dazu, dass wir besonders aktiv, hoffnungsvoll und mit m\u00f6glichst guten Ideen auf diese Herausforderungen und Probleme reagieren, die ja offensichtlich unsere Zeit beeinflussen. Stattdessen sind wir gef\u00fchlt dauerhaft im Krisenmodus und das f\u00fchrt dazu, dass wir chronisch gestresst sind. Damit einher gehen h\u00e4ufig Gef\u00fchle von Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Am Ende des Tages f\u00fchrt das dazu, dass sich immer mehr Menschen vom Weltgeschehen abwenden, weil es einfach zu viel erscheint. Dieses Ph\u00e4nomen ist mittlerweile sehr gut untersucht und wird als \u00bbNews-Avoidance\u00ab bezeichnet.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem kann der exzessive Konsum der negativen Nachrichtenflut uns tats\u00e4chlich gesundheitlichen Schaden zuf\u00fcgen. Denn chronischer Stress ist ein Risikofaktor f\u00fcr s\u00e4mtliche Krankheiten, egal ob Herz-Kreislauf-Probleme oder psychische Leiden.<\/p>\n<p>Schlussendlich sind wir gestresst und \u00e4ngstlich nicht in der Lage, gute und langfristige Entscheidungen zu treffen. Stattdessen entscheiden wir mit einem kurzfristigen Blick auf das reine \u00dcberleben konzentriert.<\/p>\n<h2>F\u00fchrt die st\u00e4ndige Dauerberieselung an negativen Nachrichten auch zu Politik- und Medienverdrossenheit?<\/h2>\n<p>Genau richtig. Das Ph\u00e4nomen, was sie jetzt gerade beschrieben haben, ist das Ph\u00e4nomen der sogenannten \u00bberlernten Hilflosigkeit\u00ab. Sehr anschaulich auf den Punkt gebracht durch die oft bem\u00fchte Aussage: \u00bbDie da oben machen sowieso, was sie wollen!\u00ab Gemeint ist der Punkt, an dem viele Menschen ankommen, wenn sie erfahren, dass sie nichts \u00e4ndern k\u00f6nnen und die Welt nun mal schlecht und ein grausamer Platz ist, auf den sie wenig Einfluss haben. Gesamtgesellschaftlich und demokratisch gedacht, f\u00fchrt das dazu, dass sich Menschen nicht mehr an der Gesellschaft beteiligen.<\/p>\n<h2>Sie haben f\u00fcr sich schon eine gewisse Antwort auf die Problematik gefunden. Das Online-Magazin <b>\u00bb<\/b>Perspective Daily<b>\u00ab<\/b>, das Sie mitgegr\u00fcndet haben, arbeitet nach dem Prinzip des Konstruktiven Journalismus. K\u00f6nnen Sie uns erkl\u00e4ren, was Konstruktiver Journalismus ist?<\/h2>\n<p>Kurz gesagt: Die \u00fcbergeordnete Frage des konstruktiven Ansatzes oder des Konstruktiven Journalismus lautet \u00bbWas jetzt?\u00ab oder ein bisschen ausf\u00fchrlicher \u00bbWie kann es weitergehen?\u00ab. Diese Frage wird zus\u00e4tzlich zu den klassischen W-Fragen, also Wer, Wo, Wie, Wann usw. mitgedacht und dabei nicht nur am Ende hintenangestellt, sondern sie f\u00fchrt die Berichterstattung \u00fcbergeordnet an.<\/p>\n<p>So wird die Denkweise oder das Mindset, also mein Blick auf die Welt und alles, was ich darin wahrnehme und erlebe, ver\u00e4ndert. Das f\u00e4ngt an bei der Auswahl meiner Interviewpartnerinnen und -partner an, zieht sich durch die Fragen, die ich stelle sowie durch die Recherche und nat\u00fcrlich auch die Ausarbeitung der Beitr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Es geht dabei nicht darum, dass die Journalistinnen und Journalisten L\u00f6sungen zu entwickeln oder die \u00bbWas jetzt?-Frage\u00ab aus ihrer Sicht zu beantworten, sondern eben diese L\u00f6sungen und Antworten auf die Frage zu recherchieren. Damit liefert der Konstruktive Journalismus ein vollst\u00e4ndigeres und damit realistischeres Bild der Welt, als das, was wir im Mittel aktuell haben.<\/p>\n<h2>Wer in digitalen Medien unterwegs ist, macht die Erfahrung, dass alles, was emotionalisiert, gut funktioniert. Je drastischer und je emotionaler kommuniziert wird, desto mehr Klicks gibt es. Es dr\u00e4ngt sich der Eindruck auf, dass dieser Grundsatz auch zunehmend in der professionellen Berichterstattung der Medien Einzug gehalten hat. Wer in der Redaktion am Newsdesk sitzt, erkennt, Emotionalit\u00e4t ist die W\u00e4hrung, die z\u00e4hlt.<\/h2>\n<p>Absolut. Und da sind wir bei einem weiteren psychologischen und neurowissenschaftlichen Aspekt. Es geht nicht nur um die Negativit\u00e4t, sondern auch um die Emotionalit\u00e4t. Negatives funktioniert zwar schon nochmal besser, aber auch wenn etwas sehr positiv emotional aufgeladen ist, erzeugt das eine h\u00f6here Reichweite oder Betroffenheit bei den Menschen, als neutralere Darstellungen.<\/p>\n<p>Die Frage ist jetzt: Wie gehen wir damit um?\u00a0 Hier m\u00fcssen wir automatisch \u00fcber die Finanzierung von Journalismus bzw. Qualit\u00e4tsjournalismus sprechen \u2013 auch wenn das nicht so gern getan wird. Wenn wir nicht offener und konstruktiver dar\u00fcber sprechen, kommen wir nicht raus aus der S\u00fcndenbocksuche, bei der die Medienschaffenden auf die Rezipienten zeigen und sagen: \u00bbAber die wollen das doch, da klicken sie drauf!\u00ab Auf der anderen Seite klagen die Rezipienten: \u00bbMoment mal, die Medien sind die Schuldigen, weil sie den ganzen Kram anbieten!\u00ab So wird der Schuldball munter hin und her geworfen. Das ist weder zielf\u00fchrend noch nach vorn gedacht.<\/p>\n<p>Es geht also darum zu fragen: Wie kann sich Journalismus in Zukunft finanzieren? Im Online-Bereich haben wir gesehen, dass das Werbemodell oder das gemischte Modell nicht mehr aufgeht. Das ist ein Grund warum sich \u00bbPerspective Daily\u00ab durch seine Nutzerinnen und Nutzer finanziert. Denn Werbung und Journalismus verfolgen komplett entgegengesetzte Ziele.<\/p>\n<h2>Was m\u00fcssen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erlernen, damit sie gesund Medien nutzen k\u00f6nnen? Welche Bew\u00e4ltigungsstrategien m\u00fcssen sie vermittelt bekommen, um mit der digitalen Medienflut und der digitalen Dauerberieselung umgehen zu k\u00f6nnen?<\/h2>\n<p>Ich bin wirklich fest davon \u00fcberzeugt, dass die wichtigste Kompetenz das sogenannte \u00bbkritische Denken\u00ab ist. Das bedeutet, Informationen von au\u00dfen, aber auch sich selbst und die eigene Wahrnehmung stets kritisch zu hinterfragen. Denn neben dem Negativity Bias bringt unser Steinzeithirn noch viele weitere Verarbeitungsstrategien mit sich, die daf\u00fcr sorgen, dass wir nicht die objektiven Informationsverarbeiter sind, f\u00fcr die wir uns gern halten. Der Best\u00e4tigungsfehler beispielsweise meint das Ph\u00e4nomen, dass wir Informationen eher glauben, wenn sie in unser bestehendes Weltbild passen.<\/p>\n<p>Statt eines zus\u00e4tzlichen Faches \u00bbMedienkompetenz\u00ab vertrete ich den Ansatz, der zum Beispiel in Finnland schon sehr erfolgreich praktiziert wird. Dort zieht sich die F\u00e4higkeit des kritischen Denkens auf Schulebene durch das komplette Kurrikulum. Das Gleiche sollte dann auf der Hochschulebene und nat\u00fcrlich auch bei der medialen Bildung im Erwachsenenalter fortgesetzt werden. Es geht darum, kritisches Denken immer wieder einflie\u00dfen zu lassen, daf\u00fcr zu sensibilisieren und es zu belohnen.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen Geschichtslehrerinnen und -lehrer \u00dcbungen mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern machen, bei denen sie erlernen, glaubw\u00fcrdige Quellen als solche zu erkennen. Gleiches l\u00e4sst sich in anderen F\u00e4chern \u00fcben, in denen Sch\u00fcler Fake Bilder und Texte erkennen lernen.<\/p>\n<p>In Finnland sehen wir, dass das erfolgreich praktiziert wird und dass die Sch\u00fcler dort im OECD-Vergleich die beste Medienkompetenz haben.<\/p>\n<h2>Muss es nicht auch um einen zumindest vor\u00fcbergehenden Medienentzug gehen?<\/h2>\n<p>Nat\u00fcrlich. Ich kann zum Beispiel sagen, dass es bestimmte Zeiten gibt, in denen ich mein Handy nicht nutze, wo ich wirklich Technik-, Handy- oder Inputfreie Zonen habe. Das kann in der Natur sein, das kann mit anderen Menschen sein, das kann eine bestimmte Uhrzeit sein. Da ist es auch Aufgabe der Schule, das entsprechend anzuregen und zu \u00fcben.<\/p>\n<p>Wie die Gewohnheiten etabliert werden, muss jeder auch immer ein wenig f\u00fcr sich selbst herausfinden \u2013 wir sind nicht alle gleich. Trotzdem gibt es grunds\u00e4tzliche Prinzipien, nach denen unser Gehirn besonders gut funktioniert, zum Beispiel \u00fcber Uhrzeiten oder sogenannte \u00bbWenn-Dann-Bedingungen\u00ab. Ein Beispiel: Wenn wir gemeinsam am Tisch sitzen, dann gibt es keine Handys. Dann macht man das irgendwann automatisch so. Die Schule hat hier die Aufgabe, diese Gewohnheiten anzuregen, die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dabei zu unterst\u00fctzen und mit ihnen zu \u00fcben.<\/p>\n<h2>Medien schaffen mediale Wirklichkeiten. Unter Ber\u00fccksichtigung von Nachrichtenfaktoren geht der Berichterstattung ein strenger Auswahlprozess voraus. Hinzu kommt der Hang zum Negativismus, zur Skandalisierung und zur Emotionalisierung. Welche Kompetenzen m\u00fcssen junge Menschen haben, um st\u00e4rker zwischen medialer und tats\u00e4chlicher Wirklichkeit unterscheiden zu k\u00f6nnen?<\/h2>\n<p>Ich denke, dass das Stichwort Ehrlichkeit eine wichtige Rolle spielt. Das, was ich erlebe und was mir viele aus dem Bekannten- und Freundeskreis, die auf journalistischer Ebene t\u00e4tig sind, zur\u00fcckspielen, ist eine grunds\u00e4tzliche Verwirrung \u00fcber die Vorstellung vieler Menschen, wie Journalismus funktioniere. Mit Ehrlichkeit und Transparenz meine ich, einen gr\u00f6\u00dferen Austausch zu schaffen. Es gibt bereits Formate, die das bereits leisten, aber auch hier gilt wieder: Im Mittel sind es noch zu wenige.<\/p>\n<p>Das Tolle am Internet ist doch, dass wir das klassische Sender-Empf\u00e4nger-Modell hinter uns gelassen haben. Wir sollten diese Chance des Austauschs noch mehr nutzen und wahrnehmen. Wir k\u00f6nnen dabei nicht nur \u00fcber Inhalte reden, sondern auch \u00fcber Methoden.<\/p>\n<h2>M\u00fcssen wir nicht auch lernen, mit einem gewissen Ma\u00df an Unsicherheit umzugehen?<\/h2>\n<p>Das gro\u00dfe Thema der Unsicherheit ist etwas, was wir \u00bbdank\u00ab der Corona-Pandemie gesamtgesellschaftlich sehr viel besser verstehen und das macht mir Hoffnung. Mehr Menschen haben verstanden, dass Wissenschaft immer ein Prozess ist und bestimmte Aussagen mit Unsicherheit behaftet sind. Egal, ob es um die Wirkung von Impfungen oder Prognosen dar\u00fcber geht, was in Zukunft m\u00f6glich sein wird oder wie sich ein Pandemiegeschehen entwickeln wird.<\/p>\n<p>Jetzt ist es unsere gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diese Erkenntnisse auch auf andere Fragen zu \u00fcbertragen und journalistisch kommunizieren. Wir wissen aus Studien, dass das Publikum das \u00bbaush\u00e4lt\u00ab und sch\u00e4tzt. Journalistinnen und Journalisten k\u00f6nnen den Menschen ruhig mehr zutrauen. Da bin ich dann bei meinen vorherigen Punkt, der vielleicht ein bisschen der Abschluss sein kann: Weg von dieser Schwarz-Wei\u00df-Malerei, hin zu Graut\u00f6nen. Auf der Seite der Mediennutzer und -nutzerinnen gilt es, dieses Bewusstsein ebenfalls zu st\u00e4rken. Wir m\u00fcssen alle noch besser lernen, zu sagen: \u00bbDas ist der aktuelle Stand unseres Wissens. Sehr wahrscheinlich wissen wir in einigen Wochen und Monaten mehr und k\u00f6nnen dann noch besser reagieren!\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrten Dirk Reelfs und Eltje Kunze.<\/p>\n<h3>Zur Person<\/h3>\n<figure id=\"attachment_9254\" aria-describedby=\"caption-attachment-9254\" style=\"width: 198px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-9254\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/maren-urner-portraet-dunkel-c-michael-jungblut_email-198x300.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/maren-urner-portraet-dunkel-c-michael-jungblut_email-198x300.jpg 198w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/maren-urner-portraet-dunkel-c-michael-jungblut_email-791x1200.jpg 791w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/maren-urner-portraet-dunkel-c-michael-jungblut_email-768x1164.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/maren-urner-portraet-dunkel-c-michael-jungblut_email-1013x1536.jpg 1013w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/maren-urner-portraet-dunkel-c-michael-jungblut_email-1351x2048.jpg 1351w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/maren-urner-portraet-dunkel-c-michael-jungblut_email-1280x1941.jpg 1280w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/maren-urner-portraet-dunkel-c-michael-jungblut_email.jpg 1614w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9254\" class=\"wp-caption-text\">Neurowissenschaftlerin Maren Urner, Foto: Michael Jungblut<\/figcaption><\/figure>\n<p>Maren Urner studierte Kognitions- und Neurowissenschaften in Deutschland, Kanada und den Niederlanden und promovierte am University College London. Sie ist Mitgr\u00fcnderin des Online-Magazins Perspective Daily, das erste werbefreie Online-Magazin f\u00fcr Konstruktiven Journalismus. Seit Oktober 2019 ist sie Professorin f\u00fcr Medienpsychologie an der Hochschule f\u00fcr Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in K\u00f6ln und Autorin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krisen, Kriege, Terroranschl\u00e4ge, Umweltzerst\u00f6rung \u2013 der Welt geht es so schlecht wie noch nie, und in Zukunft wird alles noch schlimmer. Dieser Eindruck dr\u00e4ngt sich auf, wenn wir uns in den Medien \u00fcber den Zustand der Welt informieren. 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