{"id":9091,"date":"2021-05-19T11:15:47","date_gmt":"2021-05-19T09:15:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=9091"},"modified":"2021-05-25T13:36:34","modified_gmt":"2021-05-25T11:36:34","slug":"app-gegen-fake-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2021\/05\/19\/app-gegen-fake-news\/","title":{"rendered":"App gegen Fake News?!"},"content":{"rendered":"<p>Absichtliche Falschmeldungen sind im Internet und vor allem in den sozialen Medien ein Problem. Gerade Kindern und Jugendlichen f\u00e4llt es oft schwer, diese einzuordnen. Wie eine App nun s\u00e4chsischen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern im Umgang mit Fake News helfen soll.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Fake News beschreiben umgangssprachlich Falschmeldungen, die in den Medien, im Netz und vor allem in den sozialen Medien in manipulativer Absicht verbreitet werden. Dahinter kann die Beeinflussung von Meinungen und Debatten stecken oder aber auch der Versuch, Aufmerksamkeit zu lenken und Klickzahlen zu erh\u00f6hen. Es handelt sich demnach um ein breitgef\u00e4chertes Ph\u00e4nomen, welches zahlreiche Risiken mit sich bringt. In der Vergangenheit kursierten schon h\u00e4ufig Falschmeldungen im Internet und gerade Plattformen wie Facebook eignen sich zur Verbreitung gezielter Desinformationskampagnen. Doch die weltweite Corona-Pandemie bietet den Fake News einen besonderen N\u00e4hrboden: Die anhaltende Krisensituation und die vorherrschende Verunsicherung innerhalb der Bev\u00f6lkerung wird zur Verbreitung von Falschmeldungen und Verschw\u00f6rungsmythen \u00fcber das Virus ausgenutzt.<\/p>\n<p>Auch die Arbeit des S\u00e4chsischen Staatsministeriums f\u00fcr Kultus wurde in der Pandemie-Zeit durch Fake News beeintr\u00e4chtigt. Immer wieder tauchten Falschinformationen \u00fcber das Coronavirus selbst sowie \u00fcber Ma\u00dfnahmen gegen die Verbreitung dessen auf: Angefangen beim Zweifel an der Existenz des Virus, \u00fcber Behauptungen, dass das Virus nicht schlimmer als eine Grippeerkrankung sei bis hin zu falschen Aussagen \u00fcber die vermeintliche Gef\u00e4hrlichkeit eines Testabstriches oder des Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes. Immer wieder versuchen Userinnen und User, derartige Fake News auch unter Beitr\u00e4gen des SMK zu aktuellen Schutzma\u00dfma\u00dfnahmen zu verbreiten, was eine zeitaufw\u00e4ndige Moderation der Kommentarspalte erfordert. Die Falschmeldungen f\u00fchren dazu, dass relevante Ma\u00dfnahmen zur Virusbek\u00e4mpfung angezweifelt werden und der Umgang mit der ohnehin herausfordernden Ausnahmesituation zus\u00e4tzlich erschwert wird.<\/p>\n<p>Die Corona-Krise zeigt erneut, wie wichtig eine fundierte Medienkompetenz im Umgang mit sozialen Medien und der Beschaffung von Informationen im Internet allgemein ist. Das Netz und die sozialen Medien sind auch fester Bestandteil der Lebens- und Alltagswelt von Kindern und Jugendlichen. Gerade im jungen Alter f\u00e4llt es oft schwer, sich im Informationsfluss des Internets, welcher zum Teil \u00fcber das eigene Smartphone hereinstr\u00f6mt, zurechtzufinden. Die entsprechende Medienkompetenz sollte daher sowohl zu Hause als auch im schulischen Umfeld vermittelt werden.<\/p>\n<p>Einen besonderen Weg, auf diesem Feld aktiv zu werden, geht die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig in der Zusammenarbeit mit einem App-Start-up aus Leipzig. Die App soll Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern unterschiedlicher s\u00e4chsischer Schulen dabei helfen, Fake News und Verschw\u00f6rungsmythen zu identifizieren und Filterblasen zu erkennen und liefert dabei unterschiedliche Perspektiven auf aktuelle Themen. Der Projektauftakt fand Mitte April an der Oberschule Kitzscher statt. In den Klassen neun und zehn fanden Workshops mit den App-Entwicklern zur Benutzung der App statt.<\/p>\n<p>Die Oberschule Kitzscher widmet sich seit l\u00e4ngerem der Vermittlung von Medienkompetenz. Die Schule verf\u00fcgt \u00fcber ein Sch\u00fclerradio und ein Sch\u00fclerfernsehen. Dennoch verlieren die alten Medien bei den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern an Relevanz, w\u00e4hrend die neuen Medien immer mehr in den Fokus r\u00fccken. Das wei\u00df auch die Schulleiterin Dagmar Schulz. Den Kindern w\u00fcrde es oftmals schwerfallen, sich im digitalen Mediendschungel zu orientieren. Dabei soll nun die App Abhilfe schaffen. Die App gibt einen Nachrichten-\u00dcberblick und hilft den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, wahre Nachrichtenmeldungen von Fake News zu unterscheiden. Im Workshop wurden den Sch\u00fclern drei Nachrichtenmeldungen vorgelegt, zwei davon waren Falschmeldungen. Durch eine kurze Recherche mithilfe der App zu den Autoren und dem Inhalt der Nachrichten konnten die Falschmeldungen entlarvt werden.<\/p>\n<p>Zuk\u00fcnftig soll die App an der Oberschule Kitzscher vielf\u00e4ltig im Unterricht eingesetzt werden. Die Schulleiterin sieht eine breite Verwendungsm\u00f6glichkeit in unterschiedlichen F\u00e4chern. Beispielsweise kann sie im Fach Deutsch bei Er\u00f6rterungen helfen, Pro- und Kontraargumente zu finden und zu einer Thematik fundiert zu recherchieren. Auch bei Fremdsprachen oder Geographie kann die App eingesetzt werden, um sich mit einem bestimmten Land n\u00e4her zu besch\u00e4ftigen. Insgesamt kann die App aufgrund ihrer thematisch breiten Aufstellung in fast alle schulischen Bereiche integriert werden und die Lernzeit abwechslungsreicher gestalten.<\/p>\n<p>Das Feedback der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nach dem Workshop fiel insgesamt sehr gut aus, wei\u00df Schulleiterin Dagmar Schulz. Gerade nach der langen h\u00e4uslichen Lernzeit sei es eine willkommene Abwechslung im Schulalltag gewesen, sich mit der App und der Thematik von Fake News und Filterblasen auseinanderzusetzen. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler konnten sich au\u00dferdem aktiv in die Weiterentwicklung der App einbringen. So h\u00e4tte ein Sch\u00fcler vorgeschlagen, die Suchfunktion in der App mittels sogenannter Tags bzw. Hashtags zu verfeinern. Neben den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern profitieren jedoch auch die Lehrkr\u00e4fte vom Einsatz der App. Durch die Auseinandersetzung mit Fake News und anderen Medieneffekten konnte ein neues Themenfeld erschlossen werden, in welches sich die Lehrerinnen und Lehrer aktiv einbringen k\u00f6nnen und welches zudem Raum f\u00fcr pers\u00f6nliche Entwicklungsm\u00f6glichkeiten gibt.<\/p>\n<p>Die Oberschule Kitzscher hat den Anfang gemacht. Weitere S\u00e4chsische Schulen, an denen die neue App gegen Fake News zum Einsatz kommt, sollen folgen.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" width=\"471\">\n<h3><strong>Fake oder Fakt \u2013 Tipps zum Erkennen von Falschmeldungen<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\"><strong>Hinterfragen<\/strong><\/td>\n<td width=\"369\">Bei einer zweifelhaften Nachricht zun\u00e4chst einmal innehalten und rational \u00fcberlegen: Kann das wirklich sein? Welche Absicht k\u00f6nnte dahinterstecken?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\"><strong>Quelle \u00fcberpr\u00fcfen<\/strong><\/td>\n<td width=\"369\">Woher kommt diese Nachricht? Handelt es sich um eine bekannte und seri\u00f6se Website? Gibt es ein Impressum? Dabei beachten: Quelle ist nicht gleich Quelle. Stammt eine Meldung von staatlichen Institutionen, Ministerien oder Beh\u00f6rden, ist die Glaubhaftigkeit generell h\u00f6her. In Deutschland sind Beh\u00f6rden gesetzlich verpflichtet, gegen\u00fcber der Presse wahrheitsgem\u00e4\u00df Auskunft zu geben.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\"><strong>Accounts \u00fcberpr\u00fcfen<\/strong><\/td>\n<td width=\"369\">Oftmals werden Fake News in den sozialen Medien verbreitet. Dann macht es Sinn, sich den Account genauer anzusehen. Was wird hier sonst geteilt?<\/p>\n<p>Seri\u00f6se Accounts haben meist einen blauen Haken hinter ihrem Namen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\"><strong>Vergleichen<\/strong><\/td>\n<td width=\"369\">Berichten andere Seiten bzw. Quellen auch \u00fcber das Thema?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\"><strong>Bilder<\/strong><\/p>\n<p><strong>bzw. Videos \u00fcberpr\u00fcfen<\/strong><\/td>\n<td width=\"369\">Ein Bild oder Video l\u00e4sst sich einfach f\u00e4lschen. Vielleicht gibt es hier Ungereimtheiten? Ist eine Bild- bzw. Videoquelle angegeben?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\"><strong>Formalit\u00e4ten beachten<\/strong><\/td>\n<td width=\"369\">Beim \u00bbClickbaiting\u00ab soll Aufmerksamkeit erregt werden. Oft enthalten diese Nachrichten daher viele Gro\u00dfbuchstaben und Ausrufezeichen. Seri\u00f6se Quellen w\u00fcrden so jedoch nicht berichten. Auch viele Rechtschreibfehler weisen auf<\/p>\n<p>Fake News hin.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\"><strong>Generelle Vorsicht bei Kettenbriefen<\/strong><\/td>\n<td width=\"369\">Auch wenn Kettenbriefe von Freunden oder Bekannten weitergeleitet werden, sollte man hier generell vorsichtig sein. Dahinter verbergen sich oft Fake News.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Bezug auf das Coronavirus erhalten Sie verl\u00e4ssliche Informationen beispielsweise auf den Seiten der Bundes- und Landesregierung, beim Robert Koch-Institut (RKI) oder bei der World Health Organization (WHO). Weitere Informationen dazu gibt es <a href=\"https:\/\/www.coronavirus.sachsen.de\/faktencheck-zum-coronavirus-8175.html\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber die Autorin:<\/p>\n<p>Eltje Kunze studiert Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universit\u00e4t Dresden und wird in K\u00fcrze ihr Studium mit dem Bachelor abschlie\u00dfen. Im Rahmen ihres Studiums absolvierte sie ein Praktikum in der Pressestelle des Kultusministeriums.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Absichtliche Falschmeldungen sind im Internet und vor allem in den sozialen Medien ein Problem. Gerade Kindern und Jugendlichen f\u00e4llt es oft schwer, diese einzuordnen. 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