{"id":8817,"date":"2021-02-15T12:50:41","date_gmt":"2021-02-15T11:50:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=8817"},"modified":"2021-02-16T13:30:35","modified_gmt":"2021-02-16T12:30:35","slug":"standards-fuer-die-gestaltung-der-haeuslichen-lernzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2021\/02\/15\/standards-fuer-die-gestaltung-der-haeuslichen-lernzeit\/","title":{"rendered":"Standards f\u00fcr die Gestaltung der h\u00e4uslichen Lernzeit"},"content":{"rendered":"<p>Lernen zu Hause \u00ad\u2013 seit dem Fr\u00fchjahr 2020 haben Schulen, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie ihre Eltern unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Eine h\u00e4ufige Frage: Welche Vorgaben gibt es zum Unterrichten in der h\u00e4uslichen Lernzeit? Wir geben einen \u00dcberblick.<!--more--><\/p>\n<p>Die h\u00e4usliche Lernzeit ist Unterrichtszeit. Wie sie konkret gestaltet wird, liegt in der Verantwortung der jeweiligen Schule. Die technischen, r\u00e4umlichen und personellen Voraussetzungen sind von Schule zu Schule unterschiedlich. Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer behalten gemeinsam mit den Fachlehrkr\u00e4ften im Blick, dass das h\u00e4usliche Lernen angemessen bleibt und der in den Stundentafeln f\u00fcr diese F\u00e4cher und Lernfelder ausgewiesenen Wochenstundenanzahl entspricht.<\/p>\n<p>Der Unterricht in Form h\u00e4uslicher Lernzeit orientiert sich grunds\u00e4tzlich weiter an den Lehrplaninhalten. Dabei geht es aber nicht darum, diese vollumf\u00e4nglich zu erf\u00fcllen. Das Lernen zu Hause l\u00e4sst h\u00e4ufig nur ein geringeres Lerntempo gegen\u00fcber dem Pr\u00e4senzunterricht zu. Als Grundlage f\u00fcr den weiteren Unterricht wird deshalb nach der R\u00fcckkehr in den Pr\u00e4senzunterricht der individuelle Lernstand erhoben.<\/p>\n<h2>Der Rahmen f\u00fcr die Gestaltung der h\u00e4uslichen Lernzeit<\/h2>\n<h3>Verl\u00e4ssliche Strukturen und Verbindlichkeit<\/h3>\n<p>Die Organisation h\u00e4uslicher Lernzeit ist bei der Planung von Anfang an zu ber\u00fccksichtigen. Besonders relevant sind dabei die Abstimmung und Information \u00fcber grunds\u00e4tzliche p\u00e4dagogische Fragen. Dazu geh\u00f6ren Umfang und Fristsetzung, mit der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler Aufgaben zur Bearbeitung inklusive angemessenen Feedbacks erhalten, Absprachen zur Festlegung relevanter Kommunikationswege gegen\u00fcber Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern sowie ihren Eltern und das Angebot von Pr\u00e4senz-Sprechzeiten.<\/p>\n<h3>Regelm\u00e4\u00dfige und transparente Kommunikation<\/h3>\n<p>Lehrerinnen und Lehrer sind f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie f\u00fcr die Erziehungsberechtigten zu festgelegten Zeiten erreichbar und f\u00f6rdern auch den Kontakt der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler untereinander. Die Kommunikation in der Schulgemeinschaft ist in Eigenverantwortung der jeweiligen Schule zu gew\u00e4hrleisten. F\u00fcr die F\u00e4lle, bei denen kein verl\u00e4sslicher Internetzugang zur Verf\u00fcgung steht, sind regelm\u00e4\u00dfige Absprachen, Aufgaben\u00fcbermittlungen und R\u00fcckmeldungen auf anderen Kommunikationswegen zu sichern.<\/p>\n<h3>Standards f\u00fcr das p\u00e4dagogische Handeln, Gestaltungsspielr\u00e4ume und Methodenvielfalt<\/h3>\n<p>Lehrerinnen und Lehrer entscheiden je nach konkretem Lernziel, welche Unterrichtsmethoden (zum Beispiel Erkl\u00e4rvideos oder Aufgabenstellungen f\u00fcr Gruppen- und Partnerarbeit) zum Einsatz kommen. Sie entscheiden, in welchem Umfang neben digitalen Medien auch analoges Unterrichtsmaterial (wie beispielsweise Schulb\u00fccher, Arbeitshefte oder Arbeitsbl\u00e4tter) verwendet wird. Lehrerinnen und Lehrer unterst\u00fctzen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler beim selbstgesteuerten Lernen.<\/p>\n<p>Die konkrete didaktische Gestaltung der h\u00e4uslichen Lernzeit liegt in der Verantwortung der jeweiligen Fachlehrerin bzw. des jeweiligen Fachlehrers. Ein vollst\u00e4ndiger Verzicht auf Online-Angebote ist nicht angemessen. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollten ebenso wenig mit sechs Online-Unterrichtsstunden je Tag konfrontiert werden. Insbesondere im Anfangsunterricht k\u00f6nnen Videoformate einen Beitrag leisten, kleinschrittig an neue Lerninhalte heranzuf\u00fchren ohne den Pr\u00e4sentunterricht zu ersetzen.<\/p>\n<h3>Auswahl von Kompetenzerwartungen und systematischer Einsatz geeigneter Werkzeuge zum Lernen und Kommunizieren<\/h3>\n<p>Wie im Pr\u00e4senzunterricht steht auch beim Distanzunterricht das Lernen im Vordergrund, nicht Apps und Ger\u00e4te. Innerhalb der Schule sowie der Klasse sind die verwendeten digitalen und analogen Werkzeuge sowie die Kommunikationswege klar benannt. Dabei werden die h\u00e4uslichen Rahmenbedingungen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Die Unterrichtsgestaltung soll sich mit Blick auf das jeweils schon Vermittelte weiterhin an den Lehrpl\u00e4nen und den Bildungsstandards orientieren. Dabei sind die Aspekte Wissenserwerb, Kompetenzerwerb und Werteorientierung angemessen zu ber\u00fccksichtigen. Einschr\u00e4nkungen bei der Lehrplanumsetzung betreffen dabei sowohl inhaltliche Themen als auch die geforderte Behandlungstiefe.<\/p>\n<h3>Anforderungen an die Aufgabenstellungen und den Lehr- und Lernprozess<\/h3>\n<p>Der Arbeitsumfang sollte den laut Stundentafel vorgesehenen Zeitumfang nicht \u00fcberschreiten. Grunds\u00e4tzlich m\u00fcssen ein p\u00e4dagogisch sinnvolles Ma\u00df, Altersangemessenheit und Schulartspezifik ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr alle F\u00e4cher (Primarstufe Grundschule bzw. F\u00f6rderschule konzentrieren sich auf Mathematik, Deutsch, Sachunterricht) und Lernfelder sind Aufgaben und Arbeitsauftr\u00e4ge f\u00fcr die h\u00e4usliche Lernzeit bereitzustellen. Die Aufgaben sollen regelm\u00e4\u00dfig und in festen Zeitabst\u00e4nden an die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00fcbermittelt werden.<\/li>\n<li>F\u00fcr das h\u00e4usliche Lernen sollen Schwerpunkte gesetzt werden. Es ist wichtig, das Lernen anzuleiten und zu strukturieren. Nach M\u00f6glichkeit sollen Videokonferenzen und andere Online-Formate m\u00f6glichst regelm\u00e4\u00dfig angeboten werden.<\/li>\n<li>Verbindliche Abgabefristen f\u00fcr die Einreichung der erteilten Arbeitsauftr\u00e4ge und eine ggf. notwendige gezielte Nachfrage geben eine n\u00f6tige Struktur. Vereinbarung fester Lernzeiten am Vormittag sind sinnvoll.<\/li>\n<li>Wichtig ist, dass alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler grunds\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit der R\u00fcckmeldung an die Lehrerinnen und Lehrer haben. Es sollte feste Zeiten f\u00fcr R\u00fcckfragen und Konsultationen, idealerweise als Videokonferenz, geben. Arbeits- bzw. \u00dcberarbeitungsergebnisse sind in geeigneter Form und verbindlich zu \u00fcbermitteln (zum Beispiel als Scan, Foto, E-Mail, Post).<\/li>\n<li>Der emotionalen und sozialen Komponente des h\u00e4uslichen Lernens ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Regelm\u00e4\u00dfig sollte wertsch\u00e4tzendes Feedback gegeben und<br \/>\neingeholt werden \u2013 das ist f\u00fcr eine vertrauensvolle Beziehungsebene zwischen Lehrenden und Lernenden wesentlich und wichtig f\u00fcr den Lernerfolg.<\/li>\n<li>Nach p\u00e4dagogischem Ermessen sind differenzierte Hilfe und Unterst\u00fctzung notwendig. \u00dcber weitergehende Hilfs- und Unterst\u00fctzungsangebote sind Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie Eltern zu informieren.<\/li>\n<li>Insbesondere bei j\u00fcngeren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern kann ein Lerntagebuch, in dem jede Sch\u00fclerin bzw. jeder Sch\u00fcler auch seine Lernzeiten eintr\u00e4gt, das Lernen zu Hause begleiten, als Reflexionshilfe dienen und wichtige R\u00fcckmeldungen geben.<\/li>\n<li>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit p\u00e4dagogischem oder sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf sowie Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in Vorbereitungsklassen ben\u00f6tigen in der h\u00e4uslichen Lernzeit eine \u00fcber das \u00fcbliche Ma\u00df hinausgehende Hilfe. Ihnen f\u00e4llt das Zurechtkommen in den neuen Bildungsformaten der Distanz schwerer.<\/li>\n<li>Die regelm\u00e4\u00dfige Begleitung der berufspraktischen Ausbildung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler durch ihre Lehrerinnen und Lehrer ist n\u00f6tig \u2013 ggf. fernm\u00fcndlich oder unter Nutzung digitaler Kommunikation, sofern die Einrichtung der berufspraktischen Ausbildung nicht zug\u00e4nglich ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Angebote-zur-Nutzung-digitaler-Dienste-und-entsprechender-Lehrerfortbildung.pdf\"><strong>Erwartungshorizont zur Gestaltung h\u00e4uslicher Lernzeit \u2013 Angebote zur Nutzung digitaler Dienste und entsprechender Lehrerfortbildung<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lernen zu Hause \u00ad\u2013 seit dem Fr\u00fchjahr 2020 haben Schulen, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie ihre Eltern unterschiedliche Erfahrungen gemacht. 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