{"id":8545,"date":"2020-11-23T10:00:41","date_gmt":"2020-11-23T09:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=8545"},"modified":"2020-11-26T09:58:11","modified_gmt":"2020-11-26T08:58:11","slug":"studie-schulen-sind-keine-silent-hotspots","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2020\/11\/23\/studie-schulen-sind-keine-silent-hotspots\/","title":{"rendered":"Studie: Schulen sind keine \u00bbsilent hotspots\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>Ergebnisse der zweiten Dresdner Corona-Schulstudie liegen vor. Auch zwischen Mai und Oktober 2020 hat es keine unerkannten SARS-CoV-2-\u00dcbertragungen gegeben. Das sind die neuen Ergebnisse der zweiten Testphase der Corona-Schulstudie des Dresdner Universit\u00e4tsklinikums.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Auftrag der Staatsregierung haben die Medizinische Fakult\u00e4t der TU Dresden und das Dresdner Universit\u00e4tsklinikum die Corona-Schulstudie nach den Sommerferien fortgesetzt. Bei einer der bundesweit gr\u00f6\u00dften Studie in der Altersgruppe von Jugendlichen von circa 15 Jahren sollte nach den Ergebnissen nach dem Lockdown im Fr\u00fchjahr nun erfasst werden, wie viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie Lehrerinnen und Lehrer seither bis zum Beginn der Herbstferien Antik\u00f6rper des SARS-CoV-2-Virus in sich tragen und wie sich dessen Ausbreitung \u00fcber die Zeit ver\u00e4ndert. Die Ergebnisse der zweiten Testphase mit \u00fcber 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern best\u00e4tigen die Zwischenergebnisse der ersten Phase.<\/p>\n<p>Medizinerinnen und Mediziner des Dresdner Universit\u00e4tsklinikums haben vor den Herbstferien erneut insgesamt \u00fcber 2.000 Blutproben von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit einem mittleren Alter von 15 Jahren sowie Lehrerinnen und Lehrern aus 13 weiterf\u00fchrenden Schulen in Dresden und den Landkreisen Bautzen bzw. G\u00f6rlitz untersucht. Ziel war es herauszufinden, wie viele der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie Lehrerinnen und Lehrer sich w\u00e4hrend des schulischen Regelbetriebs mit SARS-CoV-2 infiziert hatten.<\/p>\n<p>In lediglich zw\u00f6lf der \u00fcber 2.000 Seren konnten im Fr\u00fchjahr am Institut f\u00fcr Virologie Antik\u00f6rper nachgewiesen werden \u2013 das entspricht einer Seropositivit\u00e4t von unter einem Prozent. Obwohl knapp 50 Prozent der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler und 16 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer angaben, zwischen den beiden Blutentnahmen eine Atemwegsinfektion gehabt zu haben, \u00e4nderte sich diese Zahl bis zu den Herbstferien nicht. Die gemeldeten Gesamtinfektionszahlen** in Sachsen stiegen in diesem Zeitraum allerdings von 139 auf 245 pro 100.000 Einwohner an.<\/p>\n<p>In f\u00fcnf der zw\u00f6lf F\u00e4lle gab es eine bekannte nachgewiesene Corona-Virusinfektion, in sieben F\u00e4llen war die Infektion vorab nicht bekannt. Damit liegt die Dunkelziffer f\u00fcr die Infektion unter den Studienteilnehmern bei zwei.<\/p>\n<p>Professor Reinhard Berner, Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin des Universit\u00e4tsklinikums Dresden und Studienleiter, zieht folgendes Fazit: \u00bbUnsere Daten zeigen, dass der Nachweis von SARS-CoV-2-Antik\u00f6rpern in der Population der Jugendlichen mindestens bis zu den Herbstferien sehr gering war. Das ist umso bemerkenswerter, da sich in diesem Zeitraum [September 2020] die Infektionszahlen in Sachsen verdoppelt haben. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass es weder w\u00e4hrend der ersten Welle noch in den vier Monaten nach Wiederer\u00f6ffnung der Schulen zu unerkannten \u00dcbertragungen gekommen ist und dass es keine Hinweise gibt, dass Schulen sich zu \u203asilent hotspots\u2039 dieser Pandemie entwickelt haben.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWir gehen durchaus davon aus, dass angesichts der aktuell stark steigenden Infektionszahlen insgesamt auch die Infektionen unter Sch\u00fclern und Lehrern steigen werden\u00ab, sagt Dr. Jakob Armann, Facharzt f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin. Er betreut die Studie gemeinsam mit Prof. Berner. \u00bbAllerdings legen die Daten der Studie nahe, dass nicht die Schulen als Quelle und Ausbreitungsort der Pandemie fungieren. Etwaige Schulschlie\u00dfungen sind daher allenfalls als letztes Mittel anzusehen; vielmehr bedarf es einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung, Infektionsketten in der Bev\u00f6lkerung insbesondere au\u00dferhalb der Schulen zu vermeiden.\u00ab<\/p>\n<p>Nach Abschluss dieser zweiten gro\u00dfen Testreihe an allen 13 Schulen wird es in Abh\u00e4ngigkeit vom Infektionsgeschehen eine dritte Erhebung Ende 2020 oder Anfang 2021 geben.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zum ersten Teil der Studie gibt es <a href=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2020\/07\/13\/schulen-sind-nach-wiedereroeffnung-keine-hotspots-geworden\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tu-dresden.de\/med\/mf\/die-fakultaet\/newsuebersicht\/schulen-sind-keine-silent-hotspots\">Hier<\/a> gibt es die Pressemitteilung der TU Dresden, Medizinische Fakult\u00e4t Carl Gustav Carus.*<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>* Erg\u00e4nzt am 24. November 2020<br \/>\n** Korrektur vom 26. Novmber 2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ergebnisse der zweiten Dresdner Corona-Schulstudie liegen vor. Auch zwischen Mai und Oktober 2020 hat es keine unerkannten SARS-CoV-2-\u00dcbertragungen gegeben. 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