{"id":8494,"date":"2020-11-05T10:00:22","date_gmt":"2020-11-05T09:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=8494"},"modified":"2020-11-10T09:07:02","modified_gmt":"2020-11-10T08:07:02","slug":"wir-schueler-wollen-praesenzunterricht-wir-wollen-nicht-zuhause-hocken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2020\/11\/05\/wir-schueler-wollen-praesenzunterricht-wir-wollen-nicht-zuhause-hocken\/","title":{"rendered":"\u00bbWir Sch\u00fcler wollen Pr\u00e4senzunterricht, wir wollen nicht zuhause hocken\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>Trotz steigender Infektionszahlen spricht sich der Landessch\u00fclerrat Sachsen (LSR) f\u00fcr Pr\u00e4senzunterricht an den Schulen und gegen Schichtbetrieb aus. Joanna Kesicka, Vorsitzende des LSR, nennt die Gr\u00fcnde.<!--more--><\/p>\n<h2>Die Herbstferien sind vor\u00fcber. Wie ist der Schulbetrieb Ihrer Ansicht nach angelaufen?<\/h2>\n<p>Wir hatten schon einige Probleme gesehen. Die Infektionszahlen sind gestiegen, die \u00c4ngste haben zugenommen. Wir haben uns gefragt, wie das mit dem Schulbetrieb weitergeht. Aber wir im Landessch\u00fclerrat waren uns alle einig, dass wir den Pr\u00e4senzunterricht beibehalten wollen. So sehr man die Ferien genossen hat, wei\u00df doch jeder Sch\u00fcler, dass es einen Bildungsauftrag zu erf\u00fcllen gibt. Gerade die pr\u00fcfungsnahen Jahrg\u00e4nge wissen, dass sie sich auf die Pr\u00fcfungen vorbereiten m\u00fcssen. Deswegen waren wir auch erleichtert, als wir geh\u00f6rt hatten, dass die Schulschlie\u00dfungen nicht eintreten werden und wir weiterhin in die Schule gehen k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich sind die einzelnen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nicht erfreulich gewesen, was auch verst\u00e4ndlich ist. Aber das grunds\u00e4tzlich der Unterricht stattfinden kann, hat vor allem Sch\u00fcler in den l\u00e4ndlichen R\u00e4umen gefreut.<\/p>\n<h2>Mit Ende der Herbstferien gilt f\u00fcr \u00e4ltere Sch\u00fcler Maskenpflicht im Unterricht. Ein Problem f\u00fcr Sie?<\/h2>\n<p>Wir Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler haben keine Lust auf Masken. Das muss deutlich gesagt werden. Aber wenn es die Ma\u00dfnahme ist, um Schulschlie\u00dfungen zu vermeiden, dann m\u00fcssen wir uns alle im Klaren dar\u00fcber sein, dass es der kritischen Ma\u00dfnahme bedarf. Mit Schulschlie\u00dfungen w\u00fcrde auch die ganze Schulgemeinschaft kippen. Wir Sch\u00fcler wollen nun mal Pr\u00e4senzunterricht, wir wollen nicht zuhause hocken.<\/p>\n<h2>Der Landessch\u00fclerrat hat sich trotz steigender Infektionszahlen sehr deutlich f\u00fcr den Pr\u00e4senzunterricht ausgesprochen. Warum?<\/h2>\n<p>Pr\u00e4senzunterricht in der Schule ist f\u00fcr uns die einzige M\u00f6glichkeit, gerechte Bildung zu erm\u00f6glichen. Wir haben in der ersten Corona-Welle gesehen, online zu lernen ist zwar einigerma\u00dfen gut gelaufen, aber auf jeden Fall ist das keine Dauerl\u00f6sung. Wir haben gerade in den l\u00e4ndlichen R\u00e4umen enorme Probleme mit dem Internet. Stabile Internetverbindungen fehlen h\u00e4ufig. Oft fehlen sogar jetzt noch in privaten Haushalten technische Ger\u00e4te. Klar, wir haben Schulen aufger\u00fcstet. Wir haben jetzt LernSax in fast allen Schulen installiert. Trotzdem ist es \u00fcberzogen zu glauben, dass innerhalb weniger Monate so riesige Schritte erfolgt sind, dass onlinelernen den Pr\u00e4senzunterricht ersetzen kann. Deshalb ist es f\u00fcr uns enorm wichtig, dass er weiterhin stattfinden muss.<\/p>\n<h2>Dennoch fordern Gesundheitspolitiker, der Bundeselternrat oder auch der Deutsche Lehrerverband immer wieder Unterricht im Schichtbetrieb oder in Wechselmodellen. Ist das aus Ihrer Sicht keine Alternative?<\/h2>\n<p>Unsere Forderung bleibt der Pr\u00e4senzunterricht. Schichtbetrieb bringt nat\u00fcrlich Nachteile mit. Wir haben es vor den Sommerferien erlebt, wo Lerngruppen eingeteilt wurden, wo Sch\u00fcler in Schichten an Schulen unterrichtet wurden. Diese Modelle bedeuten immer eine Reduzierung des Pr\u00e4senzunterrichts. Es gibt weniger Austausch mit Lehrerinnen und Lehrer und wir haben weiterhin die geschilderten Probleme, des Online-Unterrichts im Homeoffice. Besonders f\u00fcr \u00e4ltere Sch\u00fcler, die vor den Pr\u00fcfungen stehen und auf Konsultationen angewiesen sind, ist dies sehr schwierig, weil die Lehrer ihre Aufmerksamkeit teilen m\u00fcssen. Aus diesen Gr\u00fcnden ist Schichtbetrieb f\u00fcr uns keine L\u00f6sung. Pr\u00e4senzunterricht muss weiterhin beibehalten werden. Aber damit der funktionieren kann, muss es nat\u00fcrlich auch versch\u00e4rfte Hygienema\u00dfnahmen geben.<\/p>\n<h2>Es ist in den vergangenen Monaten einiges f\u00fcr digitalen Fernunterricht getan worden. Kann aus Ihrer Sicht Online-Unterricht den Pr\u00e4senzunterricht ersetzen?<\/h2>\n<p>Auf gar keinen Fall. Wir haben oft gesehen, selbst in einem modernen Unterricht oder einer modernen Schule muss Pr\u00e4senzunterricht weiterhin Teil des Schulalltages sein. Das geht gar nicht ohne. Wir sind definitiv noch nicht auf dem Stand, wo wir Schulen einfach nur online oder komplett digital umstellen k\u00f6nnen. Auch die hybride Variante bringt sehr viele Nachteile mit sich, weil es einerseits noch nicht die technische Ausstattung an den Schulen oder zuhause gibt oder die Kenntnisse der Lehrer oft noch nicht ausreichen, digitale Lerninhalte angemessen zu vermitteln. Wir glauben allerdings auch nicht, dass Online-Unterricht den Pr\u00e4senzunterricht an den Schulen generell ersetzen sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz steigender Infektionszahlen spricht sich der Landessch\u00fclerrat Sachsen (LSR) f\u00fcr Pr\u00e4senzunterricht an den Schulen und gegen Schichtbetrieb aus. 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